Der neue Ford Puma ist ein cooles und praktisches Crossover-Lifestyle-SUV. Andere nennen es auch kleines SUV-Coupe. Mit einem Einstiegspreis von rund 24.000 Euro halten wir den neuen Puma für attraktiv eingepreist. Seine Serienausstattung besteht aus Tempomat, SYNC3 Navigationssystem, Einparkhilfe am Heck, LED Scheinwerfer fürs Abblendlicht, Sportsitzen, einer manuellen Klimaanlage sowie 17 Zoll Alu-Rädern.

Scheinwerfer polarisieren

Heute sind SUVs in allen Klassen gefragt. Egal, ob fürs Gelände oder für die City. Allrounder sind gefragt. So muss das Auto seine Nutzer bequem zur Arbeit, den Nachwuchs sicher in den Kindergarten und stilgerecht auf den roten Teppich bringen. Dabei soll das Ganze natürlich möglichst wenig kosten. Aus diesen Gründen sind kompakte und sub-kompakte SUV-Crossover-Modelle wie der Ford Puma aktuell das am stärksten wachsende PKW-Segment.

Ford Puma (2020) - sub-kompakter Crossover auf Fiesta Basis

Attraktives Design

Das betont sportliche Design des neuen Puma unterscheidet sich klar von Kuga, Fiesta und Co. Zwar trägt auch der Puma den „Aston Martin“ Kühlergrill, als ein für aktuelle Ford-Modelle typisches Erkennungsmerkmal, aber die hoch montierten Scheinwerfer sind neu bei Ford. Die Karosserie erscheint wie ein Kleinwagen, dessen Karosserie in die Höhe gezogen wurde. Zudem scheinen ihm Muskeln antrainiert worden zu sein. Um die dabei entstehenden Flächen zu kaschieren, haben die Designer dem Puma einen Knick in der Gürtellinie verpasst und leicht vergrößerte Fensterflächen definiert. Letzteres sorgt auch für eine bessere Rundsicht für die Passagiere. Die ebenfalls auffallend hoch verbauten LED-Rücklichter greifen konsequent Stilelemente der Front auf. Insgesamt wirkt der bis zu 4,21 Meter lange und 1,55 Meter hohe Ford Puma stimmig proportioniert. Sein Design hebt sich erfrischend und signifikant von Wettbewerbern ab. Im Vergleich zu Renault Captur oder VW T-Cross zeigt er deutlich klarer eine Coupe Linie. Das macht ihn einzigartig im Segment der kleinen SUVs.

Innenraum vom Fiesta

Der Innenraum des Puma ist indes keine Überraschung, denn seine Ausstattung ist aus dem Fiesta bekannt, auf dessen Basis (plus etwa 60 Kilo Leergewicht) der Puma entsteht. Schnell fühlten wir uns hier Zuhause. Als Neuerung kann das optional erhältliche 12,3 Zoll große, voll-digitale Kombi-Instrument genannt werden. Der freistehend montierte 8 Zoll Touchscreen ist in bester Bedien- und Ablesehöhe angebracht und lässt sich nahezu intuitiv bedienen. Die Sprachsteuerung bleibt weiterhin weiterhin verbesserungswürdig. Navigationsziele lassen sich selten fehlerfrei per Sprache eingeben. Oder das Ford System versteht einfach mein badisches Singsang nicht. Das sogenannte „Sync“-System bietet einen WLAN Zugang. Ein automatisches Notrufsystem ist für den Fall der Fälle Teil des Systems. Ford Pass Connect erlaubt dem Besitzer zudem einen Fernzugriff auf sein Fahrzeug. Dieser kann für das Auslesen von Fahrzeugdaten oder auch zur Nutzung von Echtzeit-Verkehrsdaten bei der Navigation nutzen. Die Schale für induktives Laden von Smartphones in der Mittelkonsole ist selbst für Telefone in der Dimension eines iPhone 11 Pro ausgelegt und rutschfest ausgeformt.

Ford Puma (2020) - sub-kompakter Crossover auf Fiesta Basis

Die höher montierten Sitze des Ford Puma sind bequem und bieten ausreichenden Seitenhalt. Wer gerne massiert wird, kann im Puma gegen einen Aufpreis sogar eine Massage-Funktion bekommen. Falls jemand etwas auf den Polstern verschüttet hat oder die Farbe der gewählten Sitzbezüge nicht mehr mag, der kann die Bezüge durch einen Reißverschluss leicht abnehmen, in der Waschmaschine reinigen oder gegen andere Bezüge aus. Eine richtig gute Sache, auf die die Hersteller auch schon früher hätten kommen können.

Die Rückbank ist angenehm hoch montiert, was den „Einladen“ der Kinder samt Montage der Kindersitze (ISOFIX an den Außenpositionen gut zugänglich) deutlich erleichtert. Der Knieraum im Fonds ist für Personen bis zu einer Körperhöhe von 1,80 Meter ausreichend bemessen. Mit den 21,86 Meter des Testers wurde es hinten dann schon ein bissl eng. Gleiches gilt für die Kopffreiheit. Leider wurde die im Verhältnis 60/40 umklappbare Sitzlehne nicht mit einer Ski-Durchreiche versehen. Vermisst haben wir vor der Rückbank ein USB- oder 12V-Anschluss. Die Kids werden bestimmt maulen. Die Rückbank im Ford Puma kann leider nicht längs verschoben werden, wie etwa beim VW T-Cross. Dafür bietet der Kofferraum mit 456 – 1.216 Litern Stauraum einen Klassenbestwert. Auch die Gepäckraumbreite von einem Meter zwischen den Radkästen ist beachtlich. Den doppelten Laderaumboden kann man praktisch direkt an den Rücksitzlehnen arretieren, wodurch höhere Gegenstände in der 80 Liter fassenden „Ford MegaBox“ aufgestellt werden können (wie z.B. Golf-Bags). Diese clevere Box fungiert quasi als Badewanne im Auto, weil sie einen Abfluss hat, kann bei Verunreinigung einfach mit Wasser ausgespült werden.

Ford Puma (2020) - sub-kompakter Crossover auf Fiesta Basis

Spar- und Fahrspaß

Schließen wir nun aber die optional elektrisch öffnende Heckklappe und setzen uns auf den Fahrersitz zur Testfahrt im neuen Puma. Für unseren Test haben wir den Puma mit Mild-Hybrid Unterstützung und 155 PS Leistung mit dem 48-Volt-Bordnetz ausgewählt. Hier arbeitet ein 1,0-Liter Drei-Zylinder-Turbo-Benziner im Verbund mit einem Elektromotor, der dem Puma insbesondere beim Start mehr Kraft zur Verfügung stellt. Gespeist wird der Elektromotor von einen luftgekühlten Li-Ion Akku, welcher über einen integrierten Starter-Generator (anstelle der Lichtmaschine) verfügt. Dieser Akku wird durch die Bremsenergie geladen. Dieses System sorgt nicht allein für eine Leistungsspritze, es hilft auch Kraftstoff zu sparen, indem es den Verbrenner-Motor unterhalb von 15 km/h abschaltet.

2020 Ford Puma 1.0 Ecoboost Hybrid ST-Line (155 PS) - Hipper Crossover? Fahrbericht | Review | Test

Milder Hybride mit 155 Pferdestärken

Das Motörchen klingt für einen 3-Zylinder richtig gut. Unser Testwagen brachte seine Kraft über das manuelle Schaltgetriebe an die Räder. Für den Puma ist jedoch auch ein 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe zu haben. Beim kräftigen Beschleunigen ist die Unterstützung durch den Elektromotor spürbar. Schon ab etwa 2.300 Umdrehungen stellt die Maschine genügend Kraft für Überholvorgänge zur Verfügung. Das deutlich frühere Abschalten des Motors beim Heranrollen an Ampeln etwa, ist zunächst gewöhnungsbedürftig..

Ford Puma (2020) - sub-kompakter Crossover auf Fiesta Basis

Der Puma kann mit modernen Fahrer-Assistenzsystemen en masse versehen werden. In Serie gibt es ab Ausstattungslinie Titanium einen aktiven Spurhalte-Assistenten, einen Falschfahrerwarner, einen Fernlicht-Assistenten sowie eine Verkehrszeichenerkennung. In Verbindung mit dem optionalen Fahrer-Assistenzpaket bietet der Ford Puma zusätzlich eine intelligente Geschwindigkeitsregelanlage (Abstandsregelung und automatische Geschwindigkeitsanpassung durch Verkehrszeichen-Erkennung), einen aktiven Ausweichassistenten, automatisches Ein- und Ausparken sowie einen Tot-Winkel-Assistenten. Sicherheit und Fahrspaß in Kombination verspricht das Puma-Fahrwerk. Hier tritt einer der handlichsten und fahragilsten Crossover-SUVs der Klasse an. Eine rückmeldungsfreudige Lenkung und eine straffe Fahrwerksauslegung (für rückengeplagte Kunden wohl etwas zu straff) sorgen für Fahrspaß. Der Grenzbereich liegt enorm hoch und lässt sich im Rahmen der geltenden Straßenverkehrsordnung nicht austesten.

Ford Puma (2020) - sub-kompakter Crossover auf Fiesta Basis

Fazit

Uns hat der unkomplizierte und kraftvolle Puma – hier in der ST-Line – jede Menge Spaß gemacht. Ein Auto, das in die Zeit passt, weil es mit Preisen ab 24.000 Euro bezahlbar bleibt, schick und cool aussieht, einen im Klassenvergleich großen Gepäckraum bietet und sich beim Verbrauch angenehm zurück hält.

Ford Puma (2020) - sub-kompakter Crossover auf Fiesta Basis

Technische Daten:

Ford Puma 1.0 Ecoboost Hybrid 114 k

Länge x Breite x Höhe (m): 4,19 x 1,93 (m. Sp.)x 1,55
Radstand (m): 2,59
Motor: 3-Zyl., Benziner, 999 ccm, Turbo
Leistung: 114 kW / 155 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 240 Nm bei 1750 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,0 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,5–5,9 Liter
CO2-Emissionen: 126–133 g/km (Euro 6d-Temp EVAP-ISC)
Leergewicht: 1280 kg
Zuladung: 480 kg
Kofferraumvolumen: 456–1216 Liter
Max. Anhängelast: 1100 kg
Wendekreis (m): 10,5 m
Basispreis: 24.000 Euro

Wettbewerbsumfeld:

Renault Captur, VW T-Cross