VW Taigo „Style“ DKG mit 150 PS

Nachdem wir den VW Taigo schon im Juli statisch vorgestellt haben, haben wir das CUV einem Fahrtest unterzogen. Über 14 Tage hinweg haben wir den höher gelegten Kleinwagen mit der Coupé-Linie im Alltag genutzt.

Das knapp 4,27 Meter lange CUV wurde bekanntlich bei VW do Brasil auf der sogenannten MQB-A0-Plattform entwickelt und ist in Südamerika schon seit Mitte 2020 unter dem Namen „Nivus“ auf dem Markt. Nun ist der schön gezeichnete Kleinwagen als Taigo – optisch wenig verändert – auch auf dem europäischen Markt. Optisch prägnant ist das breite LED-Leuchtband am Heck des Taigo. Gebaut wird er für Europa auf der gleichen Produktionslinie wie der Polo im VW Werk in Pamplona.

VW Taigo „Style“ - Das Volkswagen CUV im Polo-Segment, Friedbert Weizenecker

Kleinwagen Crossover mit Coupé-Silhouette

In Südamerika kostet der Nivus runde 14.000 Euro. Hierzulande beginnen die Preise des Taigo mit einem 95 PS Benziner aktuell bei 19.865 Euro. Damit kostet er etwa 1.000 Euro weniger, als sein nächster Verwandter, der VW T-Cross (4,24 Meter), gegenüber dem er jedoch etwas länger (4,27) und runde 10 Zentimeter niedriger (1,51 Meter) ausfällt. Der andere VW-MQB-A0-Vertreter, der T-Roc, bringt es auf eine Außenlänge von 4,11 Meter. Schon in diesem Grundpreis ist der Taigo mit LED-Scheinwerfern ausgestattet. Auch die Klimaanlage, das Multifunktionslenkrad, das digitale Cockpit und die geschäumte Instrumententafel gibt es ohne Aufpreis. Die Sitze in der Ausstattungslinie „Style“ sind richtig bequem und geben trotzdem ausgezeichneten Seitenhalt. Auf den beiden äußeren Sitze auf der hinteren Bank kann man sich wohlfühlen. Die Kopffreiheit ist hier – trotz der nach hinten abfallenden Dachlinie – auch für Menschen bis 1,90 Meter Körpergröße ausreichend. Der Innenraum des Taigo zeigt insgesamt eine mittlere Qualitätsanmutung, mit der man gut leben kann. Überraschend viel Raum für die Beine gibt es vor der 2. Sitzreihe. Im Gepäckraum stehen 438 bis über 1.200 Liter (bei komplett umgeklappten Rücksitzlehnen) zur Verfügung. Wem das nicht ausreicht, der kann Hänger bis zu 1.200 Kilo nutzen.

Angereichert mit europäischer Technik

Im Unterschied zu Südamerika gibt es neben den Linien „Taigo“, „Life“ und „Style“ für den hiesigen Markt auch eine R-Line Variante. Unser Testwagen mit dem 4-Zylinder Benziner, 150 PS Leistung und dem empfehlenswerten 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe fährt er in der Ausstattungslinie „Style“ mit und zahlreichen Optionen vor. So kostet der Testwagen am Ende stolze 37.000 Euro. Sehr viel Geld für einen höher gelegten Polo mit Coupe-Linie. Aber müssen 150 PS wirklich sein für einen 1.300 Kilo wiegenden Kleinwagen? In meinen Augen nicht wirklich. Die 110 PS-Maschine wird für die meisten ausreichen. Noch günstiger ist die 95-PS Variante. Und auch bei der Zusatz-Ausstattung kann man sparen. Hier sollte jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist.

VW Taigo „Style“ - Das Volkswagen CUV im Polo-Segment

Nicht verzichten würde ich auf das Doppelkupplungsgetriebe und das Assistenz-Paket 550 Euro). Als Ausstattungslinie empfehle ich „Life“ (ab ca. 23.000 Euro) oder Style (ab ca. 27.300 Euro). Das in unserem Video beschriebene „IQ.Drive“ mit Travel-Assistent (405 Euro) würde ich ebenso dazu kaufen, wie die Smartphones-Schnittstelle zur kabellosen Einbindung des Handys in das Kommunikationssystem mit induktiver Lademöglichkeit (120 Euro). Dann noch „Keyless-Acess“ (375 Euro) und fertig ist die Laube. Als Farbe würde ich mir das – einzig aufpreisfrei – „Ascot-Grau“ aussuchen. So kommt man bei 110 PS, Doppelkupplung und Life-Ausstattung in Summe auf erträglichere 27.790 Euro. Alternativ kann man natürlich auch leasen, so etwa bei Null-Leasing.com (Werbung) die direkt mit der VW Handelsorganisation zusammenarbeiten.

Zusatz-Ausstattungen können ihn teuer machen

Der im Testwagen verbaute 150 PS-Benziner stellt ein Drehmoment von bis zu 250 Newtonmetern bereit. So kann man in 8,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen. Wer das probiert, wird jedoch selbst auf trockener Fahrbahn erkennen, dass die Räder (es gibt den Taigo ausschließlich mit Vorderradantrieb) zum Durchdrehen neigen. Als Höchstgeschwindigkeit stehen 212 Stundenkilometer auf der Uhr. Reicht fett. Überrascht hat uns der vergleichsweise hohe Benzin-Verbrauch dieses 4-Zylinders. Während der Testphase im gemischten, alltagsrelevanten Betrieb haben wir 7,6 Liter notiert. Das ist für einen Kleinwagen nicht wenig, aber noch im Rahmen. VW gibt als Normwerte 6,1 Liter (WLTP) bzw. 5,1 Liter (NEFZ) an. Schwer vorstellbar, bei üblicher Fahrweise in die Nähe des WLTP-Werts zu kommen. Auch wenn die 150 PS natürlich Fahrfreude bereiten, wir denken, dass die 110 PS Maschine für den Taigo am besten passt. Elektrifizierte Antriebe oder einen reinen E-Antrieb gibt es für den Taigo übrigens nicht.

VW Taigo „Style“ - Das Volkswagen CUV im Polo-Segment

Das Fahrwerk des VW Taigo ist auf europäische Ansprüche und Gewohnheiten hin abgestimmt worden. Das passt wunderbar. Erscheint uns weder zu hart, noch zu weich. Eine flotte Fahrt auf den kurvenreichen Straßen des Schwarzwalds macht mit dem Taigo richtig Laune, er verneigt sich nicht zu sehr vor den Kurven und Kehren. Auf die im Testwagen verbauten, ausfpreispflichtigen Fahr-Modi kann man in unseren Augen verzichten, nicht zuletzt, weil sie keinen Einfluss auf die Dämpfer nehmen.

VW Taigo „Style“ - Das Volkswagen CUV im Polo-Segment

Assistenz-Paket empfehlenswert

Selbstredend gibt es für den Taigo auch moderne Assistenz-Systeme. So ist unter anderem automatisiertes Lenken von 0 bis 200 Stundenkilometer möglich. Ein weiter entwickeltes ACC integriert prädiktive Daten aus dem Navi, so dass die Geschwindigkeit vor Kurven oder Kreisverkehren automatisch angepasst wird. Sehr sinnvoll und im Assistenz-Paket beinhaltet.

Fazit

Gut, dass Volkswagen den Taigo nach Europa geholt hat. In unseren Augen ist er optisch gelungen, er passt bestens in das Segment der seit geraumer Zeit besonders beliebten, sub-kompakten CUVs und dürfte dort seine Fans finden, auch weil sein Nutzwert etwas höher ist, als der von Polo und Co. Im Wettbewerb könnte man nicht zuletzt den ebenfalls schön gezeichneten Ford Puma vergleichen. Wer es schafft, sich bei der Auswahl der Zusatz-Ausstattungen zurück zu halten, der könnte mit 27.000 Euro klar kommen.

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Technische Daten:

VW Taigo Style (2022)

Länge x Breite x Höhe (m): 4,27 x 1,76 x 1,48
Radstand (m): 2,55
Motor: R4-Benziner, 1498 ccm, Turbo, Vorderradantrieb, 7-Gang-DSG 
Leistung: 110 kW / 150 PS bei 5000 U/min
Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1500–3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,3 Sek. 
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 6,7 Liter
CO2-Emissionen: 156 g/km
Leergewicht / Zuladung: 1380 kg / 370 kg
Kofferraumvolumen: 440–1220 Liter
Max. Anhängelast: 1200 kg
Wendekreis: 10,4 m
Bereifung: 205/55 R17
Basispreis: 30.410 Euro
Testwagenpreis: 37.070 Euro

Wettbewerber:

Ford Puma, Toyota Yaris Cross, Hyundai Bayon, Opel Mokka, Nissan Juke, Skoda Kamiq, Renault Captur,

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