Die Reise in eine neue (Dienstwagen-) Welt beginnt jetzt. Mit dem neuen Audi A6 Avant.
Er ist aktuell das kompromissloseste Fahrzeug der Oberklasse im Hinblick auf Digitalisierung und Bedienung. Zusätzlich begeistert er mit einem besonders dynamischen Äußeren. Für die ersten Testfahrten habe ich den Audi A6 Avant 45 TFSI Quattro gewählt.Der neue Audi A6 Avant basiert zwar auf der bereits hier vorstellten Audi A6 Limousine, dennoch haben es die Designer geschafft mit dem praktischeren Avant die schönere Modellvariante auf die Beine zu stellen, getreu dem Audi-Motto „Schöne Kombis heißen Avant“.

Mir hat es der Audi A6 Avant in der Lackierung Sepangblau metallic (Individual-Lack!) und der Ausstattungslinie Design mit S-Line Exterieurpaket angetan. Diese Farbe steht ihm in der sportlichen Ausstattungslinie richtig gut. Bis zur C-Säule folgt das Äußere des Avant übrigens dem der Limousine mit dem breiter gewordenen Singleframe Grill und den streng blickenden Matrix-LED Scheinwerfern. Spätestens beim Blick von der Seite auf die neueste Avant-Generation aus Ingolstadt, erkennt auch der Laie was die Designer hier für ein Spiel mit uns treiben. Optisch scheint der Audi A6 Avant nämlich durch die extreme Schrägstellung der Heckklappe zu einer Art Shooting-brake wird. So avancisiert der Avant quasi zum Designerstück, das zudem praktischer Alltagsbegleiter sein kann.

Keine Sorge liebe Väter, Audi hat bei aller Schönheit den Nutzwert nicht aus dem Auge verloren. Das untermauern die leicht verbesserten Platzverhältnisse im Heck mit mehr Bein- (+21 mm) und Kopffreiheit (+9 mm). Unverändert passen in den Gepäckraum 565 – 1.680 Liter. Mit den an den „Ur-Quattro“ erinnernden Kotflügeln und den Auspuffblenden steht der A6 Avant satt und kraftstrotzend auf dem Asphalt.

Im Innenraum haben die Entwickler die vorläufige Endstufe der Digitalisierung mit maximal reduzierter Zahl von Bedienelementen geschaffen. So erwarten den Fahrer drei hochauflösende Displays, über die er mit Informationen in unterschiedlicher Form versorgt wird. Da ist zum einen das bekannte 12,3 Zoll große Audi Virtual Cockpit. Es stellt keine Neuheit mehr dar, sondern liefert nun noch etwas besser aufgelöst alle fahrrelevanten Daten auf Wunsch. Wer dieses nicht weiter beachten will, greift zum neuen, vergrößerten Head-Up Display und braucht für Fahrinformationen den Blick nicht mehr von der Straße abzuwenden.

Den 10,1 Zoll großen Multimediaschirm kennen wir auch schon. Neu ist hingegen die flachere Menüstruktur – ähnlich einem Smartphone für das MMI-Bedienkonzept. Besonders gut gefällt mir die große Individualisierungsmöglichkeit für das Display. So können Kacheln nicht nur verschoben, sondern auch gleich in eine Favoriten-Liste als Direktwahltaste abgelegt werden, was die Bedienung intuitiver und schneller gestaltet. Das eigentliche Highlight ist das Display unterhalb des Multimedia-Screens. Der 8,6 Zoll (diagonal) messende Bildschirm beherbergt nämlich erstmals die Klimasteuerung, das Touchpad für Adresseingaben und Direktwahltasten für die Assistenzsysteme.

Damit die Bedienung noch leichter von der Hand geht, verfügen beide Displays über haptisches und akustisches Feedback. Sollte sich der Fahrer dennoch einmal überfordert fühlen mit der Menüstruktur – oder schlicht und ergreifend eine Phobie vor Fingertapsern auf dem Monitor haben – kann die Bedienung auch mittels Sprachassistent erfolgen. So sind natürliche Sprachbefehle wie etwa „Stell die Temperatur auf 22 Grad“ möglich. Diese funktioniert in den meisten Fällen erstaunlich zuverlässig. Es erfordert aber eine gewisse Überwindung, mit seinem Fahrzeug – ähnlich „Knight Rider“ – zu sprechen.

In der Praxis bleibt eine etwas tief angebrachte Position der Bildschirme beim Fahrer haften. Gerade wer den Wagen nicht täglich oder über einen längeren Zeitraum bewegt, wird hin und wieder verwirrt sein bei der Suche nach einzelnen Einstellmöglichkeiten. Etwas kritischer ist zu sehen, dass der Fahrer dabei zu lang die Sicht von der Straße und damit vom Verkehrsgeschehen nehmen könnte.

Weil die Diesel-Diskussionen nach wie vor hohe Wellen schlägt, ist der neue Audi A6 Avant 45 TFSI (Benziner) Quattro eine ernsthafte Überlegung – selbst für manch eingefleischten Fan dieses Antriebssystems. Der 45 TFSI mit seiner 245 PS Maschine stellt nicht nur mehr Leistung als der Zwei-Liter-Vierzylinder Diesel bereit, mit 370 Newtonmetern Drehmoment bietet er kaum weniger Zugkraft. Und weil er dabei leichter auf der Vorderachse liegt, kommt ein echtes Plus an Fahrleistungen heraus. So sprintet der gut 1,8 Tonnen schwere Allrad-Kombi in nur 6,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und rennt auf der Autobahn sogar 250 Stundenkilometer schnell.

Bei meiner ersten Ausfahrt von Frankfurt aus nach Neckarsulm durfte der Zwei-Liter-Motor zeigen, was in ihm steckt, wenn der übliche Termindruck auf seinem Fahrer und dessen Gasfuß lastet. So ging es flott über die Autobahn gen Audi-Forum mit einer eingestellten Reisegeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern.

Zwischensprints absolviert der Vier-Zylinder souverän und mit ausreichenden Kraftreserven selbst noch oberhalb von 180 Stundenkilometern. Dank prädikativem Effizienz-Assistenten deutet sich eine vor uns liegende Geschwindigkeitsbegrenzung an – also Fuß vom Gas. Jetzt tankt der neue Zwei-Liter-Motor Kraft dank Mild-Hybrid Technik. Der Riemen-Starter-Generator speist dabei Energie in eine kleine Li-Ionen Pufferbatterie unter der Fondssitzbank. Beim „Segeln“ mit abgeschaltetem Motor sorgt das dafür, dass unser 12V-Bordnetz (48V bei den V6 Triebwerken) zudem mit ausreichend Strom für alle Aggregate versorgt wird. Zusätzlich spart das Abschalten des Verbrenner-Prozesses auch Sprit und sorgt für weniger Reibung mit längeren Roll-Phasen.

Wer den prädikativen Effizienz-Assistenten und die Sparempfehlungen beherzigt, der schafft es sogar mit dem schweren Audi A6 Avant 45 TFSI Quattro Verbrauchswerte von rund 6 l/100km zu realisieren.

Der Verbrauch

Das Resultat meiner eiligen, ineffizienten Dienstfahrt war am Ende laut Bordcomputer ein Verbrauch von 9,4 l/100km. Zufriedenstellend, zumal der kleine Antrieb allzu oft von mir gefordert und komplett frei von jeglicher verbrauchsfördernden Fahrweise bewegt wurde.

Wer jetzt zurecht sagt, dass der kleine Turbo-Diesel (40 TDI) sparsamer ist, dem stimme ich zu. Jedoch gilt zu bedenken, dass dieser einen nicht unerheblichen Teil des Kostenvorteils durch die AdBlue-Abgasnachbehandlung einbüßt, zumal der Benziner dank wartungsfreiem Otto-Partikelfilter keine zusätzlichen Kosten verbuchen muss. So kann es am Ende sogar zur Kostenneutralität kommen.

Luxus steht hoch im Kurs

Luxus steht beim neuen Audi A6 Avant hoch im Kurs. Kein Audi Avant war bis dato solch ein Charmeur wie die 8. Generation. Angefangen beim formidablen Individual-Multikontursitz mit Massagefunktion, über das adaptive Fahrwerk bis hin zu über 39 Assistenten für Sicherheit und Komfort.

Wer mit seinem neuen Audi A6 Avant viel auf langen Strecken unterwegs ist, der kann sich seinen Audi A6 Avant zum Wohlfühltempel aufrüsten lassen. Alles was das Luxus-Herz begehrt und bislang nur aus dem Flaggschiff Audi A8 bekannt war, lässt sich nun für den Dienstwagenheld ordern. Feinste Polster, hervorragende Sitze, mehrere Massage-Programme, eine Sitzheizung und Belüftung oder gar ein Beduftungssystem für den Innenraum. All diese Feinheiten sind möglich, wenn der Kunde breit ist, die Aufpreise dafür zu entrichten. Musikkenner wählen aus drei optionalen Sound-Systemen für den perfekten Reiseklang an Bord, während sich die Assistenzsysteme um den korrekten Abstand, die Spurführung oder eine Notbremsung im Fall der Fälle kümmern.

Sänfte oder Sportgeräte? Am liebsten beides!

Neben dem Standardfahrwerk kann der Käufer ein S-Line Sportfahrwerk, adaptive Dämpfer oder (nur bei V6-Motoren) gleich auf ein adaptives Luftfahrwerk setzen. In meinem Testwagen ist das adaptive Dämpfersystem verbaut, welches eine gute Spreizung aus sanftem Federungskomfort auf schlechtem Asphalt oder straffer Auslegung bei Kurvenhatz bietet. Sportfahrern und Großstadt-Jüngern sei die Allradlenkung ans Herz gelegt. Denn mit ihr reduziert sich nicht nur der Wendekreis um bis zu einem Meter, sie macht aus dem A6 Avant auch einen überaus agilen Kurvenräuber.

Liebe Audi-Leute, nehmt die Farbe „Sepangblau“ bitte in Eurer normales Farbportfolio auf, denn sie passt perfekt zu diesem Allround-Dienstwagen. Ach ja, und wenn ihr schon dabei seid, legt auch noch ein Poliertuch mit ins Handschuhfach für die Displays und Oberflächen. Denn so bleibt der edle Eindruck deutlich länger erhalten. Beim Antrieb würde ich den 45 TFSI wählen, weil er einen guten Kompromiss aus Leistung und Effizienz bietet.

Und was kostet der Spaß?

Wer meinen Testwagen haben möchte, sollte mit gut 80.000 Euro rechnen. Wobei die meisten A6 Avant wohl geleast werden dürften. Die monatlichen Leasing-Raten lesen sich da bekanntlich deutlich leichter.

Antriebsversionen für den Audi A6 Avant

45 TFSI Quattro55 TFSI Quattro40 TDI Front45 TDI Quattro50 TDI Quattro
4-Zyl BenzinV6 Benzin4-Zyl DieselV6 DieselV6 Diesel
2,0 Liter3,0 Liter2.0 Liter3,0 Liter3,0 Liter
7-Gang S-Tronic7-Gang S-Tronic7-Gang S-Tronic8-Gang Tiptronic8-Gang Tiptronic
245PS – 370Nm340PS – 500Nm190PS – 400Nm231PS – 500Nm286PS – 620Nm
6,8s 0-100km/h5,3s 0-100km/h8,3s 0-100km/h6,5s 0-100km/h5,3s 0-100km/h
250 km/h250 km/h241 km/h250 km/h250 km/h
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