Diesel-Fahrer sollen indirekt Umrüstung finanzieren
Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer unterbreitet einen Vorschlag zur Lösung des Diesel-Problems. Der Professor an der Uni Duisburg-Essen vertritt die Ansicht, dass jeder Fahrer eines betroffenen Autos mit Diesel-Motor einen Gutschein in Höhe von 2.000 Euro zur Umrüstung oder Verschrottung ihres Fahrzeugs erhalten sollten. Bei der Gegenfinanzierung würden sie allerdings zur Kasse gebeten. Damit soll eine pauschale Belastung des Steuerzahlers verhindert werden.
„Der Gutschein wird nur ausgezahlt, wenn die Umrüstung tatsächlich durchgeführt wurde“, betont Dudenhöffer. Dabei müsse ein SCR-Kat installiert werden. Finanziert würde der Gutschein zunächst vom Bundesfinanzministerium. Jedoch: Dieselkraftstoff müsse dafür ab sofort genauso wie Benzin, also höher als jetzt, besteuert werden. Auch bei der Kfz-Steuer solle eine Parität eingeführt werden, was Diesel-Fahrer sogar wieder etwas entlasten würde.
„Durch die Gleichheit der Besteuerung von Otto- und Diesel stellen wir gleichzeitig die Weichen für den besseren Übergang in die Elektromobilität, da der scheinbare Vorteil von Dieselkraftstoff nicht länger gilt“, erklärt Dudenhöffer. Mit dem Vorschlag würden alle Diesel-Besitzer mit den Kosten ihrer unsauberen Diesel belastet. Es gelte also das Verursacherprinzip – eine eigenwillige Interpretation, denn die überhöhten Emissionswerte haben die Käufer sicher nicht verursacht. Dennoch: „Die Autobauer übernehmen keine zusätzlichen finanzielle Lasten einer Umrüstung“, schreibt Dudenhöffer als eine der Bedingungen für eine Umsetzung des Vorschlags. Bei seiner Lösung würden Diesel-Besitzer aber nicht benachteiligt, sondern nur gleichgestellt.
Zu rechnen sei mit Kosten in Höhe von rund 20 Milliarden Euro. Hinzu käme ein Kfz-Steuerausfall von 1,8 Milliarden Euro. Durch die höhere Besteuerung des Diesel-Kraftstoffs könnten wiederum rund 10 Milliarden Euro in die Staatskasse fließen. Dudenhöffer: „Innerhalb von zweieinhalb Jahren wäre die Umrüstung finanziert.“ mid
Foto: Universität Duisburg-Essen
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