Der neue Volvo XC90 – Platz in Hülle und Fülle
Nach einer gefühlten Ewigkeit hat Volvo zu Beginn des Jahres den XC90 neu aufgelegt. Dabei blieb kein Stein auf dem anderen. Grund genug, den Schwedenhappen über 14 Tage hinweg unter die Lupe zu nehmen.

Und durch das neue iPad-artige Display in der Mitte konnten die Volvo-Designer auf Schalter und Knöpfe nahezu ganz verzichten. Oder – besser gesagt – sie haben darauf verzichtet. Für mein Gefühl etwas zu konsequent, denn für Funktionen, die ich schnell benötige, wie etwa die Abschaltung der Außenluftzufuhr, möchte ich nicht erst in ein Menü eintauchen müssen. Die Bedienlogik im neuen XC90 hat sich mir nicht auf den ersten Anhieb hin erschlossen. Einige Tage sind ins Land gezogen, bis ich mit ihr besser klar gekommen bin. Aber wer sich den XC90 kauft, der wird sich wohl bald daran gewöhnt haben und das System mit dem großen Touchpad am Ende sogar mögen. Spracheingabesysteme sind in der Vergangenheit stets ein Quell für Verdruss gewesen. Erst in den letzten beiden Jahren sind hier Systeme ins Auto gekommen, die den Namen verdienen, gut funktionieren und damit die gefährliche Tipperei auf dem Display unnötig machen. Das habe ich auch vom Spracheingabesystem im nagelneuen Volvo XC90 erwartet. Aber in den zwei Wochen meiner Testphase ist es mir nicht ein einziges Mal gelungen, über meine Stimme ein Navigationsziel einzugeben.
Der XC90 kann gegen einen Auspreis von 1.500 Euro zum 7-Sitzer ausgebaut werden, die im Ladeboden des Gepäckraums versenkt liegen und einfach aufgeklappt werden können. Prima, wenn mal die Kinder aus der Nachbarschaft in die Schule mitgenommen werden sollen. Urlaubsfahrten scheiden voll besetzt jedoch aus, weil für das Gepäck dann einfach kaum noch Platz bleibt (ein Koffer) und der Fußraum in der dritten Reihe gering ist. Eine Dachbox könnte die Not-Lösung sein. Um auf die Sitze der dritten Reihe zu gelangen, müssen die Sitze der zweiten Reihe aus dem Weg geklappt werden. Auch das ist mir nicht ohne Anleitung gelungen. Intuitiv ist dieses hakelige Stühlerücken jedenfalls aus meiner Sicht nicht. Wie schmächtige Frauen das bewältigen sollen, bleibt mir ein Rätsel. Wer nur für 4 oder 5 Menschen im XC90 Raum sucht, der ist indes gut bedient. Die hohe Sitzposition und Platz in Hülle und Fülle machen die Fahrt zum luxuriösen Erlebnis. Insbesondere, wenn die aufpreispflichtige Luftfederung verbaut ist.

Leistung? Passt! In 6,5 Sekunden ist man mit diesem XC90 auf 100. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 Stundenkilometern. Der Verbrauch meines Testwagens lag über die Testphase hinweg bei 11,9 Liter. Für einen so großen Wagen mit Benzinantrieb liegt dieser Wert im zu erwartenden Rahmen. In Deutschland werden diese Motorisierung wohl nur wenige Kunden wählen. Zu deutlich sind die Verbrauchsvorteile des 4-Zylinder-Dieselantriebs, der zwar 95 PS weniger auf die Straße bringt, aber bei geringeren Dieselpreisen deutlich weniger verbraucht und schon von unten heraus kraftvoll los sprintet.
Fazit
Für mich ist der Volvo XC90 aktuell der schönste große SUV. Ich liebe dieses Design. Ob indes das ausschließliche Anbieten von 4-Zylinder-Aggregaten hierzulande die beste Lösung ist, werden am Ende die Kunden entscheiden. Die Verbrauchsvorteile der 4-Zylinder verlieren bei hoher Belastung nämlich ihre Wirkung. Zu verlockend erscheinen da die seidigen 6-Zylinder-Antriebe der Premium-Konkurrenz, die als Diesel kaum mehr verbrauchen, ungleich schöner klingen und kaum mehr kosten.
Wesentliche Technische Daten:
Volvo XC90 T6 AWD
Motor: Vierzylinder-Turbo-Kompressor
Hubraum: 1996 cm³
Leistung: 235 kW (320 PS) bei 6000/min
max. Drehmoment: 400 Nm bei 2200-5400/min
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
0 auf 100 km/h: 5,9 Sekunden
Abgasnorm: Euro 6
Tankinhalt: 71 Liter
Antrieb: Allradantrieb mit Achtstufenautomatik
Länge: 4.950 mm
Breite: 2.008 mm
Höhe: 1.776 mm
Radstand: 2.984 mm
Wendekreis 11,80
Gepäckrsumvolumen: 1.886 Liter
Leergewicht 3.078 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.630 kg
Preise ab: 57.700 Euro
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