Die Temperaturen sind wieder höher und in der Garage wartet der Roadster darauf, nach seinem langen Winterschlaf wieder auf die Straße zu dürfen. Ende April haben wir eine Phase mit gutem Wetter genutzt, um übers Wochenende mit einem Stopp in Paris an den Atlantik zu fahren. Das klingt weit, ist es aber nicht. Denn schließlich wohnen wir in Offenburg und damit nah an der Grenze zu Frankreich.#fiatspiderWir testen auf dieser Strecke den neuen Fiat 124 Spider. Ein veritabler Roadster, der von Mazda entwickelt und von Fiat mit italienischem Motor und Design versehen wurde. Wer den Weg bis Paris schnell hinter sich bringen möchte, nimmt (gegen Gebühr) die Autobahn. Wer Frankreich sehen und hier und da einen gepflegten Halt einlegen möchte, der sollte besser die meist gut ausgebaute „Route National“ nutzen. In vier bis fünf  Stunden ist die Stadt der Liebe von Südbaden aus locker erreicht. Und hier, in der Französischen Hauptstadt lockt bei angenehmen 20 Grad ein Bummel entlang der Seine oder zu den zahllosen Sehenswürdigkeiten.

Auch wenn die Hotels in Paris kaum zum Schnäppchenpreis zu haben sind, lohnt es sich, die Nacht an der Seine zu verbringen und den Abend in einem gepflegten Restaurant ausklingen zu lassen. Denn hier lässt es sich Leben wie Gott in Frankreich. Zu einem Glas Champagner schmecken Jakobsmuscheln, „Schoukrut“ de la Mer oder junges Gemüse. Hier findet jeder etwas. Zum Glück weckt uns nach einer erholsamen Nacht die Frühlingssonne und der noch kühle Morgen lockt uns zu einem Frühstück mit Baguette, frischen Eiern, Obst und Croissants. Unser schicker Roadster passt wie angegossen.

Mit einem kurzen Griff schieben wir die schwarze Stoffhaube nach hinten und lassen die Sonne rein. Der erste Stau lässt leider nicht lange auf sich warten. Der Verkehr in Paris scheint nie still zu stehen. Am Triumphbogen kreisen die Autos auf zahllosen, für Fremde nicht erkennbaren Spuren. Die Franzosen allein scheinen zu wissen, wie man hier klar kommt. Ein Roller Fahrer an der Ampel bewundert anerkennend unseren Fiat Spider. „Was kostet der“, möchte er wissen? Ab 24.000! „Ce n’ést pas cher“, bekennt er, gibt Gas und braust im dichten Verkehr davon.#124spiderImmer der kurvenreichen Seine entlang führt uns der Weg gen Atlantik. Wie grün und wenig besiedelt Frankreich außerhalb der Hauptstadt doch ist. Saftiges Gras und weiße Kühe gehen eine wunderbare Symbiose ein. So möchte ein Rind leben. Immer wieder faszinieren uns alte Schlösser. Wie hoch der Aufwand ohne Maschinen damals gewesen sein muss. Dann eine Rast direkt an der Seine. Wir haben roten Wein, würzigen Käse und krosses Baguette gekauft und genießen das einfache und doch geniale Mahl auf einer von der Sonne vorgewärmten Mauer. Wie einfach und schön das Leben doch sein kann.Nach nur 3 Stunden erreichen wir den Atlantik. Die pittoreske Hafenstadt ……… können wir nicht unbesehen liegen lassen. Eine Spaziergang über die quadratisch angelegte Hafenanlage muss ein. Wie viele Jahrhunderte das alte Pflaster hier schon liegen mag. Restaurant an Restaurant. Unter Gasheizpilzen freuen sich die Menschen nach dem langen Winter am Sitzen im Freien. Die Wärme des Gasstrahler macht es selbst am Nachmittag noch angenehm, hier die frische Meeresluft zu inhalieren.Unser Ziel ist aber Deauville. Die mondäne und traditionsreiche Stadt am Atlantik hat schon viele berühmte Menschen beherbergt. Die Gebäude spiegeln Wohlstand wieder. Der Tourismus sorgt auch heute noch für gut gefüllte Hotelbetten, von denen es unzählige zu geben scheint. Hier atmet vieles den Geist ganzvoller, längst vergangener Tage. Untypisch für die Normandie ist der lange ebene Sandstrand in Deuaville. Wir nehmen die letzten Sonnenstrahlen auf einem Spaziergang entlang der Strandpromenade mit. Die historischen Strandkabinen tragen allesamt Namen von Berühmtheiten. Touristen fotografieren die Namen auf den Schildern. Wir Menschen verhalten uns bisweilen schon merkwürdig.Wir schlafen im Hotel …. das innen und außen vermittelt, wann es entstanden ist. Üppige Kronleuchter und kunsthandwerklich verarbeitest Holz prägen Foyer und Bar. Die Zimmer wurden renoviert. Die Bäder könnten einen Neubau schmücken. Ein saftiger Fisch aus dem nur wenige Meter entfernten Atlantik bekämpft geschmackvoll unseren Hunger. Selbstredend will der Genosse aus dem Meer in guten Französischem Weißwein ein letztes Mal schwimmen. Am Sonntagmorgen treffen wir Liebespaare und Familien am Strand. Das Wetter ist bestens und die Sonne wärmt Körper und Geist. Die würzige Atlantikluft tut gut. Kein Anzeichen von der Allergie, die viele von uns um diese Jahreszeit quält.

Unser Spider darf natürlich nicht mit zum Strand. Aber am Nachmittag genießen wir mit ihm die nah am Meer verlaufende Küstenstraße. Ein Kaffee mit normannischem Apfelkuchen und etwas heimischem Calvados darüber versüßt uns den Abschied. Unser Fiat 124 Spider bringt und nun auf dem schnellsten Weg zurück. Unsere Gedanken waren dank unserer Wochenend-Cabrio-Tour weit weg vom Alltag. Ein kleiner Urlaub. Wir sollten das öfter machen.

Technische Daten

Fiat 124 Spider Lusso

Länge, Breite, Höhe (m): 4,06, 1,74 , 1,23
Radstand (m): 2,31
Motor: Reihenvierzylinder, Turboaufladung
Hubraum (ccm): 1368
Leistung: 103 kW / 140 PS bei 5000 U/min
Max. Drehmoment: 220 Nm ab 2250 U/min
Kraftübertragung: Sechsgang, manuell,
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,5 Sek.
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 217
ECE-Durchschnittsverbrauch: 6,4 l
CO2-Emissionen: 148 g/km (Euro 6)
Effizienzklasse: E
Gepäckraumvolumen: 190 l
Leergewicht /Zuladung: 1125 kg / 190 kg
Tankvolumen: 45 l
Preis: 26.490 Euro