Pariser Autosalon 1958: Weltpremiere der Renault Floride
Die Idee zur Floride kam aus den Vereinigten Staaten. Mit der Heckmotorlimousine Dauphine landete Renault dort ausgezeichnete Exporterfolge. Deshalb beschloss Renault 1957 auf Anregung amerikanischer Vertragshändler den Bau eines hübschen Coupés und Cabriolets auf Dauphine-Basis. Der Grundentwurf stammte vom namhaften italienischen Designer Pietro Frua und erhielt in der Designabteilung von Renault den letzten Feinschliff.
Technisch entsprachen die Schwestermodelle weitgehend der erfolgreichen Dauphine. Als Motorisierung diente der im Heck untergebrachte, 845 Kubikzentimeter große Vierzylinder aus der Dauphine Gordini mit 40 PS. Die nach heutigen Maßstäben bescheidene Leistung erlaubte eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h, damals ein durchaus respektabler Wert. Bis Oktober 1965 stiegen die Motorleistung auf 58 PS und der Hubraum auf 1,1 Liter, so dass 145 km/h Topspeed möglich wurden. Für die Frischluftzufuhr zu Luftfilter und Wasserkühler sorgten geschickt integrierte Einlässe vor den Hinterrädern. 1962 versetzten die Ingenieure den Kühler hinter den Motor, so dass die seitlichen Kühlluftkiemen entfielen. Stattdessen erhielt sie ein Band mit Luftschlitzen auf der Motorhaube.
Publikum und Presse nahmen die Floride begeistert auf. Die Besucher des Pariser Autosalons 1958 waren so hingerissen, dass sie Renault mit Vorbestellungen regelrecht zuschütteten. Als Reaktion auf den Nachfrageboom schraubte die Firmenleitung das Fertigungsziel von 30 auf 200 Fahrzeuge pro Tag hoch. Doch nicht nur die eigenen Formen verhalfen dem charmanten 2+2-Sitzer zu Ruhm: Eine spektakuläre Fotoproduktion mit dem Filmstar Brigitte Bardot heizte die Begehrlichkeit noch zusätzlich an. Die Leinwandgöttin am Steuer, auf der Motorhaube und auf den Kotflügeln machte die Floride rund um die Welt berühmt.
Fotos: Renault
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