VW Polo – Der Polo unter den Kleinwagen
Alles neu macht der Mai – Mehr als ein Facelift für den Klassiker
Der VW Polo ist längst ein Klassiker. Ich kann mich noch gut erinnern, als dieses spartanisch ausgestattete Minimalauto 1975 auf den Markt kam. Schon damals bot der Kleine viel Platz, war aber eine ziemlich leere Blechkiste. Etwas besser ausgestattet gab es ihn damals als Audi 50. 39 Jahren ist das nun her. In dieser Zeit wurde der Polo besser ausgestattet und VW hat unvorstellbare 14 Millionen Stück des Kleinwagens auf der ganzen Welt verkauft. Allein im Jahr 2013 entschieden sich 721.000 Neuwagenkäufer für den bewährten Kleinwagen der Wolfsburger.
Jetzt rollt die fünfte Generation des deutschen Bestsellers zu den Händlern. Gegenüber dem Vorgänger haben die VW-Designer optisch wenig verändert. Es wurden eher kleinere Retuschen vorgenommen, als ein völlig neues Design entworfen. Warum sollte man ein erfolgreiches Konzept auch komplett verwerfen? Wer genau hinschaut, wird Veränderungen an der Front mit ihren neuen Stoßfängern und den größeren Lufteinlässen erkennen. Eine Chromspange verbindet nun die Nebelscheinwerfer optisch. Die VW-Strategen wollen vor allem durch Veränderungen unter dem Blech alte und neue Kunden anziehen. So sind für den Polo nun moderne Assistenzsysteme verfügbar, die bisher der Kompakt- und Oberklasse vorbehalten waren. Zudem ein gibt es ein neues Infotainment-System und – vor allem – neue Motoren, die sämtlich die EU-6-Norm erfüllen.
Die Polo-App
Das optionale „MirrorLink“-System holt (für 170 Euro extra) Inhalte vom Smartphone, wie Mails, Anrufe und natürlich Apps, auf das 6,5-Zoll-Farbdisplay und kann darüber bedient werden. Leider funktioniert das vorläufig nur für Android-basierte Smartphones. Wer also sein iPhone koppeln möchte, hat bis auf weiteres Pech.
Dreizylinder an die Macht
VW setzt beim Polo stark auf 3-Zylinder-Aggregate. Schon in der Basismotorisierung, dem 1,0-Liter-3-Zylinder mit 60 PS (44kW) ist die sogenannte Multikollisionsbremse verbaut, die bei einem drohenden Auffahrunfall eine Notbremsung einleitet, auch um weitere Unfälle zu vermeiden. Das City-Notbremssystem und auch die automatische Distanzregelung (ACC) sind gegen Aufpreis (290 Euro) für den Polo verfügbar. Ab mindestens 12.450 Euro ist der Polo nun zu haben.
Allerdings habe ich mir auf den Testfahrten rund um den Tegernsee die Frage gestellt, ob der kleine Benziner in Kombination mit dem Fünfganggetriebe für den Polo wirklich die richtige Wahl ist. Denn selbst wenn ich bei Überholvorgängen voll auf´s Gas gestiegen bin, kam der rund 1.000 Kilogramm wiegende Polo nicht gut aus den Puschen. Wenn dann noch der 280 Liter fassende Gepäckraum gefüllt und sich vier Erwachsene mit an Bord wären, stellte sich wohl endgültig die Frage der Mobilität. Der Durchschnittsnormverbrauchswert von 5,0 Liter auf 100 Kilometer würde in diesem Fall wohl nicht annähernd erreicht werden. Auf meiner Testfahrt (allein und ohne Gepäck) hat 60 PS 3-Zylinder im Schnitt 5,8 Liter Super verbraucht.
Mehr Spaß hat mir der 1,0 Liter 3-Zylinder mit 75 PS (55kW) gemacht. Er kostet zwar 800 Euro mehr, passt aber prima zum Polo und dem, was man von ihm erwartet. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 173 Kilometer pro Stunde. Den Sprint von 0 auf Tempo 100 gelingt ihm in 14,3 Sekunden. Auch mit dieser Motorisierung ist der Polo also kein Sportler, aber das muss er ja nicht sein. Für Ambitionierte bietet VW den Polo auch mit einem 90 PS und sogar mit einem 110 PS leistenden Benziner an.
Etwa knurrig und nicht ganz frei von Vibrationen gehen die neuen Vollaluminium-Dreizylinder-Diesel mit 1.422 ccm Hubraum in der 75 PS (ab 15.600 Euro) und der 90 PS Variante an´s Werk. Preislich stellen die Diesel jedoch ein ordentlicher Sprung gegenüber den Benzinern dar. Dafür erfreut der Diesel mit dynamischen Vortrieb, geringem CO2 Ausstoß (88 g/km) und einem besonders niedrigen Durchschnittsnormverbrauch von nur 3,4 Litern. Auf meiner Testfahrt mit dem Selbstzünder standen dann zwar runde 4,5 Liter auf der Anzeige, aber das ist ja noch immer ein sehr guter Wert, der wohl noch besser ausfallen könnte, würde VW anstatt der 5-Gang-Handschaltung eine 6-Gang-Variante (wie beim 110 PS Benziner) anbieten. Auch der Fahrspaß könnte davon profitieren. Das ohne erkennbare Zugunterbrechung arbeitende automatische 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist leider nur für die beiden 90 bzw. 110 PS leistenden Benziner zu haben.
Cross Polo für den Großstadtdschungel
Wer aus der klassischen Polo-Optik ausbrechen möchte, der kann sich für den Cross Polo entscheiden. VW nennt ihn den Polo für den „Urban Jungle“. Und tatsächlich punktet der in SUV-Optik verblendete Kleinwagen mit schicken Off-Road-Details. Zum Marktstart gibt es für den Cross Polo ab 18.425 Euro.
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