Plug-in-Hybride sind sauberer, als man denkt
In einem Hybrid-Auto ist ein Elektro-Antrieb mit einem Verbrennungsmotor kombiniert. Wegen letzterem rümpfen E-Auto-Befürworter öfters die Nase. Jedoch zu Unrecht, sagen Experten. Denn gerade in puncto Kohlendioxid-Reduktion stehen die Plug-in-Hybride den E-Autos prinzipiell in nichts nach. „Zudem können Hybride zur Vertrauensbildung und Verbreitung der Elektromobilität beitragen, da sie anders als reine Batteriefahrzeuge prinzipiell die gleiche Reichweite wie ein Verbrennungsauto haben“, kommentiert Patrick Jochem, vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Das KIT und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI haben Daten zur Fahrleistung von 49.000 Batteriefahrzeugen und 73.000 Plug-in-Hybridfahrzeugen in Deutschland und in den USA verglichen. Ihr Fazit lautet, dass die rein elektrisch gefahrene Strecke von Plug-in-Hybriden im Jahr bei bis zu 15.000 Kilometer liegt. Reine Elektroautos übersteigen diese Distanz laut dem Vergleich bisher nicht. Was heißt, dass auch das Potenzial zur Kohlendioxid-Reduktion gleich zu bewerten wäre. „Bezieht man noch ein, dass bei der Produktion der deutlich kleineren Batterien von Plug-in-Hybridfahrzeugen weniger Kohlendioxid freigesetzt wird als bei der Produktion der größeren Batterien für Elektrofahrzeuge, haben sie sogar eine bessere Kohlendioxid-Bilanz“, ergänzt Patrick Jochem.
„Plug-in-Fahrzeuge sind eine gute Ergänzung zu Batteriefahrzeugen, um das Ziel der Treibhausgasreduktion zu erreichen. Sie wurden aufgrund fehlender empirischer Daten in der Vergangenheit oft zu kritisch gesehen“, sagt Patrick Plötz vom Fraunhofer ISI. Allerdings weisen die Autoren darauf hin, dass in Zukunft mit abnehmenden Kohlendioxid-Emissionen während der Batterieproduktion zu rechnen sei. Zusammen mit der Verbreitung von Schnell-Ladesäulen werden in den kommenden Jahren aber die reinen Elektroautos ihren Umwelt-Vorteil weiter ausbauen. mid
Foto: KIT/L.Albrecht
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