Der neue Mini Paceman begründet ein neues Automobil-Segment – Mini-Max?
Mit dem Paceman soll ein neues Segment geschaffen werden. Der Paceman will das erste „Sports Activity Coupé“, kurz SAV, sein. In seinem kompakten Format, nämlich 4,11 Meter Länge, gibt es für den Paceman in der Tat (noch) keine direkten Konkurrenten. Der Paceman ist im Grunde ein Countryman mit zwei Türen, abfallendem Dach und der markentypisch kraftvoll-dynamischen, sowie elegant gestreckten Silhouette eines Coupés. Paceman und Coutryman werden übrigens nicht wie der Ur-Mini in England, sondern bei Magna Steyr im österreichischen Graz gebaut. Von vorne blickt der Betrachter in ähnlich runde, kullernde Schweinwerferaugen mit dem freundlich lachenden MINI Markengesicht. Der Paceman ist dem Countryman wie aus dem Gesicht geschnitten. Durch die größeren Türen, die abfallende Seitenlinie, die größeren Leuchten am Hinterteil und durch das kleinere Heckfenster hebt sich der Paceman dann aber deutlich von seinem Country-Bruder ab.
Im Cockpit gibt es kaum Unterschiede zum Countryman. Wie bei ihm finden die Fensteröffner nun endlich Platz in den Türverkleidungen. Im Fond sollen zwei Einzelsitze, getrennt durch die sogenante „Center Rail“, für Komfort und eine Lounge-Atmosphäre sorgen. Idee und Design sind klasse, allein die fehlende Kopffreiheit dürfte die launchige Stimmung bei großen Passagieren stören. Der Einstieg auf die hinteren Plätze ist systembedingt nix für Senioren. Auch die Mutter, die täglich ihre zwei Kinder im Rückraum verstauen muss, sind die zwei zusätzlichen Türen des Countryman wohl unersetzlich. Hier würde der Paceman eher für Stress, statt für wohlig entspannte Stimmung sorgen. Wogegen die weit nach oben schwingende Heckklappe, die niedrige Ladekante und die umklappbaren Fondsitzlehnen sehr praktisch erscheinen. Aber weg mit solch sachlichen Gedanken, denn jetzt wird gefahren! Und schnell wird spürbar, dass der Paceman im Vergleich mit dem Countryman ein deutlich strafferes (zwei Zentimeter tiefer gelegt) Fahrwerk verfügt. Das serienmäßig verbaute Sportfahrwerk mit McPherson-Federbeinen an der Forderachse, geschmiedeten Querlenkern sowie einer Multilenker-Hinterachse, verhilft dem Mini Paceman zu viel Fahrspaß a la Mini in seiner Ur-Form. Die Motoren des Paceman sind alles andere als mini-malistisch. Zur Markteinführung in 2013 stehen vier ebenso kraftvolle wie effiziente Benzin- und Dieselmotoren zur Auswahl. Das Angebot reicht vom MINI Cooper D Paceman (82 kW/112 PS) über den MINI Cooper Paceman (90 kW/122 PS) und den MINI Cooper SD Paceman (105 kW/143 PS) bis zum MINI Cooper S Paceman (135 kW/184 PS). Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Ergänzung des Modellangebots um den MINI John Cooper Works vorgesehen. Darüber hinaus kann der Paceman optional mit einem Allradsystem ausgestattet werden.
Was sich hinter den bloßen Leistungszahlen verbirgt, wird dem Fahrer schnell ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Denn behände wieselt das Mini Coupe über die Landstraße. Präzise Lenkung, steife Karroserie, straffes Fahrwerk, tiefer Schwerpunkt, sowie reichlich Lauffreudigkeit durch fettes Drehmoment sind Garanten für Go-Kart-Maxi-Fahrspaß. Maxi ist jedoch auch der Preis des Mini Paceman ausgefallen. Wer den Paceman sein eigen nennen möchte, der ist ab 23.800 Euro für die 122 PS Cooper-Basis-Benzin-Variante dabei. Das sind mutige 1.300 Euro mehr, als für den vergleichbaren Countryman. Mein Fazit: Der Paceman ist ein MINI wie man ihn erwarten konnte: Cool, stylisch, sexy, unkonventionell und eher unvernünftig. Die spannende Frage wird sein, ob die Mini-Fangemeinde den Neuen in ihr Herz schließen wird.
Wesentliche Technische Daten Mini Cooper S Paceman:
• Motor: 1,6-Liter-Turbo-Benzin-Direkteinspritzer
• maximale Leistung: 184 PS (135 kW)
• maximales Drehmoment 280 Nm
• Vorderradantrieb, optional Allradantrieb
• Handschaltung, optional Automatik
• Höchstgeschwindigkeit: ca. 230 km/h
• Beschleunigung von Null auf 100: ca. 7 Sekunden
• Kombinierter Norm-Verbrauch: 6,1 Liter auf 100 Kilometer
• CO2-Wert:143 g/km
• Leergewicht: 1.380 kg
• Länge/Breite/Höhe: 4.109 / 1.786 / 1.518 mm
• Preise, Cooper S Paceman, ab 27.600 Euro
• Preise, Cooper Paceman, ab 23.800 Euro
Jan Weizenecker
Absolvent der Volks- und Betriebswirtschaftslehre der Albert-Ludwigs Universität Freiburg. Mal in kleinerem, mal in weiterem Radius, aber immer mit der nötigen Portion Humor, berichte ich seit 2012 über die Neuerscheinungen der Automobilwelt.
Ähnliche Beiträge
1. Februar 2021
Ford und Google wollen Auto-Innovationen beschleunigen
Ford und Google geben eine einzigartige strategische Partnerschaft bekannt. Sie soll die Transformation des…
27. Juli 2021
SsangYong macht auf X200 neugierig
SsangYong Motor Company veröffentlicht Skizzen und Bilder. Das unter dem Codenamen X200 präsentierte Modell soll einen…
29. August 2017
Renault-Nissan und Dongfeng wollen gemeinsam Elektrofahrzeuge entwickeln
Die Renault-Nissan Allianz und der chinesische Automobilhersteller Dongfeng planen die gemeinsame Entwicklung von…
4. März 2022
VW Taigo Style (2022) – Neues Volkswagen CUV mit Coupé-Heck wildert im Polo-Segment – Test I Review
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen21. Dezember 2017
Mazda MX-5: Noch schicker in die Cabriosaison
Zum Start der Cabriosaison bringt Mazda im Frühjahr das Sondermodell „Sakura“ des MX-5 auf den Markt. Außerdem…











