Das London-Taxi fährt in die Zukunft
Neben Volvo gehört noch eine weitere europäische Automobilmarke zum chinesischen Geely-Konzern, deren Name kaum bekannt, deren Fahrzeuge aber weltberühmt sind. Seit 1948 wird in Coventry das legendäre Londoner Taxi gebaut. So altehrwürdig Firma und Modell sind, so modern richtet sich die London Taxi Company (LTC) derzeit aus. Für rund 350 Millionen Euro entsteht in Coventry die erste neue Autofabrik in Großbritannien seit gut zehn Jahren. Angegliedert wird auch ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, denn der Mutterkonzern hat große Pläne – dazu gehört auch die offizielle Markteinführung des neuen LTC TX5 in Deutschland.
Noch ist der TX5 ein Prototyp, aber die Produktion soll Ende des Jahres anlaufen. Das neue London-Taxi wird etwas größer und noch komfortabler werden, ohne dabei designerisch mit der Tradition zu brechen. So belieben die runden Scheinwerfer, in das kreisförmiges Tagfahrlicht integriert ist, ebenso erhalten wie der charakteristische große Kühlergrill. Die Silhouette wirkt gestreckter und flacher. Die Chromumrandung der Fenster bezieht auch nahtlos die Frontscheibe mit ein. Trotz des leichten Längenzuwachses ist der in London geforderte Wendekreis von 7,60 Meter erhalten geblieben.
Im TX5 gibt es grundsätzlich noch mehr Beinfreiheit sowie zum Beispiel eine von den Passagieren separat regelbare Klimaanlage. Geblieben ist das typische Gepäckabteil neben dem Fahrer, der die meisten Funktionen über einen großen Touchscreen in der Mittelkonsole bedient. Wie der TX4 verfügt auch der TX5 über vier stabile und auffällig gelbe Handgriffe zum bequemen Ein- und Aussteigen – je zwei vertikal an der C-Säule und horizontal an der Innenseite der Tür. Eine Neuheit ist das riesige Panoramadach, mit dem sich das neue Taxi auch für touristische Zwecke empfiehlt.
Apropos Tür. Beim neuen Modell kehrt die London Taxi Company wieder zu den hinten angeschlagenen Türen zurück. Sie schwingen im 90 Grad Winkel auf und erlauben den Passagieren eine bequemeren Einstieg sowie einen einfacheren Weg, falls sie vorher noch mit dem Taxifahrer sprechen. Die London Taxi Company hat sich bewusst gegen Schiebetüren entscheiden. Sie seien für viele Menschen schwerer zu öffnen und zu schließen, weil sie es nicht gewohnt sind und elektrisch betätigt seien sie immer wieder anfällig, meint erläutert LTC-Präsident Peter Johannsen.
Volvo- und Geely-Vorstand sowie LTC-Chef Carl-Peter Forster glaubt, dass der TX5 „ein Konzept ist, das in großen Städten eine Zukunft haben wird“. Er freut sich auf ein spannendes neues Kapitel in der Geschichte „eines der bekanntesten Autos der Welt“.
Zunächst wird der LTC TX5 im nächsten jahr in London eingeführt. Ab 2018 dann auch – als Rechtslenker – in anderen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland. Gut denkbar wäre ein Start in Berlin.
Cornelia Weizenecker
Ich bin die Frau bei Der-Autotester.de. Autos sehe ich nicht durch die rosarote Brille. Von heißen Kisten bleibe ich (meist) unbeeindruckt. „Hauptsache es fährt“, lasse ich aber auch nicht durchgehen. Ganz im Gegenteil. Ein Auto muss für mich vor allem alltagstauglich, umweltschonend und bezahlbar sein. Nur bei Cabrios und Oldtimern kann ich schwach werden. Elektroautos bringen mich zum Strahlen.
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