Der Umstieg aufs E-Auto, generell die Elektromobilität, ist in aller Munde. Die Nachfrage nach den jeweiligen Fahrzeugen steigt, was natürlich dazu führt, dass mehr Modelle gefertigt werden. Zugleich wird das Förderpotenzial noch einmal deutlich angehoben. Neben Kaufprämien, vereinzelten Prämien auf Landesebene kommen gar Förderungen, mit denen die meisten Fahrzeuginteressenten zuerst gar nicht rechnen. Auch die Privatwirtschaft spielt bei der Elektromobilität eine immer größere Rolle. Dieser Beitrag befasst sich mit den Fördermöglichkeiten rund um die Anschaffung eines E-Autos.

Staatliche Förderungen des Bundes 

Der Umstieg auf das Elektroauto wird vom Bund gefördert. Die Förderung an sich ist nicht neu, doch wurde sie zuletzt noch einmal deutlich nachgebessert

  • Voraussetzungen – auch rückwirkend können alle Fahrzeuge, die ab dem 03. Juni 2020 zugelassen wurden, nach den neuen Regeln gefördert werden. Für Gebrauchtwagen gelten Stichtage: Die Erstzulassung darf nicht vor dem 04.11.2019 und die Zweitzulassung nicht nach dem 03.06.2020 erfolgt sein. 
  • Fördersätze – sie orientieren sich an dem Nettolistenpreis. Für Fahrzeuge mit einem Preis von unter 40.000 Euro erhält der Käufer insgesamt 9.000 Euro. Bei Fahrzeugen ab einem Wert von 40.000 Euro wird eine Kaufprämie von 7.500 Euro gezahlt. 

Diese Prämie gilt rein für Batterieelektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge. Hybridfahrzeuge werden gesondert gefördert. 

Zu diesen Prämien des BAFA gibt es mitunter noch kommunale Angebote. Einige Städte, Gemeinden oder Bundesländer fördern die Anschaffung eines E-Fahrzeuges zusätzlich. 

Förderungen der Länder 

Während die Fördermittel des BAFA festgelegt und für alle Regionen dieselben sind, haben einige Autofahrer auf der Länderebene mehr Glück als andere. Bundesländer, Landkreise, Kommunen oder auch einzelne Städte stellen nämlich teilweise eigene Förderprogramme zum Umstieg auf das Elektroauto zur Verfügung: 

  • Finanzielle Förderung – sie kann sich als Kaufprämie ausweisen, aber auch andere Bereiche rund um das E-Auto fördern. 
  • Zuschuss – es kann Zuschüsse für die Ladestation zu Hause geben, einige Kommunen übernehmen die Kosten sogar. 
  • Kombination – manchmal steckt die Fördermöglichkeit in anderen Förderangeboten. So bieten einige Regionen einen Zuschuss oder die Übernahme der Wallstation, sofern eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe errichtet wird. 

Es lohnt sich durchaus, auf kommunaler Ebene und auf Landesebene nach speziellen Förderungen oder Fördermöglichkeiten zu schauen. Die Beträge sind zwar nicht so hoch wie die des BAFA, doch wer die Errichtung einer Wallstation daheim nicht mehr vollständig bezahlen muss, der hat am Ende wieder Geld gespart. 

Förderungen aus der Privatwirtschaft

Nachdem die E-Mobilität einen immer größeren Stellenwert einnimmt, schaltet sich auch die Privatwirtschaft ein. Im kleinen Umfang haben sicherlich schon viele Autofahrer nebenbei solche »Förderungen« entdeckt: Auf den Parkplätzen einiger Supermärkte oder Möbelhäuser befinden sich längst Ladesäulen, die manchmal sogar extra gefördert werden. So kann es Punkte auf einer der Punkte-Sammelkarten geben, einen kleinen Bonus auf der Kundenkarte oder auch einen Rabatt. Doch was gibt es in der Privatwirtschaft für Besonderheiten rund um die E-Mobilität? 

  • Stromanbieter – es liegt auf der Hand, dass Stromanbieter besonders an der Elektromobilität interessiert sind. Manche Stromanbieter stellen bereits eine aktualisierte Version des damaligen »Nachtspeichertarifs« vor, die sich wieder auf den Tag- und Nachtstrom bezieht. Der Tarif ist für Besitzer von E-Autos natürlich vorteilhaft, da das Fahrzeug nachts zu günstigeren Konditionen geladen werden kann. Andere geben einen Zuschuss zu einer Wandladestation, übernehmen die Installation derselben und stellen besondere Ökotarife für E-Autobesitzer zur Verfügung, wie die Entega-Fördermittel für Elektromobilität zeigen.
  • Kfz-Versicherung – abhängig vom Anbieter gibt es für E-Autos nicht nur spezielle Tarife, sondern teils einen satten Rabatt auf die Versicherungsprämie. Bei der Suche nach einer Autoversicherung sollte darauf geachtet werden, dass der Akku gesondert in der Versicherung integriert ist und dass sowohl Schäden durch Bedienfehler, als auch Brände des Akku und der Ladestation im Versicherungsschutz enthalten sind. 

Dies sind relativ offensichtliche Förderungen, andere werden indirekt nach und nach kommen. Da auf immer mehr Flächen Ladesäulen errichtet werden und im städtischen Umfeld Händler und Geschäftsinhaber die Vorteile dieser erkennen, dürften E-Autobesitzer künftig auf andere Weise gefördert werden: 

  • Parkplätze – zum Aufladen ist es notwendig, das Fahrzeug zu parken. Nun sind die Parkplätze im städtischen Bereich knapper gesät als einst Ladesäulen. Wenn allerdings immer mehr Lademöglichkeiten errichtet werden, diese auch von privaten Händlern zur Verfügung gestellt werden, finden E-Fahrzeugfahrer natürlich im Umkehrschluss immer leichter einen Parkplatz. 
  • Laden & Shoppen – ganz im Sinne von »Tank & Rast« könnten sich künftig neue Konzepte ergeben: Während das Auto draußen auf dem Parkplatz der Boutique oder des Restaurants neuen Saft tankt, geht der Fahrer bequem drinnen shoppen oder genießt sein Essen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Geschäfte bald mit günstigem Ladestrom zum Dessert oder einem Rabatt auf das Essen, wenn vor Ort aufgeladen wird, werben. 

Allgemein wird die Privatwirtschaft auf den Anstieg der E-Fahrzeuge reagieren. Einige Unternehmen reagierten bereits während Corona mit Gutschriften von 10 Kilowattstunden, da das Smartphone nun zu Hause geladen wird. Mit dem E-Auto wird sich das ähnlich verhalten. Stromanbieter werden Kombipakete schnüren, günstige Tank-Tarife bieten, während nicht ausgeschlossen ist, dass auch Versicherungsgesellschaften mit Stromanbietern zusammenarbeiten. Statt Werkstattsbindungen könnte es »Strombindungen« geben und der Kunde erhält einen Bonus oder Rabatt, wenn er einen Stromvertrag mit E-Mobil bei bestimmten Stromanbietern abschließt oder überwiegend Ladesäulen eines Anbieters nutzt. 

Mit dem richtigen Fördermix lässt sich ein Elektroauto günstiger anschaffen und betreiben

Fazit – neben der staatlichen Förderung auf Vorteile achten

Die staatliche Förderung der E-Mobilität fällt natürlich durch ihre Höhe besonders ins Auge. Zudem wird sie medial immer wieder hervorgehoben. Doch auch kommunale Förderangebote sind möglich, wenngleich sie sich auf Zuschüsse zur Ladestation beziehen. Wer die Anschaffung eines E-Autos plant, der sollte sich aber auch mal bei Versicherungen und Stromanbietern umhören. Stromanbieter stellen längst spezielle Tarife zusammen, die die Ladung des E-Autos günstig ermöglichen und fördern eigene Ladestationen. Auch Autoversicherungen geben teilweise Rabatte auf Tarife, die ein E-Auto absichern, andere geben wiederum einen Bonus. Im örtlichen Bereich profitieren Fahrzeughalter tatsächlich von Ladestationen, die von Händlern unterhalten werden: E-Fahrzeugfahrer finden somit immer einen Parkplatz direkt vor der Ladentür.