Peugeot will seine zwischenzeitlich verschütteten sportlichen Gene wieder ausgraben – und zwar mit Hybrid-Modellen. Dies war am Rande einer Fahrpräsentation in Nordrhein-Westfalen zu hören. Die Hochleistungs-Derivate sollen auf die Modellbezeichnung PSE hören, was für Peugeot Sport Engineered steht. Erstes Sportmodell der Marke wird der 508 PSE; der Plug-in-Hybrid, der einen Elektroantrieb mit einem Vier-Zylinder-Ottomotor kombiniert, wird es entgegen Spekulationen, die ihn bei 400 PS (294 kW) verorten, vermutlich mit rund 370 PS (287 kW) bewenden lassen.

Doch auch damit setzt er sich weit von den profaneren Varianten der Baureihe ab, die zwischen 130 PS (96 kW) und 225 PS (166 kW) leisten. Einen ersten Blick auf den 508 PSE hat die französische Marke bereits im vergangenen Jahr mit einer Studie gewährt, die auf die sperrige Bezeichnung Concept 508 Peugeot Sport Engineered Neo-Performance hört. Anfang 2021 wird die Serienausführung eingeführt, der Preis dürfte bei rund 60.000 Euro liegen.

Darüber hinaus wird Peugeot eine Reihe weiterer Baureihen mit PSE-Derivaten anbieten, die entweder mit Plug-in-Hybrid-Antrieben oder mit reinem Elektroantrieb ausgerüstet sind. Man will pro Jahr ein Modell vorstellen. Letztlich dürfte es einen 208 PSE, einen 2008 PSE, einen 308 PSE und einen 3008 PSE geben. Noch gibt es keine Bestätigung dafür, man darf allerdings davon ausgehen, dass 208 und 2008 PSE einen reinen Elektroantrieb erhalten, 308 und 3008 PSE hingegen als Hybrid auftreten.

Eine Serienproduktion des Concept Car e-Legend, eines retrofuturistischen Oberklasse-Coupés, ist seit einiger Zeit vom Tisch, obwohl eine entsprechende Online-Petition bis dato knapp 62.000 Unterschriften gesammelt hat. Die Studie war als reines Elektroauto konzipiert; sie zeichnete sich durch ein ungewöhnliches, mit blauem Velours ausgeschlagenes Interieur aus und erinnerte formal an den 504 Coupé.

Concept 508 Peugeot Sport Engineered Neo-Performance.

Mit den PSE-Modellen knüpft Peugeot an eine stolze Tradition sportlicher Modelle an. Bereits der 404 galt in den 60er-Jahren als ungewöhnlich schnelle Limousine; ab 1969 dienten 504 Coupé und Cabriolet als sportliche Speerspitze der Marke. Kultcharakter erreichte der 1984 vorgestellte 205 GTI, doch auch die anderen Baureihen wurden von sportlichen Spitzenmodellen gekrönt. Dazu zählten etwa der 505 Turbo injection, der 405 T16 mit variablem Turbolader, das formschöne 406 V6 Coupé oder die späteren S16-Modelle.

Mit den elektrifizierten PSE-Modellen verabschiedet sich Peugeot vom Leichtbau und Purismus der GTI- und S16-Typen. Doch die neue, moderne Form der Sportlichkeit mit lautlosem Anfahren und ansatzloser Beschleunigung wird vielleicht nicht minder faszinierend sein. Und sie wird Peugeot dabei helfen, die ehrgeizigen Emissionsvorschriften der kommenden Jahre zu erreichen. ampnet

Fotos: Peugeot