Der stark überarbeitetet Opel Grandland bekommt nun, wie schon der Mokka, die sogenannte Vizor-Front, die durch ihre Geschlossenheit signalisiert, hier kommt ein E-Auto. Zwar gibt es den Grandland weiterhin auch mit reinen Benzin- und Diesel-Motoren (jeweils ab 130 PS), aber das für nahezu alle Fälle gewappnete Antriebssystem ist in unseren Augen der Plug-in-Hybride. Ihn gibt es in Leistungsstufen sowie mit Front- oder Allradantrieb. Mit ihm kann man runde 50 Kilometer (nach WLTP: bis zu 65 km) rein elektrisch angetrieben zurücklegen. Für längere Fahrten steht dann der Benziner bereit, der nach unseren ersten Testfahrten, abhängig von der Fahrdynamik, zwischen 7 und 8 Litern verbrauchen dürfte. Der von Opel (wie auch von anderen Herstellern) angegebene Wert stellt einen theoretischen Mix aus beiden Antriebssystemen dar. Opel nennt hier ca. 1,8 Liter Benzin. Damit kann man als Nutzer jedoch wenig anfangen. Fährt man rein elektrisch, ist der Benzin-Verbrauch logischerweise bei Null.

Nach Auskunft von Opel-Marketingchef Albrecht Schäfer wurde der Grandland 2021 in Deutschland entworfen und auch technisch entwickelt. Gebaut wird das aktuell größte Opel-SUV im Werk Eisenach. Ab Spätherbst sollen die ersten Stücke ausgeliefert werden. Schon seit Mitte Juli kann man den Grandland, der sein X verloren hat. Davor haben die Rüsselsheimer seit seiner Markteinführung mehr als 300.000 Exemplare verkauft. Die Design-Änderungen machen sich an der Front am stärksten bemerkbar. Aber auch das Heck des 4,47 langen und 1,61 hohen Grandland wurde optisch leicht verändert. Er steht nun erfreulich satter auf der Straße, das ist gelungen, weil man ihn optisch breiter angelegt hat.

Auch der Innenraum des Grandland wurde modernisiert. Analoge Display waren gestern. Hinter dem Lenkrad schaut der Fahrer nun auf zwei Bildschirme, die ihm die wesentlichen Infos geben. Weil man bei Opel das Digitalisieren nicht übertreiben und damit die Kundschaft verschrecken möchte, gibt es – neben den Touch-Panels – weiterhin auch konventionelle Tasten. Auch das gefällt uns gut. Ansonsten bleibt das Interieur im Großen und Ganzen unverändert. Die mittlere Qualitätsanmutung reicht völlig aus. Die Sitze sind wirklich bequem und geben auch bei schnellerer Kurvenfahrt sicheren Seitenhalt. Der Raum vor der Rückbank reicht für 2 – 3 Erwachsene. Durch die 1,61 Meter Außenhöhe gefällt uns auch hinten ein gutes Raumgefühl und es gibt ausreichend Kopffreiheit auch für große Menschen (der 1,85 Meter große Tester hat noch Luft über sich). Im Gepäckraum stehen, je nach Stellung der Rücksitzlehnen 390 bis 1.652 Liter als Volumen bereit. Per Fernentriegelung lassen sich die Lehnen auch von der Position hinter dem Auto aus umklappen. Sehr praktisch. Wem das nicht ausreicht, der kann gegen Mehrpreis eine einklappbare Anhängerkupplung (695 Euro) ordern. Dann kann der Opel Grandland Hybrid4 Anhänger mit einem Gewicht bis zu 1.250 Kilo ziehen (gebremst).

(2021) Opel Grandland Hybrid4

Das Fahrwerk des Grandland hatte sich bewährt und wurde daher nicht angefaßt. Das war in unseren Augen auch nicht notwendig, denn die Abstimmung des Grandland passt nach wie vor. Aber natürlich gibt es neue Optionen wie etwa das adaptive LED-Pixel-Licht, das mit 168 LED-Elemente für beste Ausleuchtung der Straße sorgen soll, dabei aber den Gegenverkehr oder Personen auf der Fahrbahn nicht blenden soll. In die gleiche Richtung zielt das System „Night Vision“ (1.000 Euro) das mit einer Infrarot-Kamera Personen und auch Tiere im Bereich von etwa 100 Metern vor dem Fahrzeug schneller erkennbar macht. Beide Optionen legen wir potenziellen Käufern ans Herz. Unsere Sicherheit sollte uns das wert sein. Das Gleiche gilt für den adaptiven Tempomaten, der den optimalen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und den Grandland in der Fahrspur halten kann. Das System bremst bei Bedarf bis zum Stillstand ab und fährt auch aus dem Stand wieder an. Insbesondere in Stop-and-Go-Situationen eine große Erleichterung für den Fahrer.

(2021) Opel Grandland Hybrid4

Für unsere Testfahrten haben wir den Grandland Hybrid4 gewählt, bei dem ein 113 PS leistender E-Motor an der Hinterachse den Allradantrieb ermöglicht. Vorn werkelt eine 110 PS E-Maschine und ein 1,5 Liter Benziner, der bis zu 200 PS auf die Straße bringen kann. Als System-Leistung gibt Opel hier 300 PS (520 Nm) an. Der allein an der Vorderrädern befeuerte Plug-in-Grandland bringt es auf eine Systemleistung von 224 PS (360 Nm). Wie bereits erwähnt, kann man damit bis zu 65 Kilometer weit rein elektrisch fahren, das setzt jedoch einen sehr zurückhaltenden Gasfuß voraus, die best mögliche Nutzung der Rekuperationsmöglichkeiten (Schalthebel auf Stellung „B“) sowie eine vorausschauende Fahrweise.

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Im E-Modus macht die Beschleunigung (6,1 Sekunden von 0 auf 100) Freude, denn das Drehmoment liegt vom Start weg an. Im Elektromodus ist die maximale Geschwindigkeit auf 135 Stundenkilometer begrenzt, damit die Reichweite nicht zu sehr leidet. Mit dem Verbrenner schafft des der Grandland Hybrid4 auf eine Top-Speed von 235 Stundenkilometer, die man selbst auf hiesigen Autobahnen nur selten erreichen wird. Damit das nutzen von Strom als Antriebsquelle wirklich genutzt wird, müssen die Ladezeiten kurz sein. Deshalb empfehlen wir Ihnen eine 500 Euro kostenden Option, durch die die Ladeleistung auf 7,4 kW (Serie ist 3,7 kW) steigt. Damit wird die Ladung an einer entsprechenden Wallbox/Ladesäule (mindestens 22 kW) mit dem Mode-3-Ladekabel in knapp unter 2 Stunden möglich. Leider bietet Opel für den Grandland Hybrid kein Schnell-Lade-System (CCS) an. Denn dann wäre das Laden innerhalb eines Einkaufs und damit ganz ohne zusätzlichen Zeitaufwand möglich. Für uns der Idealfall. Zufrieden sein kann aber auch, wer eine Garage sein eigen nennt, denn hier schafft der Grandland die volle Ladung selbst an der normalen Haushaltssteckdose über Nacht (etwa 7h30).

Die Preise für den Grandland (ohne X) beginnen bei 27.250 Euro. Mit einem Diesel-Anrieb versehen, kostet der neue Grandland mindestens 32.810 Euro. Die beiden Hybrid-Varianten wollen mit 44.290 Euro bzw. 50.440 Euro für den hier beschriebenen Hybrid4 bezahlt sein. Allerdings verringern sich für die Plug-in-Hybriden die effektiven Preise durch die Förderung. 7.177,50 Euro gibt es für den Hybrid. 5.981,25 Euro für Hybrid4. Unser Testwagen war mit der umfangreichsten Ausstattungslinie „Ultimate“ versehen, mit ihr kostet der Grandland Hybrid4 knappe 55.000 Euro (abzüglich Förderung)


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(2021) Opel Grandland Hybrid4

Technische Daten

Opel Grandland Hybrid4 (2021)

(Ultimate)

Länge x Breite x Höhe (m): 4,47 x 2,09 x 1,61
Radstand (m): 2,67
Motor: R4-Benziner, 1598 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 147 kW / 200 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 300 Nm bei 3000 U/min
Systemdrehmoment: 520 Nm
Elektromotor: 81 kW / 110 PS (vorne); 83 kW / 113 PS (hinten)
Drehmoment E-Motor: 320 Nm (vorne); 166 Nm (hinten)
Batterie: Lithium-Ionen-Batterie, 13,2 kWh
Systemleistung: 221 kW / 300 PS
Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h / 135 km/h (elektrisch)
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,1 Sek.
Elektr. Reichweite: 65 km
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 1,7 Liter
Effizienzklasse: A+
CO2-Emissionen: 39 g/km (Euro 6d)
Testverbrauch: 3,1 Liter
Tankinhalt: 43 Liter
Leergewicht / Zuladung: min. 1876 kg / max. 494 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 2370 kg
Kofferraumvolumen: 390–1528 Liter
Anhängevorrichtung: 695 Euro
Max. Anhängelast: 1250 kg
Wendekreis: 10,65 m
Basispreis (Ultimate): 54.460 Euro

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