Toyota Hilux (2025): Robuster Diesel-Offroader mit 48-Volt-Mild-Hybrid Technik

Der Toyota Hilux steht für Stärke und Zuverlässigkeit. Überall auf der Welt findet man seit 55 Jahren schon diesen Pick-up, der auf jedem Terrain und unter den schwierigsten Bedingungen zurecht kommen kann. Nun haben die Japaner technische Innovationen eingebaut, um für mehr Komfort und Leistung zu sorgen, sowie moderne Sicherheitstechnik implementiert. So soll ein noch besseres Gleichgewicht aus Geländetauglichkeit und souveränem Fahrverhalten auf der Straße entstehen. Wir haben den Hilux in Form von zwei neuen Modellen vor der spektakulären Natur Kappadokiens bereits gefahren.

Toyota Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid

Mild-Hybrid unterstützt den Diesel im traditionsreichen Japan Pick-up

Der 5,32 Meter lange und 1,86 Meter hohe Toyota Hilux erhält erstmals einen elektrifizierten Antriebsstrang. Ein 48V-Mild-Hybrid-System steigert nicht nur die Effizienz, es soll dem robusten Alleskönner auch etwas kultiviertere Fahreigenschaften bei weniger Geräuschen und Vibrationen verleihen. Schon nach den ersten Kilometern im neuen Hilux wurde klar, er hat die klassischen Hilux-Tugenden trotz seiner Elektrifizierung erhalten: Ladekapazität, Anhängelast und Geländeeigenschaften sind die gleichen wie bei den Nicht-Hybrid-Modellen. Auch das Watten durch tiefes Wasser ist unverändert bei bis zum 70 Zentimetern möglich. 

Elektrifizierter Diesel-Antriebsstrang

Der Antrieb verbindet den bewährten 2,8-Liter-Turbodieselmotor des Pick-ups mit einem neuen Elektromotor-Generator, einer 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie und einem DC/DC-Wandler.

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Das System sorgt für eine etwas gleichmäßigere, leisere und kultiviertere Leistungsentfaltung wie der reine Diesel, egal ob auf normalen Straßen oder in schwierigerem Gelände. Die Offroad-Fähigkeiten werden – wie bereits erwähnt – nicht negativ beeinflusst, weder bei der Watttiefe (70 cm), noch bei der Ladekapazität, denn die elektrischen Komponenten wurden weit oben am Motor angebracht. Eine spezielle Aramid-Gewebeschicht in der Struktur des Antriebsriemens soll Schutz gegen Nässe bieten.

ToyotaToyota Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid

Ausschließlich als Doppelkabine verfügbar

Zu den Vorteilen dieses Antriebssystems gehört eine regenerative Bremsfunktion, die jedes Mal beim Lösen des Gaspedals Energie zurückgewinnt. In Kombination mit der Motorbremse spart dies Kraftstoff ein und sorgt für eine natürliche Verzögerung. Auf der Straße bietet der Hilux 48V-Mild-Hybrid ein leicht ruhigeres und komfortableres Fahrgefühl gegenüber dem puren Diesel. Bei Fahrten über rauere Oberflächen können Hindernisse leichter überwunden werden, und bei niedrigen Geschwindigkeiten läuft der Motor bei einer geringfügig geringeren Drehzahl.

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Die Unterstützung durch den Elektromotor-Generator trägt zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um bis zu fünf Prozent (im Vergleich zu den 10 Litern beim reinen 2,8-Liter-Diesel-Hilux) bei. Der Status des Elektromotor-Generators wird im Multi-Informations-Display mit den Anzeigen CHG (Energierückgewinnung), ECO und PWR (Power) angezeigt. 

ToyotaToyota Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid

Das neue Start-Stopp-System steigert den Fahrkomfort in dichtem Verkehr. Das 48-Volt-Mild-Hybrid-System ermöglicht einen schnelleren und leiseren Neustart des Motors. Im Vergleich zu einem konventionellen Anlasser ist der Elektromotor-Generator immer mit dem Antrieb verbunden. Beim Anfahren an Steigungen kann es zu einer leichten Verzögerung zwischen dem Neustart des Motors und dem Bereitstellen des Antriebsmoments kommen.

In einem solchen Fall hält das Start-Stopp-System den Bremsdruck lange genug aufrecht, um ein sanftes Anfahren zu unterstützen. Die 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie besteht aus 13 Zellen, hat eine Kapazität von 4,3 Ah und wiegt nur 7,6 Kilogramm. Dank ihrer kompakten Bauweise konnte sie unter den Rücksitzen des Hilux untergebracht werden, also ohne den Innenraum wesentlich zu beeinträchtigen.

Der 2,8-Liter-DOHC-Dieselmotor mit seinen 16 Ventilen leistet bis zu 204 PS und liefert ein Drehmoment von 500 Nm zwischen 1.600 und 2.800 U/min. Dieser Common-Rail-Diesel wird von einem Turbo-Lader mit variablen Schaufeln und wassergekühltem Ladeluftkühler beatmet. Zur umfassenden Abgasreinigung gehören ein Diesel-Oxidationskatalysator, ein Diesel-Partikelfilter, ein System zur selektiven katalytischen Reduktion (SCR) und eine Harnstoff-Zusatzeinspritzung. Wie die übrigen Hilux Modelle lässt sich auch der Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid auch mit HVO100-Diesel betreiben, einem nicht-fossilen Kraftstoff, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird.

ToyotaToyota Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid

Neues Multi-Terrain Select (MTS)

Der Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid ist der erste Hilux, der mit dem Multi-Terrain Select System (MTS) ausgestattet ist. Dieses System wird über den Fahrmodus-Auswahlschalter auf der Mittelkonsole bedient. Es passt die Traktion so an, dass die Manövrierfähigkeit und die Fahrstabilität unter verschiedenen Fahrbedingungen optimiert wird. Das System verfügt über sechs Einstellungen: Sand, Mud, Rock, Dirt, Deep Snow und Auto. Im Modus „Auto“ erfassen Sensoren im Fahrzeug die Straßenbedingungen und passen die entsprechenden Einstellungen automatisch an. Sand, Mud, Rock und Auto lassen sich im L4-Modus aktivieren, während die Modi Sand, Dirt, Mud, Deep Snow und Auto im H4-Modus aktiviert werden können. Dabei bietet „Auto“ zuverlässige Leistung auf verschiedenen Oberflächen, ohne dass der Fahrer den Modus je nach Straßen- und Fahrbedingungen ändern muss. 

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Der „Dirt“ Modus: Beim Fahren auf unbefestigten Straßen sind Geschwindigkeit und Stabilität dieselben wie auf befestigten Oberflächen. Das System bietet ein angemessenes Reifen-Boden-Kontaktgefühl auf welligen oder unebenen Fahrbahnen und eine angemessene Antriebskraft – auch im Anhängerbetrieb.

  • Sand: Im H4-Modus wird mit der Einstellung Sand verhindert, dass übermäßig viel Antriebskraft bereitgestellt wird, um ein Festfahren des Fahrzeugs zu vermeiden. Im L4-Modus wird eine höhere Antriebskraft bereitgestellt, falls das Fahrzeug stecken geblieben ist oder der sandige Untergrund einen hohen Widerstand bietet.
  • Mud: In diesem Modus wird Schlupf an den Rädern zugelassen, um auf schlammigen Straßen mit sehr geringer Bodenhaftung ein Vorankommen zu erleichtern. Im L4-Modus wird eine höhere Antriebskraft bereitgestellt, wenn der Schlamm so tief ist, dass die Reifen bedeckt sind.
  • Deep Snow: Dieser Modus kann verwendet werden, um vorwärts und rückwärts hohe Schneeverwehungen zu bewältigen. Wenn der Schnee so tief ist, dass die Reifen bedeckt sind, erzeugt das System mit Hilfe von durchdrehenden Rädern einen Schneepflug-Effekt. Beim Anfahren wird moderate Antriebskraft bereitgestellt, um ein Durchdrehen der Räder zu verhindern. Hinweis: Dieser Modus ist nicht für Fahrten auf schneebedeckten Fahrbahnen geeignet.
  • Rock: Dieser Modus eignet sich für Fahrten auf rauem, felsigem Gelände und unterdrückt Reifenschlupf. Falls nur zwei Reifen den Boden berühren, überträgt das System die Antriebskraft auf die beiden anderen Räder und regelt gleichzeitig die Fahrzeuggeschwindigkeit. 

Das Multi-Informations-Display des Hilux bietet für jeden Modus einen anderen Hintergrund. In den Modi Sand, Schlamm, Tiefschnee in H4 sowie in allen L4-Modi leuchtet die VSC-OFF-Anzeige; in allen Modi blinkt die Schlupfanzeige, wenn die Bremssteuerung betätigt wird. 

Hinter der Doppelkabine liegt eine 1.55 Meter lange Ladefläche. Auf die Ladekapazität hat der 48-Volt-Mild-Hybridantrieb – wie oben bereits verwöhnt – keinerlei Einfluss: Die Nutzlast beträgt weiterhin bis zu 1.000 Kilogramm, auch die die Anhängelast bleibt unverändert bei 3.500 kg.

Der Hilux nutzt eine Hinterradaufhängung mit Blattfedern, vorn sind Doppel-Stoßdämpfer eingebaut. Der Pick-up erhält eine Bodenfreiheit von 310 Millimetern und einen Böschungswinkel von 29 Grad vorne beziehungsweise 26 Grad hinten.

Moderne Assitenzsysteme

Der Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid ist mit den neuesten Toyota Safety Sense Technologien ausgestattet. So kann beispielsweise das Pre-Collision-System (PCS) Fußgänger bei Nacht, Radfahrer bei Tag und entgegenkommende Fahrzeuge oder Fußgänger beim Abbiegen an Kreuzungen erkennen. Werden solche Gefahren registriert, gibt das System eine akustische und optische Warnung aus, bevor es bei Bedarf eine der Situation angemessene Bremsung einleitet.

ToyotaToyota Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid Display

Die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) mit Verkehrszeichenerkennung (RSA) ermöglicht eine schnelle Anpassung der Geschwindigkeit an das aktuelle Tempolimit. Vor Autobahnkurven wird das Fahrzeug automatisch auf eine angemessene Geschwindigkeit verlangsamt. Bei Nachtfahrten macht das adaptive Fernlicht (AHB) den manuellen Wechsel zwischen Fern- und Abblendlicht überflüssig. Dadurch wird die Nutzungszeit des Fernlichts bestmöglich ausgeschöpft, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

ToyotaToyota Hilux 48-Volt-Mild-Hybrid Bildschirm

Je nach Modell gehören das Toyota Smart Connect Multimedia-System mit 8-Zoll-Bildschirm und ein JBL Premium-Audio-Paket mit neun Lautsprechern zur Ausstattung des Hilux. Toyota Smart Connect bietet eine Cloud-basierte Navigation mit aktuellen Verkehrsinformationen und einen interaktiven Sprachassistenten für die freihändige Bedienung von Mobiltelefonen und Audiofunktionen. Das eigene Smartphone lässt sich kabellos über Apple CarPlay und Android Auto ins Multimedia-System einbinden. 

Der neue Hilux GR Sport II

Der neue Toyota Hilux GR Sport II

Der neue Hilux GR Sport II soll innerhalb der Baureihe neue Maßstäbe für Performance, Fahrkomfort und Erscheinungsbild setzen. Wobei es nur die gleiche Leistung und das gleiche Drehmoment bietet, wie der nicht elektrifizierte 204-PS-Diesel-Antrieb. Das Topmodell der Baureihe erinnert an die bei der Rallye Dakar eingesetzten Toyota Racer. Sein sportlich-kraftvolles Design zieht die Blicke auf sich. Dazu kommt ein etwas verbessertem Handling sowie eine etwas höhere Stabilität. Die Anhängelast bleibt auch bei dieser sportlichen Variante unverändert bei 3.500 Kilogramm, die Nutzlast bei 1.000 Kilo.

Der neue Toyota Hilux GR Sport II, der Autotester

Optische Akzente setzen rot lackierte Schraubenfedern und Dämpfer hinten, rote Bremssättel, robuste schwarze Kotflügelverbreiterungen (vorn +135, hinten +155 mm) und neu gestaltete schwarze 17-Zoll-Leichtmetallräder. Darüber hinaus zeichnet sich der GR Sport II durch schwarze obere und untere Lufteinlässe im G-Mesh-Design aus. Auch die seitlichen Trittbretter, Außenspiegel, Türgriffe, der Aero-Sportbügel und der hintere Stoßfänger sind in Schwarz gehalten. Ein silberner Unterfahrschutz und die markanten GR Sport Embleme komplettieren den dynamischen Look.

Auch das Innenraum-Design des Hilux GR Sport II bringt Sportlichkeit zum Ausdruck. Das schwarzen Elemente sorgen für eine stilvolle Anmutung. Die Sicherheitsgurte sind in kräftigem Rote gehalten. Lenkrad-Schaltwippen und Aluminium-Sportpedale verstärken den sportlichen Charakter. Die Sportsitze sind mit einer Kombination aus perforiertem schwarzen Kunstwildleder und Leder mit silbernen Nähten bezogen. Carbonfaser-Optik an den Türverkleidungen und an der Armaturentafel unterscheiden dieses Sport-Modell vom normalen Hilux. Der verbaute Kunststoff hinterlässt indes nicht den Eindruck von „high lux“, man kann ihn aber getrost als schlicht und pflegeleicht bezeichnen.

 

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Zu unserer Überraschung trägt der Sport II jedoch nicht die neue 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik und der sau-schweren Motorhaube, hier wäre in unseren Augen der Einsatz von Gasdruckdämpfern eine angenehme Erleichterung. Aber vielleicht ist der Autotester hier zu schwächlich veranlagt.

Der GR Sport II nutzt jedenfalls weiterhin den ungeschminkten 2,8-Liter-Turbo-Diesel-Motor mit seinem direktem Ansprechverhalten. Ein Angebot, über das sich Verbrenner Puristen freuen dürften. Dieses bewährte Triebwerk liefert 150 kW/204 PS und 500 Nm Drehmoment, es ist mit einem robusten Sechsgang-Automatik-Getriebe kombiniert. 

Toyota Hilux (2025)

Fazit

Auf unseren ersten Testfahrten auf den Straßen und insbesondere im zum Teil verschneiten und eisigen Gelände von Kappadokien hat sich der Toyota Hilux bewährt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie er sich – im Rahmen der physikalischen Möglichkeiten – auch auf Schnee und Eis seinen Weg bahnt. Dabei kommen ihm seine große Bodenfreiheit und die guten Böschungswinkel selbstredend zugute.

Der Unterschied zwischen dem reinen Diesel im GR Sport II und dem Diesel mit dem 48-Volt-Mildhybrid-System ist beim Fahren indes kaum merklich. Um ehrlich zu sein, ich konnte nicht erkennen, dass der Antrieb kultivierter läuft. Ja, der Start fühlt sich etwas harmonischer an, und auch das Start-Stop-System arbeitet gefühlt schneller und flüssiger. Ob das in Kombination mit einem Minderverbrauch von 5 bis 7 Prozent den technischen und wirtschaftlichen Aufwand rechtfertigt, sei dahin gestellt. Gut, dass der Kunde die Wahl hat.

Denn bei einem kombinierten WLTP-Norm-Verbrauch von 10 Liter macht der Minderverbrauch rechnerisch grade mal einen halben Liter je 100 Kilometer aus. Da kann ein zurückhaltender Gasfuß mehr bewirken.

Optisch gefällt uns der GR Sport II richtig gut, wer indes zurückhaltend unterwegs sein möchte, der wird mit dem normalen Hilux besser bedient sein, zumal er weder bei Leistung noch bei den Nutzwerten abfällt, aber weniger kostet.