Kleine Wohnmobil-Typenkunde: Von Nasenbären und Landyachten
Reisemobile sind bei den Deutschen beliebt wie nie zuvor. Urlaub mit dem Camper ist in, die Branche verzeichnet Absatzrekorde. Die Anzahl der angebotenen Modelle ist schier unüberschaubar. Doch es gibt natürlich auch Unterschiede, denn los geht es bei 40 000 Euro – und nach oben besteht im Prinzip keine Grenze. Und ein Reise- ist noch lange kein Wohnmobil. Grundsätzlich unterscheidet man ausgebaute Kastenwagen (auch Vans genannt), Alkovenmobile, Teilintegrierte und Integrierte. Zudem gibt es Sonderformen wie Fernreise- und Expeditionsmobile, Pick-ups mit fest montierten oder absetzbaren Wohnkabinen oder mit Wohnaufliegern.






Dafür bieten sie andererseits reichlich Platz und ein für Familien ausreichendes Bettenangebot. Mit Stockbetten im Heck oder an der Seite kommen selbst mehrere Kinder für die Nacht unter. Auch Paare ohne Kinder schätzen das Platzangebot der Alkovenmobile. Der schnarchende Partner kann ins Oberstübchen verbannt werden und obendrein ist dort reichlich Platz für Bettzeug, Jacken oder Mäntel. Die Preise für „Nasenbären“ starten bei rund 45 000 Euro.
In den vergangenen Jahren überholten die Teilintegrierten die einst so beliebten Alkoven-Fahrzeuge in den Absatzzahlen. Ihre Front ist flacher und aerodynamischer. Das ganze Fahrzeug hat daher gegenüber einem Alkovenmobil eine geringere Außenhöhe. Der Spritverbrauch ist geringer, dafür muss jedoch auf das fest installierte Doppelbett verzichtet werden. Über den Fahrerhaussitzen absenkbare Hubbetten stellen mittlerweile aber die Alternative dar. Nicht durchsetzen konnten sich Teilintegrierte, die mit aufstellbaren Schlafdächern kombiniert wurden.
Integrierte sind die teuerste Ausführung eines Wohnmobils. Ihre Form erinnert mit den großen Frontscheiben an einen Reisebus. Im Fahrerhaus gibt es oft ein Hubbett, also ein über den Fahrerhaussitzen vom Dach her absenkbares Doppelbett. Die relativ großen (bis hin zum echten Reisebus-)Chassis, die beim Integrierten zum Einsatz kommen, sorgen für kaum zu toppenden Fahr- und Wohnkomfort. Ist die „Landyacht“ für den Ausflug in den malerischen Weinort zu üppig geraten, kein Problem: Bei etlichen Integrierten gibt es eine Heckgarage. Darin haben entweder motorisierte Zweiräder, der Smart oder selbst ausgewachsene Sportwagen Platz. Vor allem die relativ hohen Anschaffungskosten – ein Integrierter kann durchaus mehr als eine Million Euro kosten – sorgen dafür, dass die rollenden kleinen Wohnungen keine Massenware sind.

Relativ elegant lässt sich das Platzproblem mit einem Wohn-Sattelzug lösen, wie sie vor allem in den USA beliebt sind. Auf der Pritsche eines Pick-ups wird zum Ziehen eines Wohnaufliegers eine Sattelkupplung montiert. Der Vorteil gegenüber einem Wohnwagen-Gespann ist das bessere Fahrverhalten und die (bei gleicher Wohnraumlänge) geringere Gesamtlänge des kompletten Zugs, da ein Teil der Wohnfläche über die Pritsche ragt.
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