BMW M3 und M4 – Sportwagen aus Bayern
Wie gut kann BMW Sportwagen?
Für die Beantwortung dieser Frage scheinen Fahrten auf der Formel 1 Teststrecke im portugiesischen Portimao perfekt geeignet. „Hier Jan, dein Auto. Lass es ganz, wenn du es kaputt machst, musst Du es bezahlen.“ In der hoffentlich nicht ganz ernst gemeinten Frotzelei von Ralph Huber, Leiter der BMW Produktkommunikation, ging es um das neue M3 Limousine und um das M4 Coupé. Eigentlich handelt es sich dabei um das gleiche Modell, nur eben einmal als 3-Türer und einmal als 5-Türer. Beide warten ab 21. Juni bei den BMW Händlern auf ihre Käufer.
Doch für was steht das M? Bei BMW steht es für „Motorsport“, weiß man im Fanclub.Das Auto hat also einen großen Motor so viel steht fest. Aber Stopp! BMW M GMBH-Jünger sollten sich kurz anschnallen, denn es lauert Schockgefahr! Der Motor der neuen Modelle ist geschrumpft! Zumindest, was die Zahl der Zylinder angeht. Nach einem 8-zylindrigen Intermezzo besinnt man sich bei BMW M auf alte Wurzeln und kehrt zu einem turboaufgeladenen Reihen-6-Zylinder Motor zurück. Böse Zungen würden von Downsizing sprechen. Kenner hingegen wissen, dass dieser Hochdrehzahlmotor 40 Prozent mehr Drehmoment besitzt. Und bei 1.800 bis 5.390 Touren, 25 Prozent weniger Benzin verbraucht. Und das bei besseren Fahrleistungen. 431 PS und somit 11 PS mehr als beim Vorgänger stehen zur Verfügung. Und mit nur 4,1 Sekunden von null auf Tempo 100 spielt man in der Porsche-Liga. Also doch kein Schock!?
Wieder 6-Zylinder anstatt 8 Zylinder
Schaut man sich die beiden Boliden an, dann kommt deren Äußeres mit den breiten Schürzen, der buckliger Powerdome Schnauzte, Karbon Dach, Diffusor am Heck und den drei überdimensionierten Lufteinlässen in der Front den DTM-Rennwagen sehr nahe. Wobei diese, da sei zugegeben, meiner Vorstellung von Ufos stark ähneln. Und beide scheinen zu fliegen. Beinahe zumindest. Im Innenraum ähneln beide den jeweiligen Serienmodell. Wesentlicher Unterschied: Sportschalensitze und spezielle M-Accessoires an Schalthebel, Instrumenten und Fußstützen. Was mich allerdings interessiert sind 5 Knöpfe. Auf dem einen steht ESP aus, für die Hartgesottene. Auf einem anderen ein Symbol für Dämpfung, einer für die Lenkung, einer für den Motor und ein Knopf nimmt Einfluss auf die Schaltzeiten. Sieht vielversprechend aus. Auf der Rennstrecke fange ich an die Warnungen zu verstehen. Mit beinahe durchdrehenden Reifen und getrieben von einem irren Sound aus den beiden Doppelendrohen befördert mich der BMW über die Formel 1 Strecke. Die neu-entwickelte elektronische Lenkung gibt mir trotz hohen Geschwindigkeiten ständig ein stabiles Gefühl. Damit der Motor allerdings zünftig klingt, muss man ihn jenseits von 4.000 Umdrehungen/ Minute halten. Bei 250 km/h Höchstgeschwindigkeit ist dann Schluss. Wer jedoch den Schnabel nicht voll genug bekommt und es noch schneller haben möchte, der kann das „M Driver’s Package“ käuflich erwerben. Es verschiebt den elektronischen Riegel um 30 km/h nach oben. M3-Limousine und M4-Coupé haben jeweils um 80 Kilogramm abgespeckt, der Normmixverbrauch reduzierte sich um rund ein Viertel auf 8,3 Liter auf 100 Kilometer. Nicht allein der Beweis dafür, dass man die beiden M-Modelle tatsächlich auch als Alltagsauto nutzen kann. Der neue M3 steht mit 71.500 Euro in der BMW Preisliste. Wer den M4 sein eigen nennen möchte, muss 72.200 Euro berappen. Für das für mich unverzichtbare M-Doppelkupplungsgetriebe muss man allerdings stolze 3.900 Euro zusätzlich investieren. Trotz dieser gesalzenen Preise gilt: Verglichen mit den Preisen der Wettbewerber aus Zuffenhausen ist man beinahe geneigt, von einem „Schnäppchen“ zu sprechen.
Mein Resümee beim Abendessen: Auto heil geblieben Ich heil geblieben. Und auch alle DTM-Fahrer brachten ihre Testautos heil zurück. Im Vergleich mit den Profis Jedoch bleibt für mich traurige Erkenntnis, dass die Leistungsfähigkeit dieses tollen Autos auch vom Können seines Fahrers beeinflusst wird. Nächster Tiefschlag vom lachenden Ralph Huber: „Jan, das M steht für (M)usst du wieder abgeben“.
Jan Weizenecker
Jan Weizenecker
Absolvent der Volks- und Betriebswirtschaftslehre der Albert-Ludwigs Universität Freiburg. Mal in kleinerem, mal in weiterem Radius, aber immer mit der nötigen Portion Humor, berichte ich seit 2012 über die Neuerscheinungen der Automobilwelt.
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