Mit einer Leasingübernahme kommt man schon vor Vertragsende aus dem Leasingvertrag oder kann einen bestehenden Vertrag mit kurzer Laufzeit übernehmen. Wenn sich die finanziellen beziehungsweise familiären Bedingungen ändern oder man einfach unzufrieden mit dem aktuellen Auto ist, kann die Übertragung des Vertrags eine attraktive Option sein. In diesem Artikel erklären wir die Vor- und Nachteile einer Leasingübernahme und worauf man bei der Durchführung achten sollte.

Der Artikel in Kürze:

  • Bei einer Leasingübernahme wird der Vertrag von einem Kunden auf einen anderen umgeschrieben
  • Der neue Leasingnehmer übernimmt das Fahrzeug mit allen Bedingungen bis zum offiziellen Vertragsende
  • Vorteile sind die kurze Restlaufzeit, schnelle Verfügbarkeit und möglicherweise attraktive Konditionen
  • Auf der anderen Seite erfordert die Übernahme viel Bürokratie und man haftet auch für Schäden des vorherigen Halters
  • Auf verschiedenen Onlineportalen kann man Übernahmen einfach einstellen oder suchen

Was ist eine Leasingübernahme?

Bei einer Leasingübernahme handelt es sich um eine Übertragung des Leasingvertrags vom alten zu einem neuen Leasingnehmer. Wenn man sich entscheidet, dass man aus seinem Leasing Vertrag vor Vertragsende aussteigen möchte, bietet die Übernahme eine finanziell sinnvolle Lösung. Dabei wird der komplette Vertrag inklusive der bisherigen Konditionen auf den neuen Leasingnehmer umgeschrieben. Der Übernehmende übernimmt also auch die Kilometerbegrenzung sowie alle Verpflichtungen des Fahrzeugs. Zudem muss der Interessent für eine Leasingübernahme auch die Kriterien des Leasinggebers akzeptieren, in der Regel ist das die Herstellerbank des jeweiligen Autoherstellers. Dazu zählt eine ausreichende Bonität sowie Teil der selben Kundengruppe zu sein. Sprich ein Gewerbeleasing kann in der Regel nur von einem Gewerbetreibenden übernommen werden und ein Privatleasing kann nur von einem Privatkunden übernommen werden. Der Leasinggeber kann die Überschreibung des Vertrags auch kategorisch ausschließen oder nach eigenen Belieben den vorgeschlagenen Interessenten ablehnen. Außerdem verlangen die meisten Leasingbanken eine Bearbeitungsgebühr für die Übernahme, die zwischen 250 und 1000 Euro liegt. Bei einem Leasingvertrag hat man in der Regel eine festgeschriebene Laufzeit zwischen zwei und vier Jahren. Eine vorzeitige Kündigung ist nicht ohne weiteres Möglich.

Wie läuft eine Leasingübernahme ab?

  1. Sollte man sich dafür entscheiden, seinen aktuellen Leasingvertrag abzugeben, sollte man zunächst den eigenen Leasinggeber unterrichten und sich nach den Bedingungen und Konditionen für eine Umschreibung erkundigen. Dieser wird einem mitteilen, welche Dokumente er benötigt und welche Gebühren auf einen zukommen.
  2. Anschließen kann man sein Fahrzeug auf einer Plattform im Internet inserieren. Hier gibt es verschiedenste Anbieter mit unterschiedlichen Kostenstrukturen und Services. Manche Plattformen bieten an, die komplette Abwicklung der Übernahme zu übernehmen, aber verlangen dafür oft eine hohe Gebühr. Auf anderen Seiten kann man lediglich das Angebot teilen und sich selbst um die Bearbeitung der Interessenten kümmern. Auf der Plattform Mivodo beispielsweise kann man seine Leasingübernahme kostenlos anbieten. Ist das Angebot einmal online wartet man ab, bis sich die ersten Interessenten melden. Wie groß der Ansturm ist, hängt maßgeblich von der Attraktivität des Angebots ab. Wenn der Leasingvertrag erheblich teurer ist, als die aktuellen Konditionen für eine Neubestellung des gleichen Autos, wird man es schwer haben einen Interessenten zu finden.
  3. Weiterhin sollte euer Angebot möglichst viele Details zu den Kosten und der Fahrzeugausstattung enthalten. Sind die Kosten transparent aufgelistet, ist das ein sehr positives Signal für potenzielle Interessenten.
  4. Hat man erstmal ein paar Anfragen erhalten, dann muss man diese auch bearbeiten. Den Personen, die konkretes Interesse an der Übertragung haben, sollte man die Unterlagen zur Prüfung zukommen lassen. Das ist in der Regel eine Selbstauskunft und eine Kopie des Personalausweis. Bei Gewerbetreibenden sollte man auch eine BWA, eine Gewebeanmeldung oder einen Handelsregisterauszug beilegen.
  5. Die ausgefüllten Daten übermittelt man an den Leasinggeber, damit dieser prüfen kann, ob einer der vorgeschlagenen Personen für eine Übernahme in Frage kommt. Dieser Prozess kann je nach Bank einige Wochen dauern.
  6. Hat die Bank den neuen Leasingnehmer angenommen, kann der Vertrag überschrieben werden. Dafür trifft man sich persönlich, um einen Übernahmevertrag zu unterzeichnen. Es ist weiterhin ratsam, einen unabhängigen Prüfer hinzuziehen, um mögliche Schäden am Fahrzeug festzuhalten und sich hierüber mit dem neuen Leasingnehmer zu einigen.
  7. Der bisherige Halter des Autos meldet das Fahrzeug ab und der neue Leasingkunde kann das Fahrzeug in seinem Landkreis anmelden. Wenn das Auto erst in die eigene Region überführt werden muss, sollte man sich rechtzeitig Kurzzeit-Kennzeichen beantragen.
  8. Außerdem muss eine Kfz-Versicherung durch den Übernehmenden abgeschlossen und nachgewiesen werden, sofern diese kein Bestandteil des Leasings ist.
VW T-Cross, Nina Weizenecker
https://www.instagram.com/nina_weizenecker/

Worauf sollte man achten?

Wenn man eine Leasingübernahme durchführen möchte, unabhängig davon ob man seinen abgeben oder einen anderen übernehmen möchte, sollte man auf ein paar Aspekte achten. Denn es gibt dabei wie bei fast allen Finanzierungsoptionen gewisse Vor- und Nachteile.

Die Vorteile

Für den bisherigen Fahrer des Leasing Autos liegt der Vorteil auf der Hand. Er kommt frühzeitig aus seinem Leasingvertrag. Aber auch die Autobank und das Autohaus ist grundsätzlich an einer guten Übernahme interessiert, denn sie bekommen durch die Umschreibung einen zahlungsfähigen Kunden und müssen nicht den Ausfall von Ratenzahlungen fürchten. Für den neuen Leasingnehmer ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass er zeitnah ein Auto übernehmen kann mit einer mehr oder weniger kurzen Restlaufzeit. Außerdem könnte er besonders gute Konditionen ergattern, wenn das Auto zum Abschluss des Vertrags besonders günstig beworben wurde. Je nach Geschwindigkeit des Leasinggebers hinsichtlich der Prüfung, bekommt der neue Leasingnehmer das Auto schneller, als würde er ein neues Auto bestellen.

Nachteile einer Übernahme

Die Umschreibung eines Leasingvertrags hat allerdings auch ein paar Nachteile. Das Auto ist logischerweise schon ein Gebrauchtwagen und wurde bereits einige Kilometer gefahren. Im Hinblick auf die Ausstattung des Fahrzeugs hat man auch keine Auswahl und muss mit der Konfiguration des ursprünglichen Leasingkunden leben. Dies sind allerdings Aspekte, die bekannt und offensichtlich sind. Etwas komplexer ist es mit den Konditionen des Vertrags. Diese muss der neue Leasingnehmer 1:1 übernehmen. Bei der jährlichen Fahrleistung sollte man darauf achten, ob der alte Leasingnehmer noch im Rahmen der Laufleistung (gemessen an der bisherigen Laufzeit) ist oder ob schon zu viele Kilometer gefahren wurden. In letzterem Fall sollte man sich einigen, wie man die Mehrkilometer finanziell ausgleicht. Ein sehr großes Risiko bei der Übernahme sind etwaige Schäden, die man vielleicht überhaupt nicht sieht. Deshalb ist es ratsam, einen unabhängigen Gutachter hinzuziehen, der den Fahrzeugzustand neutral einschätzen kann. Zuletzt sollte man auch beachten, dass eine Leasingübernahme in der Regel deutlich mehr Aufwand bedeutet als einen Neuvertrag abzuschließen. Denn man muss sich mit dem alten Fahrzeughalter abstimmen. Das Auto überführen und ummelden sowie auf die Genehmigung der Leasingbank warten. Insbesondere letzteres kann sich sehr lange hinziehen. Die Leasinggesellschaften kümmern sich lieber um Neugeschäft als um die Prüfung von Umschreibungen. Im schlimmsten Fall lässt die Bank einen über Monate warten.

Die Kosten einer Leasingübernahme

Bei der Leasingübernahme fallen diverse Kosten an, die entweder vom Übernehmenden oder vom bisherigen Kunden übernommen werden. Alternativ kann man sich auf eine faire Teilung der Kosten einigen. Ein Kostenpunkt ist die Gebühr zur Umschreibung des Vertrags, die die Leasingbank in Rechnung stellen wird. Diese liegen in der Regel zwischen 250 bis 1000 Euro. Des Weiteren können Kosten für einen Gutachter entstehen, wenn man sicher gehen möchte, dass das Fahrzeug keine unbekannten Schäden hat. Hat der bisherige Leasingnehmer zum Anfang des Vertrags eine Sonderzahlung geleistet, wird man diese in der Regel auf die komplette Laufzeit aufteilen. Sprich man teilt den Betrag durch die Gesamtlaufzeit und der neue Leasingnehmer zahlt die Sonderzahlung an den alten Halter für die Restlaufzeit. In vielen Fällen ist die Übernahme der Kosten Verhandlungssache. Handelt es sich um ein sehr attraktives Angebot und Fahrzeug, wird der Anbieter viele Anfragen erhalten und seinen Vertrag sehr schnell abgeben können. Wenn es sich um ein Angebot mit unterdurchschnittlichen Konditionen handelt, kann es aber auch sein, dass der bisherige Leasingkunde die Kosten trägt oder einen Bonus für die Übernahme zahlt, damit er den Vertrag vermittelt bekommt.

Volvo Schlüssel

Gibt es Alternativen zu einer Übernahme?

Eine Übernahme hat ihren Charme aufgrund der kurzen Restlaufzeit und des sofort verfügbaren Fahrzeugs, dennoch gibt es auch Alternativen, die diese Vorteile ebenfalls mitbringen. Eine Option wäre ein Neuvertrag mit einer kurzen Laufzeit von nur 12 Monaten. Hier werden die monatlichen Raten allerdings deutlich höher liegen, da man gute Konditionen oft erst ab 36 Monaten Laufzeit erhält. Eine andere Option ist das Auto Abo, das ebenfalls sehr kurze und flexible Laufzeiten bietet. Außerdem bekommt man hier oft sofort verfügbare Fahrzeuge und alle Nebenkosten sind in der Rate bereits enthalten. Allerdings sind die Preise für Abonnements auch deutlich höher als für lange Leasingverträge.

Wie kann ich eine Leasingübernahme anbieten?

Eine Leasingübernahme kann man bei vielen Onlineportalen einstellen. Dazu zählen Leasingportale, Gruppen in sozialen Netzwerken oder bekannte Kleinanzeigen-Portale. Bei vielen Portalen zahlt man auch keine Gebühren für das Einstellen. Andere wiederum verlangen eine Gebühr zum Einstellen oder eine Pauschale für die erfolgreiche Vermittlung.

Fazit: Wann lohnt sich eine Leasingübernahme?

Für Interessenten lohnt sich eine Leasingübernahme, wenn man einen Vertrag mit kurzer Restlaufzeit und womöglich vielen Restkilometern sucht. Außerdem kann man möglicherweise bessere Konditionen bei einer Übernahmen ergattern als derzeit bei Neuverträgen angeboten werden. Aus der Sicht des Leasingnehmers macht die Übernahme Sinn, wenn man schon vor Ende der Laufzeit aus seinem Vertrag aussteigen möchte. Hier ist die Übergabe des Vertrags eine finanziell attraktive Option.