Oldtimer als Geldanlage? Ja, aber…
Wenn die sprichwörtlich sparsamen Schwaben zu hohen Investitionen in altes Blech raten, dann sorgt das für Aufmerksamkeit, manchmal sogar weltweit. So meldete jetzt der Informationsdienst Bloomberg aus New York erstaunt: „Banker aus der wichtigsten Auto-Region Deutschlands raten zur Geldanlage in einheimische Oldtimer.“ Ein Porsche 911 zum Beispiel habe in den vergangenen 15 Jahren immerhin 683 Prozent an Wert gewonnen. Gelesen hatten die Bloomberg-Experten die Nachricht im alljährlich erscheinenden Oldtimerindex der Südwestbank aus Ulm. Und der erlebte im vergangenen Jahr in der Tat eine Trendwende.
„Nach dem doch deutlichen Rückgang 2016 verzeichneten wir 2017 wieder einen leichten Aufwärtstrend im Oldtimerindex“, sagt Jens Berner, Oldtimer-Experte bei der mittelständischen Regionalbank. „Der Preis des stark gewichteten Mercedes 300 SL war im Jahr 2016 bedeutend gefallen, hielt sich im letzten Jahr jedoch stabil“, erklärt Berner, der selbst keinen Oldtimer besitzt und öffentliche Verkehrsmittel bevorzugt. Während 2016 die Wertentwicklung des Oldtimerindex im negativen Bereich lag, verzeichnet er 2017 wieder einen Zuwachs von rund drei Prozent. Am Stichtag 1. Januar 2018 lag der Index bei 403 Punkten.

Die Zahl der in Deutschland zugelassenen Oldtimer stieg 2017 weiter an auf 674 949 Pkw. Doch nicht jeder Oldtimer besitzt das begehrte H-Kennzeichen. Das bekommen nur Kraftfahrzeuge, die älter als 30 Jahre und in gutem sowie originalen Zustand sind und als historisches Kulturgut gelten. Dann gibt es für sie unter Umständen Vorteile bei Steuer und Versicherung, eine Umweltplakette brauchen sie auch nicht. Doch auch hier nahm die Anzahl zu: Zum 1. Januar 2018 waren es 477 386 Autos.

Dennoch ist Vorsicht geboten. „Wir empfehlen den Kauf eines Oldtimers aus Renditegesichtspunkten erst ab einem Kaufpreis von rund 100 000 Euro“, sagt Berner. Für Anleger, die auf der Suche nach alternativen Investments sind, eignen sich seiner Ansicht nach Autoklassiker grundsätzlich nur als Beimischung zum Gesamtvermögen. Dieser Anteil sollte nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Vermögens ausmachen, denn es müssen bei einem Kaufpreis von beispielsweise 100 000 Euro rund vier Prozent pro Jahr Nebenkosten einkalkuliert werden. Darüber hinaus belasten einmalig das Gutachten, jährliche Steuern, Versicherung, Garagenmiete, Wartung und Reparaturen den Geldbeutel zusätzlich. Ratsam ist für Interessenten immer der Gang zu einem Oldtimergutachter. Sonst kauft man womöglich die Katze im Sack – beziehungsweise eine auf Hochglanz polierte Rostlaube. ampnet
Ähnliche Beiträge
3. Januar 2017
Umwelt-Bonus für E-Mobile: BMW und Renault profitieren am meisten
Zwischenbilanz zur E-Auto-Prämie: Die Deutschen nehmen die Förderprämie beim Kauf eines Elektroautos oder…
1. August 2013
Audi RS7 – Rennwagen im familientauglichen Straßentrimm
Man könnte kritisch fragen, ob Superwagen, wie sie die Quattro GmbH in Neckarsulm baut heute noch zeitgemäß sind. Die…
12. Dezember 2015
Tag 1: Von feuerroter, staubtrockener Erde und BMWs größtem SUV
Die BMW Driving Experience Tour hat begonnen. Der neue X5 wartet. Namibia mach dich bereit, der Autotester ist im…
29. Februar 2016
Genf 2016: Ford – Preview auf die Neuen von Ford
Am Vorabend des Genfer Automobilsalons hat Ford in kleiner Runde schon gezeigt, was es in Europa Neues geben wird. So…
22. September 2021
Der Moke wird wieder in England gebaut
Die Moke-Produktion kehrt nach Großbritannien - in der Heimat der Marke zurück. Ab heute sollen alle Mockes in einem…







