Und raus bist Du – WLTP beendet die Förderung vieler Plug-in-Hybride
Der seit Anfang September verbindliche neue Verbrauchstest WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure) hat auch Auswirkungen auf die Förderung von Plug-in-Hybrid-Modellen. Für zahlreiche Fahrzeuge bedeutet das neue Messverfahren das Ende der staatlichen Förderung (1500 Euro), weil sie mehr als 50 Gramm CO2 ausstoßen und so über der festgelegten Grenze liegen.
Besonders hart wird dabei Volvo von der Umstellung auf die neue Messmethode getroffen. Alle Plug-in-Hybride der Schweden haben mit der Einführung des WLTP ihre Förderung verloren. Die ersten „Opfer“ des neuen Testverfahrens waren bereits im März die beiden BMW-Modelle 225xe i-Performance Active Tourer und Mini SE Countryman All4. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – hier werden die Förderanträge bearbeitet – erklärte damals gegenüber dem Branchendienst electrive.net, dass durch das „neue Messverfahren die CO2-Emissionen steigen und die für die Förderfähigkeit notwendige und festgelegte Schwelle von 50 Gramm je Kilometer überschritten wird“.
Der WLTP wurde eingeführt, um realistischere Verbrauchs- und Abgaswerte zu ermitteln, was unter anderem bei vielen Verbrenner-Modellen zu einer höheren Einstufung bei der Kfz-Steuer führt. Die neue Methode hat in den vergangenen Monaten bei den Herstellern zu hektischen Aktivitäten geführt. Während zum Beispiel Opel und auch der PSA-Konzern offensichtlich rechtzeitig alle Modelle nach WLTP getestet haben, kam es bei anderen Herstellern zu größeren Lieferengpässen. Volkswagen musste sogar ein Gelände auf dem unvollendeten Berliner Flughafen pachten, um dort Modelle zu parken, die noch nicht nach WLTP zertifiziert sind.
Während sich bei den batterieelektrischen Modellen die Förderung nicht verändert, verliert bei den Plug-in-Hybriden neben der Volvo-Flotte auch der Kia Optima Plug-in Hybrid Attract seine Förderung. Für Volvo dürfte die Abstufung allerdings verkraftbar sein. Bisher wurden nach Angaben des BAFA, lediglich 773 Anträge gestellt, die alle den V60 betrafen. Die Modelle der anderen Hersteller behalten ihren Bonus, denn, so das BAFA in seiner eigenen Logik: „Der nach NEFZ gemessene CO2-Wert gilt weiterhin.“ Aber: „Fahrzeuge, die nach dem 31. 8. 2018 erstmals zugelassen werden, müssen mit einer Ausnahmegenehmigung des Kraftfahrt Bundesamts versehen sein.“ Das betrifft die große Mehrheit der gelisteten Fahrzeuge und bringt ein weiteres Antragsverfahren für den Käufer mit sich.
Ohne Probleme können die Käufer der Hyundai-Ioniq-Baureihe, des Kia Niro, Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander und einige Versionen des Toyota Prius mit dem staatlichen Zuschuss rechnen. Die Liste mit allen geförderten E-Mobilen kann bei der BAFA (www.bafa.de) heruntergeladen werden. ampnet
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