Opel Astra K Facelift – Viel Licht und wenig Schatten
Opel hat dem Astra eine sanfte Auffrischung verpasst. Das altbekannte Modell erstrahlt zwar nicht in neuem Glanz, kann aber mit modernster Lichttechnologie und einem kleinen, aber feinen Dieselmotor überzeugen.
Ganz neu im Astra und überhaupt in der Kompaktklasse ist das Voll-LED-Matrix-Licht IntelliLux: Klingt sperrig, ist aber ein Aha-Erlebnis bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen. Ist der Fernlicht-Assistent aktiviert, werden Vorausfahrende oder Entgegenkommende ausgeschnitten, so dass niemand geblendet wird, der Astra-Fahrer dank ultrahellem Fernlicht aber immer den Durchblick behält. Im Info-Display hinterm Lenkrad erscheint zudem ein Stadtsymbol, wenn ein Ortsschild passiert wird – auch das gibt ein bisschen mehr Orientierung, vor allem im Dunkeln.

Genauso überzeugend wie die neue Beleuchtungstechnologie ist der ebenfalls mit dem Facelift eingeführte 1,5 Liter große Dreizylinder-Turbodiesel, der 90 kW/122 PS leistet und in der Schadstoffklasse Euro 6d einsortiert ist – saubere Sache also. Drei Zylinder sind auch bei Autos jenseits der Kleinwagenklasse im Konfigurator immer häufiger zu finden, und der Kompaktklasse-Kombi Astra Sportstourer, der es aber immerhin auf 4,70 Meter Länge bringt, ist damit bestens gerüstet – sogar für lange Autobahnfahrten. Lediglich 6,6 Liter zeigte die Verbrauchsanzeige im neuen, teils digitalem Kombiinstrument nach 982 Kilometer Strecke, wovon der größte Teil auf schon mal flottere Autobahnfahrten entfiel. Wer es gemütlicher angeht und maximal mit Richtgeschwindigkeit 130 unterwegs ist, drückt den Verbrauch auf unter fünf Liter. Das ist sehr ordentlich und zeigt, dass auch heute noch der Diesel die richtige Wahl für Langstrecken ist.
Aber diese Werte alleine sind es nicht, die den Astra Sports Tourer zu einem empfehlenswerten Reiseauto machen: Zum einen sind bei der gefahrenen Ausstattungslinie „Elegance“ die Opel-AGR-Sitze Serie und in dieser Fahrzeugklasse Benchmark, was Komfort und eben Rückenfreundlichkeit angeht. Zum anderen bietet der Kombi richtig viel Platz: 540 bis 1.630 Liter passen in den Kofferraum bei stehenden beziehungsweise bei umgeklappten Rücksitzen hinein. Wer 145 Euro extra locker macht, bekommt für den Gepäckraum die FlexOrganizer Ausstattung mit vier Befestigungshaken und Schienen im Laderaum. Das Sicherheitsnetz schlägt nochmal mit 180 Euro zu Buche. Teuerstes Extra im Testwagen ist übrigens die sensorgesteuerte Heckklappe für 750 Euro, die zwar „nice to have“ ist, die man sich aber ehrlicherweise sparen kann. Nicht verzichten sollte man hingegen auf den top funktionierenden Verkehrsschild-Assistenten für 400 Euro: Wer ihm glaubt, kann sich so manches Knöllchen sparen.

Ebenfalls für Freude auf langen Strecken sorgt das ausgewogene Fahrwerk, das zwar eher in Richtung straff als in Richtung Sänfte tendiert, aber keineswegs zu hart geworden ist. Der Astra schluckt Wellen und Stöße sehr gut weg und liegt mit seinem Radstand von 2,66 Meter satt auf der Straße.
Zwar sucht der sportlich ambitionierte Fahrer vergeblich eine Taste, um Fahrmodi auszuwählen, aber dennoch lässt sich der Sports Tourer auch etwas flotter bewegen. Klar, 122 PS sorgen nicht für grenzenlose Performance, aber zum Mitschwimmen – auch zum etwas schnelleren – auf der Autobahn reicht die Leistung allemal. Und auch das 9-Stufen-Automatik überzeugt. Die Gangwechsel erfolgen ruckfrei, lediglich beim Kickdown merkt der Fahrer, dass im Getriebe geackert wird.
Etwas ruckelig läuft die 3-Zylinder-Maschine. Vor allem beim Kaltstart sind die Bewegungen des Aggregats zu spüren. Dazu kommt ein recht brummeliger Klang, der aber – dank scheinbar sehr großzügiger Isolierung – kaum in den Innenraum dringt. Das macht sich vor allem bei höherem Tempo bemerkbar: Der flotte Dreier unter der Haube stört keinen Wortwechsel oder – dank Bose-Sound – Musikgenuss.

Verarbeitung und Materialqualität sind der Fahrzeugklasse entsprechend – hier gibt es nichts zu beanstanden. Insbesondere die Flächen, die Fahrer und Beifahrer direkt im Blick haben, sind mit weichem Kunststoff in Lederoptik gut verarbeitet. Seitlich, im unteren Bereich der Türen und der Türtaschen, wird der Kunststoff etwas härter, aber auch das ist inzwischen klassenüblich.
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Dank umfangreicher Serienausstattung kommt der Testwagen Astra Sports Tourer Elegance mit dem 1,5 Liter Diesel und 9-Stufen-Automatik auf 34.550 Euro. Der Grundpreis mit dieser Ausstattungslinie und Motor-Getriebe-Kombination liegt bei 32.225 Euro. Das kann sich sehen lassen.

Technische Daten:
Astra Sports Tourer Elegance
Motor: 1,5 Liter-Dreizylinder-Diesel + Turboaufladung
Hubraum: 1496 ccm
Leistung: 90 kW / 122 PS bei 3500 U/min
Drehmoment: 285 Newtonmeter bei 1500 – 2750 U/min
Getriebe: Neungang-Automatik
0-100 km/h: 10,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Verbrauch: 5,3 l/100 km (WLTP)
CO2-Ausstoß: 141 g/km (WLTP)
Tankinhalt: 48 Liter
Elektrische Reichweite: 55 km
Länge 4.702 mm/ Breite 1.871 mm/ Höhe 1.510 mm
Radstand: 2.662 mm
Kofferraumvolumen: 540-1630 Liter
Basispreis Astra Sports Tourer, Elegance 1.5 Diesel, 90 kW, Start/Stop, 9-Stufen-Automatikgetriebe: ab 32.225 Euro
Mirko Stepan
Ich bin seit Kindertagen fasziniert von allem was fährt. Obwohl der "Magnum-Ferrari" 308 GTS als Initialzündung für die Liebe zum Auto gelten dürfte, können mich Kleinwagen mit E-Aggregat genauso verzücken wie ganz viele Verbrenner-PS. Zudem interessieren mich Hintergründe rund um die Mobilität von gestern, heute und morgen.
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