Mit dem Audi Q8 in der Atacama Wüste – Oder der Griff nach den Sternen
Als Kind vertraute ich fest auf die Kraft und die Magie der Sterne. Bei Wünschen, die außerhalb meines vermeintlichen Einflussbereiches lagen, glaubte ich an die lenkende Wirkung funkelnder Sternschnuppen. Ein ziemlich langwieriger Prozess ist dieses Warten auf das Erlöschen längst vergangener Planeten allerdings schon. Es erfordert viel Geduld und man darf keine Scheu vor der Natur und kalten Nächten haben.



Mitten in dieser Wüste steht nun Audis neuer „Großer Wagen“. Der Q8. Ein Sternenbild oder doch eine Fata Morgana? Könnte auf den ersten Blick beides sein, denn Audis erstes SUV mit abfallender Dachlinie scheint zunächst überhaupt nicht hier her zu passen. Sieht aus, als wäre hier ein Spaceshuttle gelandet.
Dem neusten Ingolstädter Familienmitglied ist die ungeteilte Aufmerksamkeit der Menschen in San Pedro de Atacama sicher. Die der Audianer sowieso und meine natürlich auch. Hier, wo der Pfeffer wächst und gedeiht, wartet Audis aufgehender Stern mit dem bisweilen höchsten Q-Index darauf, von mir gefahren zu werden. Optisch weiß das erste SUV Coupé der Ingolstädter mit klassischem Charme und gleichzeitig aufregender Moderne zu überzeugen. Diese fließende Linienführung – um die stolz ausgestellten Radhäusern und die selbstbewussten Säulen – ist vom Ur-Quattro inspiriert. Und sie macht echt was her. Kein Zweifel!

Aber jetzt wird gefahren. In der Wüste! Einsteigen. Tür zu. Sand, Wind und Hitze bleiben draußen. Hier drinnen dominiert die kühle Moderne in einer Verarbeitungsqualität und Materialanmutung, die ihresgleichen sucht. Schon das serienmäßige Gestühl schmeichelt unserer Kehrseite. Die optionalen Sport-Sitze machen den Q8 zum Luxus-Sportwagen. Und die Technik? Die intuitive Bedienbarkeit des Q8 begeistert mich. Ihr Konzept ist zu großen Teilen bereits aus A8, A7 und A6 bekannt. Das 12.3 Zoll „Audi Active Info Display“ hinterm Lenkrad hat schon im aktuellen Audi TT eine Benchmark gesetzt. Hier werden die wichtigsten Informationen wie etwa die Navi-Karte direkt ins Blickfeld des Fahrers geführt. Trotzdem gibt es gegen Mehrpreis auch ein Head-up Display. Highlight im Q8 ist jedoch das serienmäßige „MMI Touch Response“ Display. Es thront auf zwei Ebenen in der Mittelkonsole. Der obere 10,1 Zoll Screen bildet das Infotainment-System, während die untere 8,6 Zoll-Fläche für die Steuerung der Klima-Funktionen zuständig ist. Das System reagiert auf Berührungen „liebevoll“ mit einem haptischen Feedback. Bin beeindruckt.
Doch heute geht es nicht um das MMI Navigationssystem plus, welches zur Datenübertragung den neuen Standard „LTE Advanced“ nutzt. Auch nicht um die Konnektivitäts-Systeme Apple CarPlay oder Android Auto. Heute wird der Q8 in der atemberaubenden Wüste gefahren. Der Q8 50 TDI ist eine Rakete mit seinem Drei-Liter-Diesel, der satte 286 PS und 600 Newtonmetern Leistung in den Wüstensand zaubert. Dieser Motor schiebt uns im SUV-Coupé in 6,3 Sekunden auf der sandigen Straße, deren Ende man nicht sehen kann, aus dem Stand auf Tempo 100. Bei 232 Stundenkilometern ist selbst in der Wüste die Beschleunigungsgrenze erreicht. Wer vom Q8 träumt, ihn sich aber mit diesem Antrieb nicht leisten kann oder möchte, der wird sich auf den Q8 45 TDI freuen, der Anfang 2019 auf den Markt kommen soll und mit 231 PS ebenfalls eine satte Leistung bereit stellt. Beide Aggregate sind mit einem SCR-System zur Abgasreinigung versehen und erfüllen die Abgasnorm Euro-6d-temp. Zur größeren Varianz wird Anfang 2019 ein V6 Turbo-Benziner mit 340 PS kommen.



Fazit:
In diesem Jahr bin ich 30 geworden. Inzwischen frage ich die Sterne nur noch selten um Rat. Und meine Wünsche erfülle ich mir selbst. Einer davon war bislang ein echter Sportwagen. 
Jan Weizenecker
Absolvent der Volks- und Betriebswirtschaftslehre der Albert-Ludwigs Universität Freiburg. Mal in kleinerem, mal in weiterem Radius, aber immer mit der nötigen Portion Humor, berichte ich seit 2012 über die Neuerscheinungen der Automobilwelt.
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