Nun mit Faltdach und Automatik – Opel Adam “Open Air“
Unseren ersten Artikel über den Kleinstwagen titelten wir 2012 mit „Opel Adam – Rüsselsheimer Rettungswagen?”. Innerhalb von zweieinhalb Jahren wurden über 150.000 Bestellungen europaweit für den Adam aufgegeben. Ob Opel damit gerettet wurde ist schwer zu sagen, zur Rettung beigetragen hat der Adam aber ohne Frage.
Individualität verkauft sich
Das frische Design des Adam wird durch die vielfältige Farbpalette weiter aufgewertet. So kann der Kunde 19 Außenfarben mit 7 Dachfarben und 8 unterschiedlichen Grillspangen kombinieren. Auch die Variantenvielfalt im Interieur passt dazu. Dekorelemente, Color-Pakete und Polster lassen sich konfigurieren. Unser Testwagen ist in seiner Lackierung in “Marangu Green” ein wahrer Paradiesvogel. Die Außenfarbe taucht auch innen immer wieder auf: So am Armaturenbrett, Schlüssel und an Befestigungsösen im Kofferraum.
Das große Swing-Top-Stoff-Faltdach wurde zunächst mit dem Adam Rocks eingeführt, ist nun aber auch in der Variante “Open Air” beim „normalen“ Adam erhältlich. Das Stoffdach lässt auf Knopfdruck frische Luft ins Auto. Bei höheren Geschwindigkeiten dringen die Fahrgeräusche durch das dünne Stoffdach scheinbar ungehindert in den Innenraum. Das gleiche gilt für die Abgase in einem schlecht belüfteten Straßentunnel.
Automatik bremst den Fahrspaß
Unser „1,4 ecoFLEX“ Testwagen (ab 16.995 Euro) war mit einer Start/Stop-Automatik und einem 5-Gang-Automatikgetriebe ausgestattet. Das 87-PS-Aggregat trieb den 1.135 Kilo schweren Adam ordentlich vorwärts, spritzig fährt er sich jedoch nicht. Eine Sporttaste mit der die Schaltzeiten der Automatik verkürzt werden könnten, würde hier helfen. Bei durchgedrücktem Gaspedal führt ein Gangwechsel zu einem leichten Schaukeln. Ich würde in diesem Alltagsauto dennoch das Automatikgetriebe bevorzugen. Wer ausgesprochen sportlich fahren möchte, der sollte jedoch auf das manuell zu schaltende Getriebe ausweichen. Der Durchschnittsverbrauch des Testwagens lag je nach Fahrweise zwischen 4,9 und 6,8 Liter je 100 Kilometer, wobei der gemischte Normverbrauch von Opel mit 4,7 Litern angegeben wird. Übrigens: Der 150 PS starke Adam S kann aktuell nicht mit offenem Dach bestellt werden.
Was er sonst noch bietet
Der Opel Adam passt prima zu Single-Haushalten oder als Zweitwagen für Familien. Während die vordere Sitzreihe ausreichend Platz bietet, reichen die Rücksitze bestenfalls für Kinder. Ein gewöhnlicher Einkauf reicht bereits, um den kleinen Kofferraum an seine Grenzen zu bringen. Aber der Adam ist ja nicht wegen seinen großzügigen Platzverhältnissen so beliebt.
Das Modell Adam “Open Air” (ab 15.190 Euro) verfügt über eine üppige Ausstattung, so ein Radio mit USB-Anschluss und Bluetooth, Tempomat, Klimaanlage und Berg-Anfahr-Assistent. Für einen Aufpreis von 300 Euro kann das Radio “IntelliLink“ mit 7″ Touchscreen bestellt werden. Die “BringGo“ Smartphone-App ermöglicht für einmalig 50 Euro die Navigation über den Bildschirm des Adam. “BringGo” ist jedoch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn schon im neuen Karl setzt Opel auf “Apple CarPlay” und “Android Auto”. Die nur ein- und ausschaltbare Sitzheizung wird auf Dauer ziemlich heiß, hier wäre eine mehrstufige Regelung wohl kaum teurer, aber deutlich angenehmer.
Fazit
Der Opel Adam beeindruckt mit seiner gelungenen Optik und seinen Individualisierungsmöglichkeiten. Mit dem Modell “Open Air” erhöht Opel die Auswahlmöglichkeiten weiter. Die enthaltene Ausstattung für einen Aufpreis von 3.240 Euro gegenüber dem Basis-Adam ist aus meiner Sicht fair gepreist. Schwachpunkte sind das Automatikgetriebe und die Navigationslösung “BringGo”.
Wesentliche Technische Daten des Opel Adam „Open Air“:
Schadstoffarm nach: Euro 6
Motor: 1.4 ecoFLEX mit Start/Stop
Getriebe: 5-Gang-Easytronic
Leistung: 87 PS / 64 kW
Maximales Drehmoment: 130 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 10,7 Sekunden
Norm-Verbrauch (kombiniert): 4,7 L/100 km
Länge x Breite x Höhe in m: 3.698 x 1.720 x 1,484
Radstand: 2.311 m
Ladevolumen: 170 – 663 L
Leergewicht: 1.135 kg
Preis: ab 15.190 Euro
Bastian Meger
Als Wirtschaftsingenieur würde ich mich als Quereinsteiger in Sachen Auto-Journalismus bezeichnen. Durch meine Online-Affinität trage ich zur technischen Umsetzung und zum Marketing des Automagazins bei. Neben kräftigen Motoren und gutem Design faszinieren mich innovative Kommunikations- und Assistenzsysteme.
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