FormelE am Berliner Tempelhof – Die Formel1 der Zukunft?
In der Formel E geht es mehr um cleveres Energiemanagement, denn um Top-Speed. Dennoch, das Marketing-Konzept der Rennserie ist durchdacht. In Zukunft hofft man auf den Einstieg weiterer großer Hersteller. Doch wie viel Entwicklungspotenzial steckt in der Elektro Rennserie?
Okay, zugegeben. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen in der die Formel1 von Michael Schuhmacher, Rubens Barrichello, Mika Häkkinen oder David Coulthard dominiert wurde. Duelle zwischen Mercedes und Ferrari waren an der Tagesordnung. Rennen, die oft hochspannend bis zum Schluss waren. Damals – das war Anfang der 2000er, habe ich mir regelmäßig den Wecker gestellt, um kein Rennen zu verpassen. Mitgefiebert bis zur letzten Runde. Natürlich war ich Schuhmacher Fan und die Silberpfeile waren der Feind. 
Genau hier setzt die relativ junge Rennserie der FormelE an. Hier gibt es 10 Teams mit je zwei Fahrern und vier Autos. Hersteller wie Jaguar oder Renault versprechen sich natürlich auch einen Technologietransfer in ihre Serien Elektro-Mobile.
Das Jaguar Panasonic Team ist erst seit diesem Jahr mit dabei und will eigentlich erstmal Erfahrung sammeln. Mit Siegen rechnet man daher noch nicht. Trotzdem ist das Team mit 20 Punkten bereits auf Platz 9 der aktuellen Meisterschaft. 2014/2015 startete die Renn-Serie. Von Beginn an mit von der Partie war Rekord-Sieger Renault, damals noch im Einheits-Boliden. Obwohl von vielen belächelt, ist das Konzept der Serie von Beginn an gut. Denn der Veranstalter will die E-Boliden weg von der Rennstrecke, hin zu den Menschen in die Metropolen der Welt bringen. So fährt die FormelE inzwischen durch New York, Mexiko, Paris, Monaco oder im vergangenen Jahr durch Berlin. Zuschauer können interagieren in dem sie ihren drei Liebings-Fahrern mit dem sogenannten Fan-Boost ein kurzes Plus an Leistung zur Verfügung stellen. Die Fahrer dürfen das dann für geschickte Überholvorgänge nutzen. Das Ganze wird gepaart mit der zukunftsträchtiger Elektro-Technologie, dem zeitgemäßen „sauberen“ Antrieb und der stetig wachsende Fan-Gemeinde. Das führte dazu das 2018 auch Mercedes und Audi eigene Teams stellen werden. Wie wichtig die Serie für Jaguar ist, zeigt sich in der Präsenzder Markenbotschafter Jürgen Vogel, Kostja Ullmann, Anja Kling, und Alexandra Maria Lara. Die Stars sollen Glanz und Aufmerksamkeit an die Strecke bringen. Doch es gibt durchaus noch Probleme. Eines der größten ist die begrenzte Akku Kapazität der Boliden. So müssen die Teams schon nach 20 Rennminuten das Auto wechseln und stets stark auf ihren Energieverbrauch achten.
Die Fahrer dürfen in der Qualifikation nur 200 Kilowattstunden einsetzen. Im Rennen sind es maximal 170. Und das Entwicklungspotenzial für die Teams ist weiter eingeschränkt. Denn es gibt für alle Teams eine einheitliche Batterie, die unberührt bleiben soll. Nur das Auto und der Antrieb dürfen modifiziert und unter gewissen Rahmenbedingungen gestaltet werden. Testfahrten sind nur an zwei Wochen im Jahr erlaubt. Das bemängelt auch der prominenteste Fahrer im Feld, der einstiege Formel1 Pilot Nick Heidfeld. In naher Zukunft sollen Akku Kapazität und die Leistung ausgebaut werden, was auch dazu führen soll, dass pro Rennen nur noch ein Auto benötigt wird.


Den Punkt für die schnellste Rennrunde erhielt der Neuseeländische I-Type Pilot Mitch Evans im Panasonic Jaguar.Jan Weizenecker
Absolvent der Volks- und Betriebswirtschaftslehre der Albert-Ludwigs Universität Freiburg. Mal in kleinerem, mal in weiterem Radius, aber immer mit der nötigen Portion Humor, berichte ich seit 2012 über die Neuerscheinungen der Automobilwelt.
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