Seat Ateca – der Stier unter den kompakten SUVs

Besteigt man den Seat, so kommt dem Matador die erhöhte Position zugute. Denn selbst einem in die Jahre gekommen Torero fällt der Einstieg hier leicht. Er sitzt bequem und hat von hier aus das Geschehen gut im Blick. Der Drehregler für die Fahrmodi und die Position des pulsierenden Startknopfes in der Mittelkonsole erinnern schon stark an den Tiguan. Lediglich bei altersbedingter Nackensteifigkeit hilft die vergleichsweise unvorteilhafte Rundumsicht dem alternden Helden kaum. Dieses Manko lässt sich aber leicht durch das 360 Grad Kamerasystem beheben, welches das Auto aus der Vogelperspektive zeigt. Mit diesem System werden selbst engste Parkmanöver gemeistert. Ein Kinderspiel namens „Blinde Kuh“, nur eben – dank der Technik – ohne Augenbinde.
Der Zugriff auf den Konzernbaukasten bringt den Vorteil, dass sich die Spanier kostengünstig einer Vielzahl technischer Features bedienen können. So ist der Ateca optional mit LED-Scheinwerfern, Stau-Assistenten, einem Abstandsregel-Tempomaten, einem Spurhalteassistenten, einer Einparkautomatik, einem Querverkehrwarner, serienmäßig mit „Front Assist“ (inkl. Fussgängererkennung) oder einem elektrischen Kofferraum mit Fussgestensteuerung (öffnen UND schließen) orderbar. Außerdem steht im Ateca ein modernes Infotainment-System zur Verfügung, welches mit eigenes gewählten Gesten steuerbar ist, online gehen kann oder nach Smartphone Koppelung eingehende Nachrichten vorlesen wird. Lediglich das Head-up Display, der Trailerassist und das Active Info Display stehen nicht zur Wahl.
Und auch bei den Motoren greift man auf Konzern-Aggregate zurück. So stehen zwei Benziner mit 115 oder 150 PS und drei Dieselmotoren, die eine Leistung von 115 bis 190 PS besitzen in der Preisliste. Die leichteste Version des Ateca wiegt lediglich 1.250 Kilogramm. Das kommt in Verbindung mit seinen kompakten Aussenmaßen der Agilität zugute und führt zu einem realen Verbrauch (beim 2.0 Liter TDI mit 190 PS) von 7,4 Litern. Wobei dieser Motor bei einem Beschleunigungswert von 7 Sekunden (halbe Sekunde mehr alsGolf GTI) auf Tempon 100 Durchzugskraft nicht missen lässt und eines wilden Tieres würdig erscheint.
Wer gerne sportlich unterwegs ist, dem vermittelt der Ateca auch ausreichend Fahrdynamik. Nichts destoweniger besitzt das Auto einen eher hohen Schwerpunkt, federt aber sanft ab, krallt sich trotzdem stabil in die Kurven und hat eine wirklich leichtgängige Lenkung. Die Fahrprofile variieren zwischen, Sport, Normal und Eco, zeigen eine eher geringe Differenzierung. Hier werden lediglich Gasannahme und Lenkung beeinflusst. Eine adaptive Dämpfung ist nicht erhältlich. Die stärkeren Motorisierungen werden auch mit Allradantrieb angeboten. Hier gibt es zusätzlich die Fahrprofile für Schnee oder Offroad. Trotz 4×4 wird der spanische Stier nicht zur Bergziege, aber das würde seinem Image von Dynamik und Kraft auch nur bedingt entsprechen.Wesentliche Technische Daten:
Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive DSG Excellence
Länge x Breite x Höhe (in m): 4,36 x1,84 (mit Spiegeln 2,08) x 1,62
Radstand (m): 2,64
Motor: R4-Dieselr, 1968 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 140 kW / 190 PS bei 3500–4000 U/min
Max. Drehmoment: 400 Nm von 1750–3250 U/min
Doppelkupplungsgetriebe
Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,5 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 4,4 Liter
CO2-Emissionen: 115 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1589 kg / max. 616 kg
Kofferraumvolumen: 485–1579 Liter
Max. Anhängelast: 2100 kg
Wendekreis: 10,8 m
Reifen: 225/50 R 18
Preis: 35.850 Euro
Jan Weizenecker
Absolvent der Volks- und Betriebswirtschaftslehre der Albert-Ludwigs Universität Freiburg. Mal in kleinerem, mal in weiterem Radius, aber immer mit der nötigen Portion Humor, berichte ich seit 2012 über die Neuerscheinungen der Automobilwelt.
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