Ford Mustang – Ur-Amerikanischer Hengst galoppiert nach Europa
Schon als Junge haben mich Autos fasziniert. Mag sein, weil wir in unserer Familie kein Auto hatten. Oft übt das scheinbar nicht Erreichbare eine ganz besondere Anziehungskraft aus. So habe ich damals die Fotos und Daten meiner Lieblingsmodelle aus den Auto-Quartett-Kartenspielen regelrecht verschlungen. Einer meiner Favoriten war der Fiat 850 Spider. Ich hatte ja keine Ahnung. Damals war Amerika das große Auto-Land. Und so war das Auto, das für all das stand, was an Amerika verkörperte, der Ford Mustang. Lang ist das her. Verdammt lang her.
Der kleine Junge ist längst zum Mann geworden. Und seine Begeisterung von Amerika hat Dellen bekommen, wie manch alter Mustang. Was geblieben ist, ist meine Faszination für Autos. Hätte dem kleinen Jungen damals einer gesagt, dass er im Jahr 2015 einen Mustang fahren würde, er hätte ihn wohl ausgelacht. Nun sitze ich tatsächlich in diesem Kult-Auto, das die Zeit überdauert hat und nun in seiner Neuauflage auch direkt von Ford auf dem europäischen Markt angeboten wird.
Unverwechselbarer Automobil-Kult
Auch in seiner 6. Auflage ist der Mustang sofort als Mustang zu erkennen. Gleichzeitig ist er aber auch ein modernes Auto, dem die Ford Strategen viel von dem mit auf die Straße gegeben haben, was der Automobilbau in den letzten 60 Jahren entwickelt hat. Trotzdem und zum Glück hat er viel von seiner ungestümen Art behalten. Das ESP greift so spät ein, dass es dem Fahrer viel – ja beinahe zu viel – Spielraum lässt, diesen klassischen Amerikaner zu bewegen.
Auf nassen Straßen und in Grenzsituationen möchte ich diesen Wagen jungen oder unerfahrenen Fahrern nicht gern überlassen. Zu krass und manchmal kaum berechenbar reagiert der Mustang 2015. Für erfahrene Autofahrer ist der neue Mustang indes ein Auto, das es so heute wohl kein zweites Mal gibt. Es erfordert einen konzentrierten Fahrer, der gierigen Spaß dabei findet, von seinem Auto gefordert zu werden.
Reminiszenz an die Neuzeit – 4 Fahrmodi
In der Mittelkonsole des Mustang finden sich Fahrmodischalter. Hier können Fahreinstellungen von Normal, Sport Plus, Track (Rennstrecke) und Eis/Schnee gewählt werden. In der Einstellung “Track” können Wagemutige das ESP komplett deaktivieren. Die Gaskennlinie wird noch spitzer und das Fahrwerk entsprechend härter. Empfehlen würde ich das jedoch nicht, denn die Sicherheit, die hier die Elektronik bietet ist wertvoll.
2 Motoren zur Wahl
Im Mustang muss natürlich ein blubbernder 8 Zylinderblock verbaut sein. Traditionalisten werden daran keinen Zweifel gelten lassen. Wem aber 314 PS auch ausreichen, der kann die 5.000 Euro Mehrpreis einsparen, und sich mit einem 4 Zylinder begnügen. Auch er liefert einen – synthetisch erzeugten – Sound, der einem klassischen 8-Zylinder nahe kommt. Wer dagegen auf Kaufpreis und Verbrauch nicht zu achten braucht, der wird wohl zum Original, dem Mustang GT, mit seinen gewaltigen 418 PS greifen.
Beide gibt es übrigens als Coupé und als Cabrio. Der geneigte Käufer kann auch wählen, ob er das im positiven Sinn raue Schaltgetriebe möchte oder lieber auf das ur-amerikanische Automatikgetriebe zurückgreifen möchte. Das handgerissene Coupé mit dem 2,3 Liter EcoBoost-Motor ist in 5,9 Sekunden auf 100, schafft 234 km/h Spitze und kostet ab 35.000 Euro. Das Mustang-Cabrio mit gleicher Maschine und gleicher Leistung will mit mindestens 39.000 Euro bezahlt sein.
Wirklich kein hoher Preis für ein Auto, das schon in der Grundausstattung unter anderem Xenon, Lederpolsterung und Rückfahrkamera bietet und maximal 314 PS (231 kW) auf die Straße bringt. Der 5 Liter V8 schafft den Sprint aus dem Stand auf 100 in einer Sekunde weniger als der 4-Zylinder, seine Top-Speed wird mit 250 km/h angegeben und kostet als Coupé ab 40.000 Euro, als Convertible ab 44.000 Euro. Für das Automatikgetriebe sind jeweils 2.000 Euro mehr fällig. Bei diesen Preisen können wahre Fans wohl auf die nicht ganz an europäische Standards heranreichende Innenraumqualitätsanmutung verzichten.
1.800 Mustang bereits verkauft
Die für Deutschland in 2015 geplanten 3.000 Mustang sind bereits komplett an die Ford Händler verkauft, 1.800 davon wurden schon an Kunden verkauft, bevor sie den Wagen Probe fahren konnten, verrät Ford Geschäftsführer Wolfgang Kopplin im Rahmen der Pressevorstellung. Der Mythos Mustang scheint auch 50 Jahre nach der Markteinführung noch zu funktionieren.
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