Maserati steht für Leistung, Luxus und Style. Das gilt selbstredend auch für den im Jahr 2016 erschienen SUV Levante. Im Januar dieses Jahres wurde der sportliche Luxus-Geländewagen überarbeitet. Wir haben das fette Italo-SUV über 10 Tage hinweg im Alltag unter die Lupe genommen. Und auch wenn es derzeit nicht up-to-date ist, als Motorisierung haben wir den 275 PS (202 kW) leistenden V6-Diesel (Twin-Turbo) mit seinen 600 Newtonmetern Drehmoment in der elegant-luxuriösen „GranLusso“-Ausstattung gewählt. Denn auch wenn er nicht klingt, wie man es sich bei einem Maserati vorstellt, der Dieselantrieb passt grundsätzlich gut zu einem SUV. Denn er verbindet hohes Drehmoment, das für dynamischen Vortrieb schon bei relativ niedrigen Drehzahlen steht, mit einem vergleichsweise niedrigem Verbrauch.Maserati Levante 2018Auf unseren meist dynamisch gehaltenen Testfahrten hat der 3.0-Liter-Diesel-Levante im Schnitt 8,8 Liter Diesel je 100 Kilometer konsumiert. Ich denke, das ist ein niedriger Verbrauchswert für einen so großen und schweren Wagen. Maserati gibt als kombinierten Normverbrauchswert 7,2 Liter je 100 Kilometer an. Akustisch hat es mir dieser 6-Zylinder-Diesel, der seine Kraft über eine 8-Gang-Automatik an alle 4 Räder verteilt, jedoch nicht angetan, zu rau und zu laut zeigt er sich in seiner typischen Dieseltonalität. Aus meiner Sicht muss das nicht so sein, denn ich habe andere Beispiele von modernen Selbstzünder-Maschinen erlebt, die akustisch kaum noch von Benzinern zu unterscheiden sind. Meine Gehörgänge wollten sich in der Testphase einfach nicht an einen Maserati gewöhnen, der – Verzeihung – leicht nach Traktor klingt. Seine 275 PS beschleunigen ihn in 6,9 Sekunden von Null auf 100, aber auch hier stelle ich mir bei einem Maserati etwas mehr vor.  Selbstredend ist das gekrittel auf sehr hohem Niveau. Allerdings auch auf sehr hohem Preisniveau. Mein Testwagen kostet in seiner Grundausstattung 72.630 Euro. Dazu kommen noch übliche Sonderausstattungen, die seinen Preis Richtung 100.000 Euro treiben.Maserati Levante 2018Motor und Vortrieb sind natürlich nicht alles. Der Style ist ein ganz wesentlicher Teil eines Maserati. Und hier hat der Levante wirklich viel zu bieten. Wo er fährt und steht zieht der Levante die Blicke auf sich. Einerseits, weil man ihn selten in freier Wildbahn zu sehen bekommt, andererseits aber auch, weil er klasse aussieht. Er ist ein großes, stattliches SUV, das jede Menge Raum für bis zu 5 Personen mit Gepäck bietet. Diese sachliche Betrachtung wird erweitert durch den großen Luxus, den der Levante „GranLusso“ bereit stellt. Scheinbar verschwenderisch verarbeitetes Leder verwöhnt die Passagiere. Die Opulenz seiner Materialien verleiht ihm in Verbindung mit dem italienischen Design hohe Eleganz. Man sitzt wie auf einem Leder-Thron über dem Verkehr. Dabei geben die wunderbaren Sitze sportlichen Seitenhalt. Etwas italienisch falle indes auch Details aus. So ist es nicht einfach, einen Stecker nicht die ungünstig platzierte USB-Buchse zu stecken. Wer das Handy über CarPlay mit dem System des Levante verbindet, hat keinen direkten Zugriff mehr auf das Bedien-Menü. Zumindest habe ich keine Möglichkeit dafür gefunden. Also habe ich den USB-Stecker gezogen, um auf die üblichen Menü-Inhalte zugreifen zu können.

Hilfreiche Assistenzsysteme

Spielraum für Verbesserungen bietet auch der ansonsten hilfreiche Autobahn-Assistent (Abstandsregeltempomat (ACC) in Kombination mit Spurhalte-Assistent). Er arbeitet nur bis Tempo 150. Für fast alle Länder sollte das ausreichen. In Deutschland würde man sich mehr wünschen. Die Verkehrsschildüberwachung erkennt temporäre und permanente Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie Strecken mit Überholverbot. Die entsprechenden Zeichen werden im Fahrzeugdisplay angezeigt. Das hilft dem Fahrer sehr bei der Vermeidung von unkontrolliertem Verhalten.Maserati Levante 2018Kontrolle bekommt der Fahrer auch über das Fahrverhalten des Levante. Eine Achslastverteilung von 50.50 sorgt mit dem serienmäßigen Luftfederungssystem und 4 zur Wahl stehenden Fahr-Modi immer für den besten Vortrieb.  Egal ob robust und mit Allrad im Gelände oder sportlich bis komfortabel auf dem Asphalt. Das passt.

Fazit

Wer an Maserati denkt, erwartet einen hohen Preis. Insofern überrascht der Levante mit seinem Grundpreis von rund 72.000 Euro positiv. Wenn man sieht, was man beispielsweise für eine schnöden 4-Zylinder Volvo V90 auf den Tisch blättern muss, dann erscheint dieser Maserati beinahe als Schnäppchen. Und das exotische SUV macht viel her! Es erscheint teurer, als es ist. Sein drehmomentstarker 6-Zylinder-Dieselantrieb macht ihn auch beim Verbrauch zum bezahlbaren Luxus-SUV. Ein Resümee, das selbst den Verfasser überrascht.

Technische Daten

Maserati Levante Q4 Diesel

Länge x Breite x Höhe (in m): 5,00 x 1,97 x 1,68
Radstand (m): 3,04
Motor: V6-Turbo-Dieselmotor, 2987 ccm, Direkteinspritzung
Leistung: 202 kW / 275 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 600 Nm ab 2000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 6,9 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,2 Liter
CO2-Emissionen: 253 g/km (Euro 6)
Testverbrauch: 8,8 Liter
Tankinhalt: 80 Liter
Leergewicht Testwagen: 2350 kg
Kofferraumvolumen: 580–1600 Liter
Basispreis: 72.630 Euro
Testwagenpreis:  knapp 100.000 Euro