Golf Variant wird zum Rennauto für Familienväter
Nachdem es den normalen VW Golf schon geraume Zeit in der R-Version gibt, legen die Wolfsburger nun nach und stecken die Technik des Golf R auch in den Variant. Der Autotester konnte den Familiensportwagen auf der Rennstrecke im spanischen Ascari für seine Leser unter die Lupe nehmen.

Zunächst jedoch zum weniger angenehmen Kapitel – dem Preis. Denn so preisintensiv war noch kein anderer Serien-Golf. Die R-Version des Golf Variant kostet mindestens 42.925 Euro. Wer zudem das große Navigationssystem, Ledersitze und das ein oder andere Assistenzsystem möchte, kommt locker auf mehr als 50.000 Euro. Ja, wir sprechen hier noch immer von einem VW Golf.

Der Golf R Variant ist aktuell ausschließlich mit dem wunderbaren Doppelkupplungsgetriebe zu haben. Das lässt den Aufpreis gegenüber dem normalen R Golf, der mindestens 39.000 Euro kostet, geringer erscheinen. Ansonsten bleibt die Technik identisch. Der 4-Zylinder 2,0-Liter-Turbo-Benziner leistet auch im Variant 300 PS. Sein serienmäßiger Allradantrieb verwendet die Haldex-5-Technik. Das Sportfahrwerk des Variant wurde minimal tiefer gelegt. Und – hier unterscheidet sich der Variant vom Golf – sein elektronisches Stabilitätsprogramm ist vollständig deaktivierbar. Ansonsten gibt es fette Schürzen und 4 kraftverheißende Endrohre.
Sport-Kombi mit Launch-Control
Das Kombi-Heck des Golf Variant wiegt etwa 70 Kilogramm zusätzlich. Das kostet zwei Zehntelsekunden beim Sprint auf 100 und etwas mehr Sprit. Der Variant R spurtet in 5,1 Sekunden auf 100 und verbraucht sieben Liter (Norm-Mix-Wert) auf 100 Kilometer. Auf der Rennstrecke steigt der Verbrauch dann schnell auf 20 Liter, aber das darf ja nicht der Maßstab sein. Beim Sprint aus dem Stand katapultiert die „Launch Control“ den heißen Variant mit unbändiger Wucht vorwärts.

Im „Racing“-Modus werden Lenkung, Stoßdämpfer und Gaspedalkennlinie verändert. Die 4-Rohr-Auspuffanlage gibt sich jetzt richtig böse.Der Kombi-Hintern des Variant verbessert nicht nur den Nutzwert des stärksten Golf, er verbessert zugleich die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Denn wenn vorn die Traktion nachlässt, baut eine Ölpumpe an der Hinterachse Druck auf und schließt die Visco-Kupplung des Allradantriebes. Maximal die Hälfte der Kraft gelangt so nach hinten.

Mit Bremseingriffen an der Vorderachse simuliert das System eine hecklastige Auslegung. Und ich sage Euch, das macht auf der Rennstrecke mächtig Spaß.
Wie ein Großer lässt sich dieser Variant durch die Kurven treiben. Dabei bleibt er stets neutral, nur im Grenzbereich schiebt er gut kontrollierbar über die Vorderräder. Das Doppelkupplungsgetriebe übertüncht den Einsatz des Turbos mit niedrigen Gangstufen und der Turbobenziner zieht den Kombi mit mächtigem Vortrieb, aber stets berechenbar, aus der Kurve. Dabei wird er allerdings nie zum wilden Rennwagen. Am Ende bleibt er ein vernunftbetonter Volkswagen.

Wer es noch vernünftiger und verbrauchsgünstiger mag, der sollte seinen Blick zum GTD Variant lenken. Dieser Selbstzünder mit der 2.0 Liter Maschine leistet 184 PS und ist beileibe kein Leisetreter. Lest in Kürze hier auch unseren Beitrag zum Variant als „Diesel GTI“.
Wesentliche Technische Daten des Golf Variant R:
- Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner
- Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplung, Allradantrieb mit Haldex-5-System
- Leistung: 300 PS/221 kW
- max. Drehmoment: 380 Nm
- Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
- 0-100 km/h in 5,1 s
- Verbrauch: 7,0 l/100 km
- CO2-Ausstoß: 164 (121) g/km
- Länge x Breite x Höhe in m: 4,57 x 1,80 x 1,47
- Radstand: 2,64 m
- Ladevolumen: 605 – 1.620 l
- Leergewicht: 1.574 kg
- Preis: 42.925 Euro.
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