Es ist ein Ding der Unmöglichkeit: Um Strafzahlungen wegen zu hoher CO2-Emissionen ihrer Produkte zu vermeiden, müssten die Automobilhersteller in Europa bis 2021 mehr als 2,5 Millionen zusätzliche Batterie-Elektrofahrzeuge verkaufen. Dies entspricht einer Steigerung von 1.280 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Innovations- und Transformationsberatung PA Consulting.

Die CO2-Emissionen müssen runter, und zwar auf durchschnittlich 95 Gramm pro Kilometer für jedes verkaufte Auto. Davon sind die 13 führenden Automobilhersteller Europas weit entfernt. Laut der jährlichen Prognose müssen sie mit Strafzahlungen von 14,5 Milliarden Euro rechnen. „Autoherstellern fehlt die Zeit, um die Emissionen schnell genug zu mindern und Strafzahlungen zu vermeiden“, so Michael Schweikl, Automobil-Experte bei PA Consulting.

Vor allem, nachdem sich der CO2-Ausstoß 2019 wieder erhöht hat. In Deutschland stieg er etwa von durchschnittlich 126,2 auf 129,1 g/km, das ist laut PA Consulting hauptsächlich auf den Kauf von SUV, die hohe Nachfrage nach leistungsstarken und schwereren Autos, den Mangel an emissionsarmen Optionen und die nach dem Diesel-Skandal veränderte Präferenz für Benziner zurückzuführen.

„Volkswagen könnte wegen seines hohen Absatzvolumens in ganz Europa eine Strafzahlung von bis zu 4,5 Milliarden Euro drohen“, heißt es in der Studie. Auch frühere Top-Performer wie Renault-Nissan-Mitsubishi und Volvo dürften nun Probleme bekommen. Selbst Toyota, der Marktführer bei Hybrid-Fahrzeugen, dürfte das Ziel knapp verfehlen, so die Prognose.

Gibt es einen Ausweg aus der Strafzahlungs-Falle? Wohl kaum. Aber zumindest sind Szenarien vorstellbar, um die Höhe der CO2-Buße zu mindern. Schweikl: „Marketing-, Verkaufs- und Preisstrategien, die die Akzeptanz emissionsarmer Fahrzeuge erhöhen, werden von entscheidender Bedeutung sein, um die Hersteller näher an die Ziele heranzuführen.“ mid