ACE begrüßt Antrag aus Niedersachsen
Der Auto Club Europa (ACE) begrüßt den Antrag des Landes Niedersachsen im Bundesrat für mehr Lkw-Sicherheit. Danach sollen die EU-Regelungen für Notbremsassistenten und Abstandswarner in schweren Nutzfahrzeugen modernisiert und erweitert werden. „Konkret geht es darum, dass viele Trucker den Abstandswarner heute absichtlich deaktivieren, weil sie sich von den Warnsignalen genervt fühlen“, sagte ACE-Sprecher Constantin Hack.
Der ACE plädiert dafür, die bisherigen Regeln zu modernisieren und verpflichtend in alle Lkw nicht abschaltbare Abstandswarner und Notbremsassistenten (Advanced Emergency Braking System, AEBS) einzubauen. „Die Systeme sind viel intelligenter geworden, doch die Gesetze hinken weit hinterher“, so Hack. Bisher müssen seinen Angaben nach Notbremssysteme Auffahrunfälle gar nicht vermeiden, sondern je nach Baujahr nur die Aufprallgeschwindigkeit um zehn beziehungsweise 20 km/h pro Stunde reduzieren. „Und das, obwohl es schon heute Systeme gibt, die einen Lkw sogar komplett zum Stillstand bringen können“, kritisiert der ACE-Sprecher.
Laut Landesregierung gab es allein auf niedersächsischen Autobahnen im vergangenen Jahr 151 Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten, an denen Lkw beteiligt waren. Bei 85 dieser Unfälle war der Lkw-Fahrer der Hauptverursacher. In 61 Fällen handelte es sich um ein Auffahren auf ein Hindernis. Laut Untersuchungen hätten mit einem optimierten AEBS gut 86 Prozent der Unfälle und vermutlich fast alle Personenschäden vermieden werden können.
„Wenn die Bundesregierung die Vision von null Unfalltoten und Verletzten ernst nimmt, dann muss sie Auffahrunfälle ernst nehmen und fortschrittliche Assistenzsysteme überall dort vorschreiben, wo sie erwiesener Maßen Unfälle vermeiden können“, betont ACE-Sprecher Haack. (ampnet)
Foto: Meliha Sarper/ACE
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