Raser im Straßenverkehr sind gefährlich. Sie spielen leichtfertig mit ihrem eigenen Leben und vor allem mit dem Leben anderer Menschen. Einigkeit herrscht bei den Gemeinden und Kommunen: Die unbelehrbaren Rowdies müssen aus dem Verkehr gezogen werden. An dieser Stelle kommt der „Blitz-Marathon“ ins Spiel, der meist einen Tag dauert und systematisch Geschwindigkeitsüberschreitungen sanktioniert.

Ein paar Tage vorher kündigen die Ordnungshüter die Offensive an und informieren in einer Kampagne über die Gefahren des Rasens. „Nudging“ heißt diese Methode in der Forschung. Sie soll Menschen dazu „anstupsen“, ihr Verhalten in eine bestimmte Richtung zu verändern. Im konkreten Fall also: weniger zu rasen. Doch wird dieses Ziel in der Realität auch erreicht? Offenbar nicht.

Denn Prof. Dr. Stefan Bauernschuster, Ökonom an der Universität Passau, und Dr. Ramona Rekers weisen in ihrer Studie „Speed Limit Enforcement and Road Safety“ nach, dass diese Kampagne nichts bringt. Zwar halten sich Fahrer während der Blitz-Marathons häufiger an die Geschwindigkeitsbeschränkungen, doch bereits am Tag danach ist der Effekt gleich Null. Auf Autobahnen wird selbst während der Blitz-Marathons weiter gerast.

„Unsere wichtigste Erkenntnis: Gut zureden hilft bei Rasern nichts. Die Menschen fahren nur langsamer, wenn sie Sorge haben müssen, geblitzt und bestraft zu werden“, sagt Prof. Dr. Bauernschuster. Und Dr. Ramona Rekers ergänzt: „Sobald die Blitzerei vorbei ist, konnten wir keine Veränderung feststellen. Blitz-Marathons haben keinen anhaltenden Effekt für Sicherheit auf den Straßen.“ mid