Junge Gebrauchte sind für private Käufer die bessere Alternative
Fahrzeughersteller und -handel können sich freuen. Im ersten Halbjahr 2016 wurden in Deutschland mit 1,73 Millionen so viele Pkw zugelassen wie seit der „Abwrackprämie“ 2009 nicht mehr. Gleichzeitig hat sich die Marktstruktur erheblich gewandelt. Fast zwei Drittel der Fahrzeuge werden heute an Firmen verkauft, entweder aus dem Relevanten Flottenmarkt oder aus den Sondereinflüssen Fahrzeugbau, -handel und Autovermieter. Aber das Neuwagengeschäft mit Privatkäufer geht weiter zurück.
2015 hatte das Geschäft mit den Firmenwagen alle Erwartungen übertreffen können. Das repräsentierte mit 787 000 Neuzulassungen fast ein Viertel des gesamten Pkw-Marktes. Trotz dieser hohen Messlatte erwartet Dataforce 2016 noch höhere Auslieferungen an Flotten. In einer aktuellen Studie analysiert das Marktforschungsunternehmen die Hintergründe für die Entwicklung der einzelnen Marktsegmenten und erstellt eine Prognose über die Entwicklung 2016 und 2017. Danach sprechen unter anderem Befragungen der Fuhrparkleiter, der Bestelleingang und die hohe Innovationsdichte bei flottenmarktrelevanten Modellen dafür, dass sich der Markt von der eher moderaten Entwicklung der Investitionen abkoppeln kann. Auch langfristig kann das Marktsegment punkten, weil der steigende Bestand den jährlichen Ersatzbedarf immer weiter anhebt.
Mit Ausnahme des Jahres der „Abwrackprämie“ sind die Neuzulassungen im Privatmarkt im letzten Jahrzehnt immer weiter zurückgegangen. 2014 und 2015 wurden erstmals seit Beginn der 2001 begonnen Dataforce-Aufzeichnungen weniger als 1,1 Millionen Pkw an Privatkunden verkauft. Dabei gab und gibt es viele Faktoren, die eigentlich für eine starke private Nachfrage sprechen. Die Einkommens- und Beschäftigungsentwicklung hat den Haushalten ausreichend Kaufkraft verschafft und viele Autos in Deutschland sind mittlerweile deutlich über zehn Jahre alt.
Dieses Potential kann der Privatmarkt aber nicht ausschöpfen, weil sich das Geschäftsmodell der jungen Gebrauchten inzwischen sowohl bei den Käufern als auch im Fahrzeughandel etabliert hat und weil immer mehr potentielle Neuwagenkäufer einen Firmenwagen fahren. Im Vergleich zu den historischen Werten bleibt das Privatmarktgeschäft somit schwach. Weitere Informationen www.dataforce.de/web/guest/analysen
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