Honda Civic (2023) – Japans Opel Astra Herausforderer mit serienmäßigem Hybridantrieb
Neuer Honda Civic kommt im Herbst auf den deutschen Markt.
Schon seit 50 Jahren gibt es den Honda Civic hierzulande. Im Herbst folgt die elfte Generation des japanischen Kompakt-Modells. Wir konnten den brandneuen Civic bereits in Augenschein nehmen.
Dabei hat er uns überrascht, denn der Civic bekommt ein elegantes Fließheck-Design.
Ausgeprägtes Fließheckdesign
Deutlich europäischer, schlanker und sportlicher kommt der kompakte Japaner nun daher. Das liegt auch daran, dass seine Motorhaube im Vergleich zum Vorgänger um 25 mm abgesenkt wurde.
Die Fensterlinie sitzt nun etwas tiefer und rückt das Fahrzeugs damit näher an die Straße. Davon profitieren auch die Passagiere auf den Rücksitzen, weil sie mehr von der Außenwelt wahrnehmen können. Im Vergleich zur vorherigen Generation des Civic wurde die A-Säule weiter nach hinten gesetzt und an der Mitte der Vorderräder ausgerichtet. Die Räder rücken um einen Zentimeter weiter nach aussen. Das unterstreicht zusammen die sportliche Note schon im Stand deutlich. Die Außenspiegel sitzen jetzt an den Vordertüren, was den toten Winkel verkleinert und damit der Sicherheit zu Gute kommt.
Der höchste Punkt der Dachlinie befindet sich nun weiter vorne als beim Vorgängermodell. Die sanft zum Heck hin abfallende Dachlinie verleiht dem Civic die elegante Optik eines Fließheck-Modells. Das sieht zwar schön aus, öffnet aber die Frage, wie praktisch das ist und ob großgewachsene Menschen sich in der zweiten Sitzreihe noch wohl fühlen. Friedbert hat schon auf dem Rücksitz Platz genommen und mit seiner Körpergröße von 1,86 Meter hat er hier grade noch ausreichend Kopffreiheit. Die Heckklappe des Civic besteht jetzt aus Kunststoff, so ist sie nun 20 Prozent leichter als beim Vorgänger und lässt sich einfacher öffnen und schließen.
Innenraum größer und luftiger
Dank des um 3,5 Zentimeter längeren Radstandes und der um 3 Zentimeter größeren Länge wird der Innenraum des Civic (2023) geräumiger und komfortabler. Der Civic misst nun 4,55 Meter in der Länge, 1,80 Meter in der Breite und 1,41 Meter in der Höhe (minus 2 Zentimeter). Der Radstand legt um 3,5 Zentimeter zu. Mit diesen Maßen liegt der Civic schon im Bereich der Mittelklasse.
Zum Gepäckraum hat Honda bisher noch nichts bekanntgegeben. Im neuen Civic kommen zudem Vordersitze mit einer weiterentwickelten Struktur zu Einsatz, die den Insassen mehr Halt und Komfort verleihen sollen. Im Stand lässt sich nur sagen, dass sie bequem und auch für Europäer passen.
Die horizontale Gestaltung der Armaturentafel lässt den Raum breiter und luftiger erscheinen. Die hier verwendeten Materialien zeigen eine gute Qualität. Die Oberflächen um den Gangwahlhebel sollen besonders resistent gegen Kratzer sein. Ins Auge springen die waben-förmigen Lüftungsgitter, die sich über die gesamte Breite der Armaturentafel erstrecken. Ein hochauflösendes 10,2-Zoll-HD-Farb-Display gehört ab der Ausstattungslinie Advance zum Serienumfang. Unsere ersten Versuche zeigen ein intuitiv bedienbares Infotainmentsystem. Der zentrale Touchscreen wurde weiter oben – und damit im Sichtfeld des Fahrers platziert – er wächst auf neun Zoll. Damit die Insassen auch unterwegs vernetzt bleiben, lassen sich Smartphones mit Android Auto oder Apple CarPlay kabellos in das Infotainmentsystem des Civic einbinden.
e:HEV Antrieb
Der neue Honda Civic verfügt serienmäßig über den sogenannten e:HEV (Hybrid Electric Vehicle) Antrieb. Bei ihm kommen eine Lithium-Ionen-Batterie (72 Zellen) sowie zwei Elektromotoren in Kombination mit einem neu entwickelten 2,0-Liter-Atkinson-Benzin-Direkt-Einspritzer zum Einsatz. Nach Angaben von Honda entwickeln die elektrischen Antriebsmotoren eine Leistung von bis zu 135 kW und ein maximales Drehmoment von 315 Newtonmetern. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 180 Stundenkilometern genannt. Zur Beschleunigung liegen Honda Deutschland aktuell noch keine Werte vor. Als maximale Anhängelast geben die Japaner 750 Kilogramm an.
Der Benzin-Verbrenner soll durch einen Betrieb im optimalen Drehzahlbereich einen thermischen Wirkungsgrad von 41 Prozent erreichen. Das wäre zweifellos ein Spitzenwert. Die kompakte Hochspannungssteuereinheit ist jetzt zusammen mit den beiden Elektromotoren im Motorraum untergebracht. Unter den Rücksitzen findet die IPU (Intelligent Power Unit), die auch die Batterie beinhaltet, Platz. Der Verbrenner produziert über einen Generator elektrischen Strom, der entweder direkt an die E-Maschine oder über die Akkus an den E-Antrieb geleitet werden. Die im Akku gesammelte Energie kann in sogenannten Umweltzonen zum Antrieb verwendet werden, ohne in diesem Moment den Verbrenner laufen lassen zu müssen. Das System soll eine direkte Drehmomententfaltung mit kraftvoller Beschleunigung und hervorragender Effizienz verbinden. Das Antriebssystem soll nahtlos und ohne Eingreifen des Fahrers zwischen reinem Elektroantrieb („EV Drive“), Hybridantrieb („Hybrid Drive“) und Verbrenner-Motor („Engine Drive“) wechseln. Vier Fahrmodi stehen dem Fahrer zur Verfügung, um das Fahrverhalten auf seine Wünsche hin anzupassen: Eco, Normal, Sport und ein neuer Individualmodus, der eine individuelle Kombination von Antriebs-, Lenkungs- und Instrumentenanzeige-Modi ermöglichen soll. Zu all diesen Angaben können mehr sagen, nachdem wir den neuen Civic zum ersten Mal fahren konnten. Das wird wohl zu Mitte des Jahres der Fall sein.
Moderne Sicherheitssysteme
Der neue Civic verfügt über zahlreiche fortschrittliche Sicherheitsfunktionen und Assistenzsysteme. Mithilfe einer neuen 100-Grad-Weitwinkel-Frontkamera und einer verbesserten Erkennungstechnologie werden Fußgänger, Fahrbahnmarkierungen, Begrenzungen sowie andere Fahrzeuge einschließlich Motorräder und Fahrräder erkannt. Zum ersten Mal ist der neue Civic auch mit Sonar-Sensoren ausgestattet – vier vorne und vier hinten. Neben dem verbesserten Kollisionswarnsystem (Collision Mitigation Braking System), dem Spurhalte-Assistenten (Lane Keep Assist) und der intelligenten adaptiven Geschwindigkeitsregelung (i-ACC / intelligent Adaptive Cruise Control) gehören auch der bereits erwähnte Tot-Winkel-Assistent (Blind Spot Information), ein Auspark-Assistent (Cross Traffic Monitor) und ein Stauassistent (Traffic Jam Assist) zu den neuen Bestandteilen des umfassenden aktiven Sicherheitsangebots im Civic.
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Zur Erfüllung der strengen Sicherheitsstandards von Euro NCAP sollen neben den neuen aktiven Sicherheitstechnologien auch neue strukturelle Komponenten beitragen: zusätzliche Träger in den Türen, die das Verhalten bei einem Seitenaufprall verbessern; Sicherheitsbleche im vorderen Stoßfänger, die die Aufprallenergie absorbieren, um Bein- und Knieverletzungen zu verringern. Elf Airbags, darunter Seitenairbags für die Rücksitze; Knieairbags für die Vordersitze, sollen dazu beitragen, Verletzungen bei einem Frontalaufprall zu verringern. Ein mittlerer Frontairbag für den Fahrersitz soll bei einem Seitenaufprall das Zusammenstoßen von Fahrer und Beifahrer verhindern.
Fazit
Der neue Civic überzeugt optisch mit einer eleganten Fließheckform. Gegenüber dem Vorgänger steht er nun satter auf der Straße, sein Design mit den klareren Linien wurde deutlich auf den Geschmack der Europäer hin verändert. Trotz der flacheren Bauform kommt der Nutzwert nicht zu kurz. Im Gegenteil, der längere Radstand wirkt sich auch im Innenraum positiv aus. Menschen über 1,86 Meter werden in der zweiten Sitzreihe wohl mit dem Kopf an den Dachhimmel reichen.
Wir sind schon gespannt, wie sich der neue Civic fährt, wir erwarten zur Jahresmitte die entsprechenden Fahrtests. Dann wird sich unter anderem zeigen, mit welchen Verbrauchswerten der neue Civic aufwarten kann.
Technische Daten:
Honda Civic e:HEV (2023)
Verbrauch: Ziel unter 5 Liter/100 km
CO2: Ziel unter 110 g7km
Max Leistung 135kW/315 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Anhängelast: 750 kg gebremst
600 kg ungebremst
Dachlast: 65 kg
Preis: noch nicht kommuniziert
Wettbewerber: Opel Astra, VW Golf, Hyundai i30 Fastback, Mazda3
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Dr. Friedbert Weizenecker
Dr. Friedbert Weizenecker - Seit mehr als 15 Jahren schreibe ich Auto-Themen für mehrere Zeitungen. Vor meiner Zeit als Auto-Journalist habe ich wirtschaftswissenschaftliche Features für ein Wirtschaftsmagazin und für Zeitungen verfasst. Als Volkswirt, Betriebswirt und Soziologe versuche ich auch ökonomische und gesellschaftliche Aspekte einfließen zu lassen. Autos sind meine Leidenschaft.
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