Generation 8: Golf mit Digitalkompetenz
Wenn Volkswagen einen neuen Golf vorstellt, dann ist großes Interesse innerhalb und außerhalb der Autobranche vorprogrammiert. Anfang Dezember schicken die Wolfsburger Golf Nummer 8 ins Rennen. Wie seine Vorgänger soll er Maßstäbe setzen – diesmal im Bereich Digitalisierung und Hybridisierung.

Gewachsen ist er, der Bestseller der Kompaktklasse, die in Deutschland auch als Golf-Klasse bekannt ist. Am Platzhirsch kommt niemand vorbei. So soll es bleiben.

Deshalb muss der neueste Golf Maßstäbe setzen. Jede Generation hat ihren Golf, hieß es bei der Weltpremiere. Herbert Diess sagte noch kurz vor der Enthüllung der Nummer 8, dass er gespannt sei auf das erste Feedback. Und Jogi Löw, der am Abend bereit eine erste Testfahrt absolvieren durfte, zeigte sich beeindruckt vom jüngsten Wolfsburger Familienmitglied.
Wer eine optische Revolution erwartet hat, wird enttäuscht. Die Maßgabe der sanften Evolution verfolgt VW auch bei Generation 8 weiter. Die klassische Linie samt breiter C-Säule ist geblieben, die Front zwar etwas ausdrucksstärker mit markanten Spangen, die den Bumper einklammern. Der Kühlergrill darüber ist schmaler geworden. Steht ihm gut, das aufgehübschte Gesicht.

Am Heck fallen die frischer gestylten LED-Leuchten auf, die die Rückansicht etwas markanter ausfallen lassen. Sie laufen nun zur Mitte der Heckklappe hin spitz zusammen. Dennoch ist der Neue sofort und von jedem Kind als Golf zu erkennen – Experimente gibt’s nicht im Auftragsbuch des Klassenprimus. Das Design wurde behutsam modernisiert, dank stärker abfallender Dachlinie ist der Neue etwas dynamischer im Auftritt. Nicht verzichten wollte VW auf die Fake-Chromendrohren-Blenden in der Heckschürze – ein solches Detail ist Geschmackssache.

Die Größe des neuen Golf ist nahezu gleich geblieben: Der Achter ist 4.284 mm lang, 1.789 mm breit und 1.456 hoch. Der Radstand beträgt 2.636 mm.Als Ausstatungsvarianten bietet VW „Golf“, „Life“ und „Style“ an, dazu „R-Line“ als besonders sportliche Variante und den GTE als Hybrid mit Spaßfaktor.

Technische Highlights sind es, die Neukunden locken und Bestandskunden noch glücklicher machen sollen, zum Beispiel die Digitalisierung des Kompakten. Alexa ist integriert, und wer ein kompatibles Smartphone hat, kann künftig auf den Fahrzeugschlüssel verzichten. Das Cockpit ist serienmäßig komplett digital – ein Novum in der Kompaktklasse. Moderne Assistenzsysteme runden den Golf 8 mit 4.0-Qualitäten ab, zum Beispiel das Windshield-Head-up-Display, das wichtige Infos wie Geschwindigkeit oder Navigationshinweise ins Sichtfeld des Fahrers bringt oder „IQ.DRIVE“ – das System unterstützt mit intelligentem, aktivem Lenken, Gasgeben und Bremsen bis 210 km/h. Interaktive Matrixlicht-Technologie mit 22 LED sorgt für klare Sicht.
Daneben gibt es die klassischen Antriebe mit Verbrennungsmotoren: Benzin- (TSI), Diesel- (TDI) und Erdgas- (TGI)stehen hier in der Preisliste. Alle Otto- und Dieselmotoren sind Direkteinspritzer mit Turboaufladung mit einer Leistung zwischen 66 kW/90 PS und mehr als 221 kW/300 PS liegen. Zwei Dreizylinder-Benziner mit 66 kW/90 PS und 81 kW/110 PS sowie zwei Vierzylinder-Diesel mit 85 kW/115 PS und 110 kW/150 PS hat VW neu im Programm.

Ungewöhnlich ist der Druck, den VW in Sachen Hybridisierung aufbaut: Gleich fünf Modellvarianten haben als Zusatzaggregat zum Spritsparen einen E-Motor an Bord. Als eTSi sind drei 48V-Mild-Hybridantriebe mit 81 kW, 96 kW und 110 kW zu haben, als eHybrid, die Plug-in-Hybrid-Variante bietet VW zwei Leistungsstufen an. Es gibt den Hybrid-Golf zum Laden an der Steckdose mit 150 kW und als 180 kW leistenden GTE.
Ab Anfang Dezember steht der Golf 8 bei den deutschen Händlern, der Einstiegspreis soll unter 20.000 Euro liegen. Dann muss VW beweisen, dass auch die neueste Golf-Generation ein Kerl mit Führungsqualitäten ist. So, wie es die seit 1974 andauernde Familientradition mit mehr als 35 Millionen verkauften Gölfen verlangt.
Mirko Stepan
Ich bin seit Kindertagen fasziniert von allem was fährt. Obwohl der "Magnum-Ferrari" 308 GTS als Initialzündung für die Liebe zum Auto gelten dürfte, können mich Kleinwagen mit E-Aggregat genauso verzücken wie ganz viele Verbrenner-PS. Zudem interessieren mich Hintergründe rund um die Mobilität von gestern, heute und morgen.
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