Taxi-Studie: Ortsfremde greifen oft tiefer in die Tasche
Viele Taxi-Fahrgäste hatten in einer fremden Stadt schon mal den Verdacht, dass sie nicht auf die preiswerteste Weise von A nach B transportiert wurden. Das könnte durchaus der Realität entsprechen – vor allem, wenn der Fahrer wusste, dass es sich um eine vom Arbeitgeber des Passagiers bezahlte Tour handelte.
Viele Taxi-Fahrgäste hatten in einer fremden Stadt schon mal den Verdacht, dass sie nicht auf die preiswerteste Weise von A nach B transportiert wurden. Das könnte durchaus der Realität entsprechen – vor allem, wenn der Fahrer wusste, dass es sich um eine vom Arbeitgeber des Passagiers bezahlte Tour handelte. Das ergab jetzt eine aktuelle Studie.
Professor Dr. Matthias Sutter von der Uni Köln und seine Kollegen Loukas Balafoutas und Rudolf Kerschbamer von der Uni Innsbruck untersuchten dafür 400 Taxifahrten in Athen. Der Fahrgast machte dabei jeweils deutlich, dass er ortsfremd war und hinterher eine Quittung wollte.
Das Ergebnis der Auswertung: Bei 112 der 400 Fahrten, also bei 28 Prozent, wurde zu viel Geld verlangt, der Fahrpreis stieg im Schnitt um sieben Prozent. Um mehr kassieren zu können, griffen die Fahrer dabei unterschiedlich tief in die Trickkiste: Knapp 77 Prozent verlangten Entgelt etwa für die erfundene Anfahrt zum Flughafen. In 14 Fällen waren die Taxameter manipuliert oder auf den Nacht- statt den Tagestarif eingestellt. Und schließlich wurde in fünf Prozent der Fälle der Fahrpreis elegant aufgerundet.
Interessant: Frauen mussten um 26 Prozent häufiger höhere Fahrgebühren bezahlen als Männer. Umwege fuhren die Chauffeure aber weder bei Frauen, noch bei Männern – weil sie sich nicht lohnen: „Die Überberechnung ist lukrativer und erhöht den Verdienst des Fahrers, ohne zusätzliche Kosten wie Treibstoff oder Reparaturkosten hervorzurufen“, so Sutter. mid
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