Panasonic Jaguar Formel E: Auf der Suche nach der Grenzerfahrung
So ganz neu ist die Botschaft nicht, aber immer noch überraschend: Jaguar steigt in die Formel E mit einem eigenen Auto und einem großen Team ein. Das Rennfahrzeug hatten die Briten schon beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring dabei. Da stand es inmitten der Benziner der erfolgreichen Rennhistorie noch wie ein Fremdkörper, so gar nicht passend zur Geschichte der Marke oder zum aktuellen Fahrzeugangebot. Bei der Vorstellung des neuen E-Renners mit der Typenbezeichnung Jaguar I-Type 1 wollen die Briten offenbar gleich in die nächste Phase des elektrischen Autos vordringen.Man suche in der Formel E Grenzerfahrungen, sagte Gerd Mäuser, Chairman Panasonic Jaguar Racing bei der Vorstellung seines ersten Elektro-Renners jetzt in englischen Gaydon. Den Elektroantrieb ordnete er auch für Jaguar als einen entscheidenden Teil des Geschäfts in der Zukunft ein. Mäuser: „Als erster Premiumhersteller in der Formel E sind wir stolz darauf, in den Top-Motorsport zurückzukehren.“ Mäuser erwartet, dass andere folgen werden.
Sein Entwicklungschef Nick Rogers bezeichnet den I-Type als eines der Hauptthemen in der Fahrzeugentwicklung bei Jaguar. Gemeinsam wolle man mit den Renneinsätzen die Technologien bis an die Grenze ausloten. Sein Ziel: Die nächste Generation begeistern, nicht nur für den neuen Formel-Sport, sondern erst recht für den Elektroantrieb. Die Welt braucht den emissionsfreien Antrieb und Jaguar braucht Siege – nicht für die Pokale, aber für einen Stimmungswandel zugunsten des Elektroantriebs. Zur Zeit würde es einem Serien-Jaguar mit Elektroantrieb an Glaubwürdigkeit fehlen. Das zu ändern, ist ebenfalls Aufgabe der neuen Mannschaft um Teamdirektor James Barcley.
Der japanische Automobilzulieferer und Elektronikhersteller Panasonic sieht sich bei seinem Engagement im Jaguar-Team genau richtig aufgestellt. Hier haben sich zwei Premium-Marken zusammengefunden, die ihre Zukunft beim Rennsport ohne Abgas und ohne Geräusche sehen. Dieser Sport passt auch in Innenstädte, wo auch Panasonic-Kunden zu finden sind. Mike Nagayasu, bei Panasonic für dieses Sponsoring zuständig, legt Wert auf die Feststellung, dass auch die Zukunft seines Unternehmens vom Elektroauto bestimmt sein wird, nicht nur wegen des Infotainments an Bord.


Den ersten Einsatz wird das Team schon am 9. Oktober in Hongkong erleben. Dort beginnt die dritte Saison der Formel E. Dann werden Adam Carroll, der 33-Jährige aus Nordirland, und Mitch Evans, 22, aus Neuseeland zum ersten Mal ihren I-Type 1 im Rennen erleben. Vielleicht entscheidet das Team als Referenz gegenüber den chinesischen Gastgebern,Ho-Ping Tung, den 33-jährigen Chinesen fahren zu lassen, den das Team als Ersatzfahrer verpflichtet hat. Rennerfahrungen haben alle drei. Carroll von der Formel 3 bis in die Indy Car-Serie, Evans schaffte es 2015 in Le Mans auf einen zweiten Platz und Tung ist mehrfacher deutscher Formel-3-Meister, hat ebenfalls Le-Mans-Erfahrung und fuhr in der ersten Formel-E-Meisterschaft für das Team China Racing.
Fotos: Jaguar und Panasonic Jaguar Racing
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