Kompakte SUVs sind bei nahezu allen Autoherstellern seit geraumer Zeit der große Renner. Das gilt auch für Suzuki. Und die japanischen Allrad-Spezialisten haben schon früh auf diesen Trend gesetzt, ja ihn mit begründet. So wird der Vitara bereits seit 1988 gebaut. Seither wird der im unteren Preis-Segment angesiedelte SUV immer wieder technisch und optisch auf den Stand der Zeit gebracht. Nun kann das Modelljahr 2019 bei den Suzuki-Händlern in Augenschein genommen werden. Wir haben den trendigen Suzuki, der zu Preisen ab 18.650 Euro angeboten wird, auf den Bergstraßen um Berchtesgaden unter die Lupe genommen.

Suzuki Vitara 2019

Es sind aktuell zwei Benzinantriebe für den Vitara zu haben. Ein 3-Zylinder-Aggregat, das 111 PS bereitstellt und ein 4-Zylinder, der 140 PS auf die Straße zaubern kann. Beide Varianten können gegen Mehrpreis von 2.250 Euro mit Allradantrieb bestellt werden. Für 1.500 Euro mehr gibt es ein 6-Gang-Automatikgetriebe. Wir haben den „kleinen“ Antrieb mit dem serienmäßigen 5-Gang-Schaltgetriebe und Allradantrieb getestet.

Suzuki Vitara 2019

Um es vorweg zu nehmen, die meisten Käufer werden mit dem 111 PS Drei-Zylinder bestens zurecht kommen. Der rund 1.200 Kilo schwere Vitara schnattert system-typisch vor sich hin, zeigt nur eine leichte Anfahrschwäche vor dem Turboeinsatz und erst im höheren Drehzahlbereich geht ihm die Puste tendenziell aus. Suzuki gibt als kombinierten Normverbrauch für diese Variante 5,7 Liter an. Auf unseren überwiegend dynamisch gehaltenen Testfahrten hat der Bordcomputer einen Verbrauch von 8,1 Liter ausgespuckt. Nicht wirklich wenig. Der neue Vitara fährt sich mit seinem Radstand von 2,50 Meter angenehm, er zeigt keine Tücken. Das gilt für alle Straßenarten. Sein Fahrwerk ist volkstümlich abgestimmt. So muss das sein.

Ein Sportler will und kann er nicht sein. Aber ein unkompliziertes City-SUV mit ordentlich Raum. Sein Wendekreis ist indes nicht wirklich city-freundlich.

Preise ab 18.650 Euro

Das optionale Allrad-System des Vitara bietet durch den Antrieb an allen 4 Rädern zusätzliche Traktion und damit Sicherheit. Aus 4 Fahrmodi kann der Fahrer wählen. Im „Auto“-Modus wird der Vitara zunächst ausschließlich an den Vorderrädern angetrieben. Sobald sie nicht mehr ausreichend Grip haben, werden automatisch und stufenlos die Hinterräder dazu geschaltet. Diese Technik soll Benzin sparen. Die Einstellung „snow“ sorgt für stabileres Fahren auf rutschigem Untergrund. Der „Sport“-Modus verbessert das Verhalten des Vitara in schnell gefahrenen Kurven. Mit dem „Lock“-Modus kann man das SUV aus Sand, Schlamm oder Schnee befreien.

Suzuki Vitara 2019

Allradantrieb schaltet Hinterachse (im Auto-Modus) automatisch zu 

Doch nun zum Innenraum. Innen fällt der 4,17 Meter lange Vitara nach wie vor analog aus. Auch wenn im oberen Bereich des Armaturenbretts weicher Kunststoff verwendet wird, herrscht ansonsten eine preiswert erscheinende Plastik-Landschaft. Wobei hier der relativ geringen Einstiegspreis milde stimmen sollte.

Das mittig angebrachte Kommunikationssystem mit farbiger Bildschirmdarstellung erklärt sich schon nach wenigen Versuchen von selbst. Es reagiert allerdings bisweilen etwas träge, was sich vor allem beim Navi negativ auswirkt. So fuhr der Wagen in der Darstellung immer wieder deutlich neben der Straße. Das macht die Orientierung schwierig.

Vor der Rückbank fällt der Fußraum klassentypisch gering aus. Für Kinder reicht das aber gut. Erwachsene wollen hier nicht auf langen Strecken verweilen. Der Kofferraum des Vitara kann bis zu 375 Liter Gepäck aufnehmen. Werden die Lehnen der ein zu Zwei Drittel teilbaren Rückbank umgeklappt, entsteht zwar ein deutlich größeres Gepäckfach (bis zu 1.120 Liter), das jedoch nicht eben ist, was die Beladung erschwert. Wer einen Anhänger nutzen möchte, darf mit dem Vitara bis zu 1.200 Kilo ziehen (gebremst).

Analoges Bediensystem

Suzuki hat die Chance genutzt und auch weitere bzw. verbesserte Assistenten adaptiert. So ist nun ab der Ausstattungslinie „Comfort“ ein Auspark-Assistent beinhaltet, der beim rückwärtigen Ausparken bei querendem Verkehr eingreift und so Unfälle verhindern kann. Der Notbrems-Assistent (ab Comfort) nutzt Radar- und Laser-Sensoren und leitet bei Bedarf selbsttätig eine Notbremsung ein.

Suzuki Vitara 2019

Auch der adaptive Tempomat nutzt das Radar-System des Vitara, um die Distanz des Wagens zum Vorausfahrenden zu berechnen und die Geschwindigkeit anzupassen. Macht das vorausfahrende Auto Platz, beschleunigt der Vitara wieder auf die zuvor eingestellte Geschwindigkeit.

Auch optisch wurde der neue Vitara aufgemotzt. Wie der Jimny trägt er auf dem neu gestalteten Kühlergrill 6 vertikal angebrachte Chromleisten. Und auch im Frontspoilerbereich werten Chromzierteile den Vitara optisch auf.

Resümee: Unser Testwagen mit dem ausreichend flotten 111-PS-Motor, 5-Gang-Handschaltung, der Comfort-Ausstattung und Allradantrieb kostet mindestens 23.550 Euro. Dafür bekommt man ein trendiges SUV, das auch im leichten Gelände klar kommt und ausreichend Platz für kleine Familien bietet. Beinhaltet ist zudem eine 3 Jahre währende Garantie (bis maximal 100.000 km). Optisch ist der Vitara im Modelljahr 2019 noch etwas gefälliger geworden. Das Bedien-System zeigt sich analog und gut verständlich. Wer zum Kauf eines Vitara neigt, sollte beim Suzuki-Händler eine Probefahrt unternehmen. Danach kann man persönlich deutlich besser beurteilen, ob der Vitara in die engere Wahl kommt.

Suzuki Vitara 2019

Technische Daten: Suzuki Vitara

Fünftüriges, fünfsitziges Sports Utility Vehicle,

Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.170/1.775 /1.595/2.500,

Leergewicht: 1.230 kg,

Zuladung: 500 kg,

Anhängelast gebremst/ungebremst: 1.200/400 kg,

Kofferraumvolumen: 375 – 1.120 l,

Tankinhalt: 47 l,

Preis: ab 18.650 Euro.

Antrieb: Dreizylinder-Turbobenziner,

Hubraum: 998 ccm,

Leistung: 82 kW/111 PS bei 5.500 U/min,

max. Drehmoment: 170 Nm bei 2.000 U/min,

0-100 km/h: 12,0 s,

Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h,

Normverbrauch: 5,7 l Super/100km,

CO2-Emission: 129 g/km,

Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp.