Audi TT Roadster – Klassiker neu aufgelegt
Audi ist mit dem TT etwas gelungen, was Auto-Designern nur selten gelingt. Einen Klassiker so zu verändern, dass er noch immer der Klassiker bleibt und doch auch eindeutig als „der Neue“ erkannt wird. Der neue TT gefällt mir ausgesprochen gut. Feine Kanten und klare Linien haben Einzug gehalten und die betont rundlichen Formen abgelöst. Die optische Erscheinung des neuen TT ist für mich Ausdruck von modernem Automobildesign.
Das gilt nicht zuletzt für den Innenraum, wo die Audi-Verantwortlichen etwas mehr gewagt haben. So dürfte die Konzentration auf nur einen Bildschirm – den hinter dem Lenkrad – nicht bei allen gut ankommen. Mir gefällt’s prima. Und auch das Bediensystem des neuen TT ist innovativ. So etwa die Einstellung von Temperatur, Gebläsestufe oder Sitzheizung im Zentrum der Luftauslassdüsen. Mir erscheint es sinnvoll, die Bedienung dorthin zu legen, wo auch die Funktion ist. Denn dort schaut man intuitiv hin und findet beim TT auch die Bedienung.
Mich beeindruckt das virtuelle Display mit seinem klaren Bild und den vielfältigen Einstellmöglichkeiten dessen, was im Display anzeigt wird. Auch wenn man – einmal eingestellt – hier wohl nicht ständig eingreift, kann jeder TT Besitzer nun sein Lieblingsdisplay wählen. Das braune Leder und die strukturierten Aluflächen stehen unserem mittelgrauen TT innen perfekt. Auch sonst alles bestens verarbeitet und piekfein. Im neuen Audi TT fühlt sich meine Körpergröße von 1,86 Meter gut untergebracht. Im Unterschied zum Porsche Boxster, in dem ich mich immer etwas zu groß geraten fühle und den ein oder anderen Zentimeter mehr schätzen würde. Im TT passt das dagegen wunderbar.
Macht Wind
Die reduzierte Kraft der Herbstsonne kämpft sich erfolgreich durch die diffusen Wolken und das Verdeck muss weichen. Also Knopf drücken und in wenigen Sekunden ist der Blick nach oben frei. Nun dürfen Wind und Sonne in die Haare. Das geschlossene Dach sperrt Umwelt- und Fahrtgeräusche übrigens ausgesprochen gut aus. Bis Tempo 50 lässt es sich auch in Fahrt öffnen und schließen.
250 Stundenkilometer müssen nicht sein
Soweit die statische Betrachtung, bei der es natürlich nicht bleiben soll. Start-Knopf drücken und den Sound des 230 PS-Turbo–Benziners genießen. Er klingt sportlich ohne dabei prollig laut zu werden. Erst beim Herunterschalten in Fahrt zeigt er sich wilder. Passt wunderbar. Der kraftvolle Turbo stellt 370 Newtonmeter breit, ist bei Bedarf in 5,6 Sekunden auf 100 und erst bei 250 Stundenkilometern ist Schluss mit lustig. Man muss diese Spitzengeschwindigkeit ja nicht nutzen. Schon gar nicht offen. Denn schon bei Landstraßengeschwindigkeit fegt der Herbstwind, trotz des automatisch ausfahrenden Windschotts (gegen Aufpreis von 460 Euro) ordentlich durch den Innenraum.
Nackenheizung verlängert Cabrio Saison
Der Berg ruft, ich gebe mutig Gas und das Doppelkupplungsgetriebe nimmt seine Arbeit schnell und willig auf. Bei etwa 3.500 Touren sorgt eine Klappe im Auspuff für mächtiges Röhren. Geiler Sound. Das sportlich straffe Fahrwerk des TT hält den Roadster auch in schnell gefahrenen Kurven sicher in der Spur. Kein Rucken und kein Zucken lässt den Fahrer daran zweifeln, auch wenn die Reifen schon unter der Last jaulen. So werden Bergstraßen zu den wahren Prachtstraßen. Der Testverbrauch während unserer Testfahrten lag übrigens – je nach Fahrweise und Streckenprofil zwischen 8 und 11 Litern auf 100 Kilometer.
Der Preis ist zu heiß
In der Preisklasse um die 40.000 Euro gibt es für mich keinen besseren Roadster. Er verbindet seriöse Qualität mit ansprechender Optik und passenden Fahrleistungen. Als Quattro mit dem wunderbaren Doppelkupplungsgetriebe kostet der 230-PS-Roadster ab 42.400 Euro. In diesem Preis sind das elektrisch öffnende Dach, Xenonlicht, Sportsitze und LED-Rückleuchten beinhaltet. Weil unser Testwagen darüber hinaus jedoch alles an Bord hat, was ihn gut und teuer macht, liegt sein Preis bei runden 60.000 Euro. Das ist mir für ein Auto in dieser Klasse dann doch deutlich zu viel.
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