Bürstner profitiert weiter vom Boom bei Freizeitmobilen
Der Kehler Wohnwagen und Reisemobilhersteller profitiert weiterhin von einer starken Branchen-Konjunktur und einer damit einhergehenden stabilen Beschäftigung. „Wir erwarten auch in den kommenden Jahren ein Wachstum der Absätze“, so Geschäftsführer Jens Kromer im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Neumühl. Im vergangenen Geschäftsjahr (2017/2018) hat Bürstner rund 6.880 Reisemobile am Standort gefertigt. Das zur Hymer Gruppe gehörende Unternehmen sieht die Herausforderungen für die kommenden Jahre nicht zuletzt auf der Arbeitnehmerseite. „Die technologischen Anforderungen, die unsere Mitarbeiter in der Produktion erfüllen müssen, werden stetig breiter sein“, so Kromer. Der Arbeitsmarkt biete ein solches Spektrum an Qualifikationen kaum an. Daher werde man die Aktivitäten ausweiten, um gute Auszubildende zu finden, denen man im Unternehmen die entsprechenden Fähigkeiten vermitteln kann. Den so ausgebildeten Mitarbeitern könne man langfristig einen sicheren Arbeitsplatz und beste Perspektiven bieten. „Wir erwarten zwar Flexibilität, aber sind auch bereit, diese Bereitschaft zu honorieren“, erklärt Kromer weiter. Bürstner beschäftigt derzeit 850 Mitarbeiter (Stand Dezember 2018)an den Standorten Kehl und Wissenbourg. Die Produktion von Freizeitmobilen sei kein stetiges Geschäft, denn die Kunden wünschen sich ihre neuen Fahrzeug am liebsten alle zu Ostern, was eine Herausforderung darstelle und flexible Mitarbeiter brauche.
Eine Herausforderung ist auch die Entwicklung der Antriebe von Reisemobilen. Auch hier haben Reisemobilisten heute Befürchtungen, irgendwann nicht mehr überall hin mit ihrem Wohnmobil fahren zu dürfen. „Im vergangenen Jahr hat uns die Erfüllung der WLTP Anforderungen durchaus Probleme bereitet, weil Fiat nicht in der Lage war, die Verfügbarkeit der 6-d-Temp Motoren zuverlässig zu planen. Wohl auch ein Grund, warum nun nach längerer Zeit mit dem Lyseo M wieder ein Bürstner Reisemobil auf Mercedes Sprinter Basis in das Produktprogramm der Kehler Einzug hält. Der Lyseo M erfüllt nicht nur die aktuell anspruchsvollste Abgas-Norm, sein 7-Gang-Automatikgetriebe schaltet nahezu unmerklich, wie einen PKW, durch die Gänge. Wie aus Branchenkreisen zu vernehmen ist, soll in den kommenden Jahren die Elektrifizierung der Antriebe, zunächst wohl mit Hybriden, auch im Wohnmobilbereich ein Thema werden.
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Bürstner ist ein Unternehmen der Erwin-Hymer-Gruppe, die im vergangenen Jahr an das börsennotierte US Unternehmen Thor Industries verkauft worden ist. Thor Industries ist vor allem durch seine US-Reisemobilmarke „Airstream“ bekannt. Mit dem Kauf der Hymer Gruppe wurde Thors Industries zum global größten Anbieter von Freizeitfahrzeugen, das im Geschaftsjahr 2016/2017 mit rund 18.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,3 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.
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