E-Fuels: Von 70 Cent bis zehn Euro
Nachdem Berlin sein Veto angedroht und Brüssel seine eigentlich für morgen geplante Entscheidung vertagt hat, rücken synthetische und biobasierte Kraftstoffe wieder stärker in den Blickpunkt einer ausschließlich auf Elektromobilität fokussierten Klimadebatte bei der CO2-Reduzierung im Straßenverkehr. Während Mineralölverbände positiv auf die neu angestoßene Debatte reagieren, sind Verbraucher vor allem wegen der möglichen Kraftstoffkosten verunsichert. Die Bundesregierung rechnet derzeit mit rund 4,50 Euro für einen Liter e-Fuel. Ein Unternehmen, das den alternativen Kraftstoff bald in Berlin anbieten will, spricht von fünf bis sechs Euro. Das Handelsblatt schreibt sogar von zehn Euro. Andere nennen weit niedrigere Zahlen.
Der Interessenverband eFuel Alliance beispielsweise erklärt, die Herstellungskosten für einen Liter würden bei einer Beimischungsquote von vier Prozent zu herkömmlichen Kraftstoffen schätzungsweise zwischen 1,61 Euro und 1,99 Euro betragen. Bis zum Jahr 2050 könnte der Preis für einen Liter reinen e-Fuels auf 0,70 Euro bis 1,33 Euro sinken.
Auch Uniti, der Verband mittelständischer Mineralölunternehmen in Deutschland, spricht von „oft absurd hohen Literpreisen“, die kommuniziert würden. Die aktuellen Berechnung stützten sich vor allem auf die derzeitigen Preise aus aktuellen Pilot- und Kleinstanlagen wie sie beispielsweise Porsche in Chile betreibt. Wichtige Kostensenkungseffekte blieben dabei unberücksichtigt, sagt Uniti-Hauptgeschäftsfüher Elmar Kühn. So würden e-Fuels zu Beginn zunächst einmal nur in geringen Mengen herkömmlichem Benzin und Diesel beigemischt.
Durch den Ausbau von Produktionskapazitäten und durch positive Skaleneffekte könnten die Herstellungskosten zukünftig aber deutlich gesenkt werden, wenn der Beimischungsanteil der e-Fuels allmählich steige. „Es ist davon auszugehen, dass Kraftstoffe mit e-Fuels-Beimischung von Beginn an für die Autofahrer nur einige Cent je Liter teurer als rein fossile wären und auch in den Jahren des Markthochlaufs für die Autofahrer bezahlbar wären.“ Experten erwarten laut Uniti, dass die Produktionskosten mittelfristig auf rund einen Euro je Liter sinken. (aum)
Foto: Porsche
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