Generationswechsel im Taxigewerbe von London
Die Karriere des Briten David Harris zu Beginn der 1990er Jahre als Tennisprofi sorgte kaum für Aufsehen. Rang 622 auf der ATP-Weltrangliste war seine beste Platzierung, als Preisgeld kratzte er mit Ach und Krach 2295 Dollar zusammen. Notgedrungen sattelte er auf einen bürgerlichen Beruf um und wurde Taxifahrer in London. Doch jetzt sicherte sich Harris einen festen Platz in der Chronik der britischen Hauptstadt. Als erster „Cabbie“ – wie die Fahrer der schwarzen, „Cab“ genannten Vehikel bezeichnet werden – übernahm er das erste Londoner Taxi mit Elektroantrieb.
Seit Jahren rühmt sich die Verwaltung Londons, über die größte Umweltzone der Welt zu regieren. Dazu zählt nicht nur die City, sondern die gesamte Region mit Städten und Gemeinden, die zu Groß-London zählen. Wer zudem mit dem Auto downtown zwischen Hyde Park und Tower Bridge tagsüber unterwegs sein will, muss von Montag bis Freitag pro Tag eine Maut von zehn Pfund (umgerechnet knapp 14 Euro) entrichten. Das gilt auch für Touristen. So wie in einigen Regionen Deutschlands, droht auch in London ein Fahrverbot für Dieselautos. Schlimmer: Ab 2040 sollen in Großbritannien Diesel- oder Benzinfahrzeugen überhaupt nicht mehr verkauft werden dürfen.


Dabei ist der Kauf eines Elektrotaxis ein teurer Spaß. Insgesamt kostet es nach Abzug von 7500 Pfund (8500 Euro) an Subventionen 55 600 britische Pfund (63 400 Euro). Dafür gibt es ein sogenanntes Range-Extender-Fahrzeug mit einem Elektromotor, dessen Stromversorgung von einem kleinen Dreizylinder-Benzin-Generator mit einem Hubraum von 1,2 Litern unterstützt wird. Seine elektrische Reichweite beträgt rund 200 Kilometer, die mit Hilfe des Benziners auf 650 Kilometer gesteigert werden kann. Innerhalb der Londoner City ist somit ein rein elektrischer Betrieb für bis zu sechs Fahrgäste möglich, denen im Wagen übrigens Steckdosen für Laptops und USB-Anschlüsse für mobile Geräte und WLAN zur Verfügung stehen.

Fotos: LEVC, LTC ,London Taxi
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