Citroen DS 3 – die halb offene Kompakt-Göttin
DSLange habe ich in einem Auto nicht so guten gesessen. Selbst in höheren Klassen war das Sitzerlebnis manchmal nicht so angenehm, wie auf dem bequemen Leder-Gestühl des Citroen DS3 Cabrios. Auch der Diesel Antrieb des kompakten Franzosen ist zu meinem Freund geworden. Denn er zieht einerseits flott los und knausert andererseits auffällig beim Verbrauch. Während der zweiwöchigen Testphase hat sich der Verbrauch des DS3 in Kombination mit dem optionalen Automatikgetriebe bei runden 5 Litern eingependelt. Das ist, wohl gemerkt, kein wirklichkeitsferner Normverbrauch, sondern ein Wert, der bei normalem Fahrverhalten entstanden ist.
Niedriger Verbrauch
Das erwähnte Automatikgetriebe des DS3 erinnert mich bei seinem Schaltverhalten stark an den Smart. Was beileibe kein Kompliment ist. Fühlbare Schaltpausen mit Schubunterbrechungen und unabsichtlich nickenden Passagieren nerven. Wer also den DS3 möchte, sollte sich den Aufpreis für diese Automatik sparen und von Hand schalten.
Das Fahrverhalten des DS3 Cabrios ist ansonsten tadellos. Das Problem mancher Cabrios mit mangelnder Steifheit kennt der DS3 nicht, denn er ist nicht komplett offen und behält so die wesentlichen Stabilitätselemente der geschlossenen Variante. Weiterer Vorteil, die Cabrio-Variante wiegt nur 25 Kilogramm mehr als der geschlossene DS3. Aber ist dieser DS3 wirklich ein Cabrio? Lediglich ein großes Faltdach macht den DS3 zum scheinbaren Cabrio. Das Stoffdach lässt sich auch in voller Fahrt bis Tempo 120 in rund 16 Sekunden öffnen und schließen. Das ist fein, denn so kann jeder Sonnenstrahl eingefangen werden.
Richtiges Cabrio Feeling kommt indes nicht auf, dafür steht da einfach noch zu viel vom Dach. Leider legt sich das Stoffdach nicht vollständig auf der Hutablage nieder, was die Sicht nach hinten verwehrt. Das wurde beim Fiat 500 C besser gelöst. Gleiches gilt auch für den Zugang zum Gepäckfach – Kofferraum wäre nicht der passende Ausdruck (Volumen 245 Liter). Zu klein ist die nahezu senkrecht stehende Luke, durch die das Gepäckstück eingeführt werden muss. Selbst das Einladen einer Getränkekiste wird. hier zu Tortur für Arme und Rücken. Leider lässt sich hier nicht, wie in normalen Cabrios, die Rückbank ersatzweise verwenden, weil beim DS3 ja die Dachholme vorhanden sind. Und das Verstauen über vorgeklappte Frontsitze ist mühselig und ähnlich rückenunfreundlich, wie die Beladung durch die Mini-Öffnung im Heck.
Faltdach öffnet bis Tempo 120
Der Aufpreis gegenüber der geschlossenen Variante dieses hübschen Franzosen beträgt in der Basisvariante 2.800 Euro. Der Grundpreis mit dem 82 PS Benziner liegt bei 17.790 Euro. In Kombination mit dem 92 PS leistenden, durchzugsstarken Dieselmotor müssen Frischluft-Fans mindestens 22.920 Euro investieren. Zusammen mit gern genommen Optionen wie Klimaanlage oder Alufelgen (Teile der Ausstattungslinie „SoChic“) sind dann schnell 25.000 Euro zusammen. Nicht wenig für ein im Straßenbild zwar positiv auffallendes Kompaktauto, das sich Cabrio nennt, aber im strengen Sinn keines ist.
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