Eine Zukunft ohne Verkehrstote
Die EU-Kommission arbeitet daran, die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle auf Null zu reduzieren. Entsprechend nennt sich die Strategie „Vision Zero“. Moderne Assistenzsysteme spielen dabei eine wichtige Rolle. Allerdings weiß man in Brüssel auch, dass es Jahrzehnte dauern wird, das Ziel zu erreichen. Anvisiert ist das Jahr 2050.
Fast 50 Prozent der Unfälle ließen sich ganz vermeiden oder zumindest in ihrer Schwere reduzieren, wenn alle Fahrzeuge mit entsprechenden Assistenzsystemen ausgestattet wären, sagen Fachleute von EU und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Jedoch: Die Bemühungen, die Zahl der Verkehrstoten deutlich zu verringern, gehen derzeit nur schleppend voran, bedauert der DVR. Das vorläufige Ziel, die Anzahl der Todesfälle auf den Straßen von 2010 bis 2020 zu halbieren, werde vermutlich weit verfehlt werden.
Laut einem Bericht der EU-Kommission zur Straßenverkehrssicherheit kamen 2015 rund 26.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der Durchschnitt in den EU-Mitgliedsländern beträgt damit 51,5 Tote je Million Einwohner und ist damit ähnlich hoch wie in den vergangenen Jahren. Deutschland soll mit 43 Verkehrstoten je Million unter dem Durchschnitt, Länder wie Bulgarien und Rumänien mit jeweils über 90 Toten weit darüber liegen.
Menschliches Versagen sei der Grund für die meisten tödlichen Unfälle. Beispiel Deutschland: 2015 wurden hierzulande 2,5 Millionen Unfälle registriert, darunter 2,2 Millionen mit Sachschaden und 305.659 mit Personenschaden. Häufigste Unfallursachen sind laut dem DVR das Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, das Ein- und Anfahren sowie die Missachtung der Vorfahrt. Viele dieser Fahrfehler könnten durch den konsequenten Einsatz von Fahrer-Assistenzsystemen verhindert werden. Diese würden kritische Situationen frühzeitig erkennen und darauf mit entsprechenden Warnhinweisen oder einem Eingreifen in die Fahrdynamik reagieren.
Zu den wichtigsten elektronischen Helfern zählen Notbrems-Assistenten. Deren Sensoren erfassen die Umgebung vor dem Fahrzeug, registrieren die Gefahr einer Kollision und aktivieren etwa selbsttätig die Bremse. Die EU beziffert ihr Potenzial zur Reduzierung der Unfallopferzahlen auf elf Prozent. Ein noch höheres Potential Unfälle zu vermeiden, besitzen Geschwindigkeits-Assistenten. Manche Systeme warnen den Fahrer bei zu hoher Geschwindigkeit, überlassen ihm aber die Entscheidung, ob er sie reduziert. Andere drosseln sie selbstständig oder geben eine Maximalgeschwindigkeit vor, die nicht überschritten werden kann.
„Wenn dieses System obligatorisch die Geschwindigkeit auf die jeweils erlaubte begrenzen würde, könnten die tödlichen Unfälle um bis zu 46 Prozent reduziert werden“, heißt es in einem Verkehrssicherheitsreport der Dekra. Dafür aber müssten die Helfer auch konsequent benutzt werden. Optimistisch stimmt die Experten, dass die Akzeptanz der Assistenzsysteme bei den Käufern steigt. Und bereits 2015 sei jeder zweite neu zugelassene Pkw mit Fahrassistenten ausgestattet gewesen. mid
Foto: Volvo
Ähnliche Beiträge
26. Mai 2016
BMW M4 Coupé – von Autofans zu Recht vergöttert?
Während dem futuristischen BMW i8 gefühlt jeder Passant nachschaut, erkennen den M4 nur Autofans. Diese beachten ihn…
6. März 2021
Mazda 6 Kombi als Sondermodell Homura
Mit dem Feinschliff der 6er-Baureihe zum Modelljahr 2021 bringt Mazda den Kombi als Sondermodell „Homura“. Es basiert…
9. März 2020
Volvo V90 – Ein Appell für den Kombi
Die Marke Volvo verbinde ich bis heute mit den kantigen Kombis aus den 80er und 90er Jahren. Schon seit 1953 sind die…
27. April 2016
Magna startet Produktion von Doppelkupplungsgetrieben in China
Magna International Inc. gab heute bekannt, dass Dongfeng Getrag Transmission Co., Ltd., ein 2012 gegründetes…
16. Mai 2020
Daimler zeigt Van-Neuheiten
Der e-Sprinter ist nach dem e-Vito der zweite Elektro-Transporter von Mercedes-Benz Vans, den es als Serienfahrzeug zu…







