Lotus vor einer neuen Zukunft – mit SUV?
Wenn Totgesagte wirklich vor einem langen Leben stehen, dann wird die britische Sportwagenmanufaktur Lotus noch viele Jahre erfahren. Wenige Unternehmen haben im Laufe ihres Bestehens so oft den Besitzer gewechselt, standen regelmäßig vor dem Aus, nur um dann doch ein Comeback zu feiern. Nachdem im vergangenen Jahr der chinesische Konzern Geely von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet die Mehrheit an Lotus übernommen hat, scheint die Marke wieder einmal vor einer glänzenden Zukunft zu stehen.
Geely, unter anderem Eigentümer von Volvo und London Electric Vehicle Company (LEVC – Nachfolger von London Taxi) und Großaktionär bei Daimler, will in den kommenden Jahren knapp zwei Milliarden Dollar (ca. 1,78 Milliarden Euro) in die Marke investieren. Nach einem Bericht der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg planen die Chinesen, „aus Lotus einen weltweit führenden Luxushersteller“ zu machen.

Sie werden umlernen müssen; die chinesischen Planer sehen dies offensichtlich anders. Als Basis für den Aufbruch in die Luxusliga könnte, so spekuliert Bloomberg, der Volvo XC60 dienen, denn natürlich darf in der Modellplanung kein Crossover fehlen. Auch ein kleines SUV spielt bei den Zukunftsplanungen angeblich eine Rolle. Schließlich hat auch Porsche mit seinen SUV auf die Erfolgsspur gefunden und baut heute in einem Jahr mehr Fahrzeuge als Lotus in seiner 70-jährigen Geschichte.

Aktuell besteht die Lotus-Modellpalette ausschließlich aus den sportlichen Zweisitzern Elise als Roadster und Exige als Coupé sowie dem 2+2-Sitzer Evora. Die Leistungsbreite reicht dabei von 220 PS bis 436 PS. Die bisherigen Pläne sahen zwei neue Modelle im Jahr 2020 vor – einen Supersportwagen, der von einem zusammen mit Toyota entwickelten Motor angetrieben werden sollte, und einen Nachfolger für den Bestseller Elise, der inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist.
Auf jeden Fall ist der Einstieg der Chinesen für Lotus der lang gesuchte Rettungsring. Bleibt am Ende allerdings die Frage, ob die Freunde der Marke dem Kurswechsel folgen oder ob allein die Kraft der Marke ausreicht, die gewünschten Zielgruppen zu überzeugen.

Fotos: Lotus/Geely
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