BMW M3 / M4
Der neue BMW M3/M4 kommt erstmals mit Turboaufladung
Erst im kommenden Frühjahr wird BMW den Nachfolger der M3 Limousine und des M4 (bisher M3) Coupés auf den Markt bringen. Um Spannung und Vorfreude anzuheizen haben die BMW Strategen ausgewählten Fachjournalisten die Möglichkeit gegeben, auf dem BMW Testgelände in Maisach als Beifahrer von DTM Stars erste Fahreindrücke zu erleben und mehr über die Technik des neuen M3/M4 zu erfahren. Erstmals wird BMW beim kompakten Renner nicht mehr auf einen Acht-Zylinder zurückgreifen, sondern auf einen doppelt aufgeladenen Sechs-Zylinder, der runde 430 PS leisten wird. Die genauen Angaben verrät BMW noch nicht.
Beeindruckende Testfahrten
Schon beim Druck auf den Startknopf wird klar, der neue Reihensechszylinder brüllt lautstark wie ein Rennwagen. Mein nervöses Schwitzen wird übergangslos von Gänsehautfeeling abgelöst. Schließlich wird man nicht jeden Tag von einem DTM Piloten chauffiert. „Angst?“, fragt mich Martin Tomczyk. Ich doch nicht! Kompromisslos tritt er aufs Gas, was mich im gleichen Moment unsanft in die Sportsitze drückt. Voller Ladedruck. Die Maschine dreht hoch bis 7.500 Touren pro Minute. Schon kommt die erste Kurve. Das reicht doch niemals, denke ich. Weit gefehlt, das reicht. Obwohl die neue Maschine nur rund 10 PS mehr leistet, beschleunigt dieser M4 spürbar vehementer. BMW verspricht von einem saugmotorähnlichen, feinnerviges Ansprechverhalten. Durch seine Aufladung leistet der Motor im oberen Drehzahlbereich runde 25 Prozent mehr. So macht „Downsizing“ Spaß! Und es verhilft der Umwelt zu weniger Belastung, denn der M4 emittiert nur 200 Gramm CO2 je Kilometer, was einer Verbrauchsreduzierung von runden 30 Prozent entspricht. Tomczyk tritt in die Bremsen, was mich in den Gurte hängen lässt und meine Augäpfel leicht aus ihren Höhlen treten lässt. Scheinbar locker wedelt Tomczyk mit mir und dem M4 um die Pylonen. In Null-Komma-nix liegen 2 Runden hinter uns, „Und … wie war es?“, „beeindruckend“, sage ich beeindruckt und bin froh, dass das Mittagessen erst nach der Fahrt folgt.
Folgende technische Details hat BMW vorab verraten. Der Motor und auch der Vorderbau des Wagens sind aus Aluminium gefertigt. Der Motor wird von einem echten Bi-Turbo befeuert. Die Freunde handgerissener Getriebe werden auch weiterhin in den Genuss einer manuellen 6-Gang-H-Schaltung kommen. Alternativ steht ein weiterentwickeltes 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Launch-Control zur Wahl. Schätzungen gehen aktuell von etwa 4,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 aus – offizielle Zahlen nennen die Bayern hier noch nicht. Deutlich gesenkt wird das Gewicht der neuen M-Generation. Der Coupé-Vorgänger wog noch über 1.600 Kilogramm, für die neue Generation gibt BMW ein Gewicht von „unter 1.500 Kilo“ an. Allein der neue Motor soll etwa zehn Kilogramm zur Gewichtsreduzierung beitragen. Fünf Kilogramm werden durch eine leichtere Hightech Antriebswelle aus Karbon eingespart. Das Carbon-Dach aus kohlefaser-verstärktem Kunststoff, das sich bereits beim Coupé der Vorgänger eingesetzt wurde, hält nun auch Einzug in die Limousine. Die neue Motorhaube wird aus Aluminium gefertigt und der Kofferraumdeckel besteht aus einer Mischung aus Kohlefaser und Kunststoff, die es erlaubte den Spoiler zu integrieren. Im Motorraum sorgt eine versteifende Domstrebe aus CFK für größere Steifigkeit. Geschmiedete Alu-Rädern Runden das Leichtbaupaket ab.
Noch keine Preise
Zu den konkreten Preisen verlautete aus Garching bisher noch nichts. Jetzt heißt es warten bis zum Frühsommer, bis ich selbst ans Steuer darf. Aber so lange dauert das zum Glück ja nicht mehr!
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Dr. Friedbert Weizenecker
Dr. Friedbert Weizenecker - Seit mehr als 15 Jahren schreibe ich Auto-Themen für mehrere Zeitungen. Vor meiner Zeit als Auto-Journalist habe ich wirtschaftswissenschaftliche Features für ein Wirtschaftsmagazin und für Zeitungen verfasst. Als Volkswirt, Betriebswirt und Soziologe versuche ich auch ökonomische und gesellschaftliche Aspekte einfließen zu lassen. Autos sind meine Leidenschaft.
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