Neuer Compass soll Jeep auf Kurs halten
Ein weiterer Kompakt-SUV soll Fiat weiter zunehmende Marktanteile in diesem stark wachsenden Segment bescheren. Nach dem Cherokee, der mit seinem avantgardistischen Design polarisiert, soll nun der Compass die Wünsche von Kunden erfüllen, die sich einen eher klassischen Kompakt-SUV wünschen.
Zu Preisen ab 24.900 Euro bietet Jeep den 4,30 Meter langen, 1,82 Meter breiten und 1,64 Meter hohen Compass ab dem 7. Juli an. So kommt der SUV mit einem 140 PS leistenden Benziner, Zweiradantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe. Schon in diesem Preis sind ein 5-Zoll-Touchscreen, Bluetooth, Klimaanlage und ein USB-Anschluss beinhaltet. Mehr geht natürlich immer. Und so kostet der Compass mit der gern genommen weiteren Ausstattung, einem dynamischem Dieselantrieb und der sauber schaltenden 9-Gang-Automatik dann locker 40.000 Euro. Aber auch mit diesem Preis liegt Jeep gut im Wettbewerbsumfeld von VW Tiguan, Ford Kuga, Nissan Qashqai und Co.
Die Plattform teilt sich der neue Compass übrigens mit dem etwas kleineren Renegade, hebt sich optisch aber stark von seinem Bruder ab. Während der Renegade die klassischen Jeep Merkmale mit hoher Eigenständigkeit und hohem Wiedererkennungswert zeigt, scheint der Compass eher in Richtung Mainstream gezeichnet worden zu sein. Die typischen, vertikal verlaufenden Kühlergrillstreben und die trapezförmigen Radhausausschnitte machen ihn beim näheren Hinschauen aber klar zum Jeep.
Allrad gegen Aufpreis
Muss ein Jeep geländegängig sein? Die meisten von uns werden das so sehen. Selten werden heute die Jeeps jedoch wirklich im Gelände bewegt. Daher erscheint es nur konsequent, den Jeep Compass in seiner Basis-Version nur mit 2-Rad-Antrieb auszustatten. Das spart Gewicht und natürlich Kosten.
Der beste Geländegänger unter den Compass-Varianten ist am oberen Ende der Preisspanne der Compass „Trailhawk“. Bei ihm wird der Böschunswinkel vorn und hinten vergrößert und auch die Bodenfreiheit steigt noch mal um 2,5 auf 21,6 Zentimeter an. Fünf Allrad-Modi machen hier das Leben im Gelände leichter, weil sie auf verschiedene Untergrundsituationen eingehen. Rock, Mud, Snow, Sand und Automatik können vom Fahrer ausgewählt werden. Aber auch ohne dieses System werden im Bedarfsfall bis zu 100 Prozent des Drehmoments an ein einziges Rad geleitet. So lassen sich selbst kritische Geländesituationen meistern. Übrigens: Um den Verbrauch zu drücken, werden Hinterachse und Kardanwelle bei den Allrad-Modellen in normalen Fahrsituationen vom Antrieb abgekoppelt.
Unser Testwagen mit dem 170 PS Diesel und 9-Gang-Automatik in der Limited-Ausstattung zeigte sich auf der Straße eher amerikanisch abgestimmt. Das fühlt sich komfortabel an. Aber schnell gefahrene Kurven oder überraschende Ausweichmanöver sind seine Sache nicht. Hier verneigt sich der Compass gern vor der Herausforderung. Auch die Definition der Lenkung passt gut in dieses Szenario. Mit dem 170 PS-Antrieb versehen zeigt sich der Compass angemessen durchzugsstark. Beschleunigungsmannöver und Überholvorgänge machen mit ihm Freude.
Auch im Innenraum wurde der Compass konsequent in Richtung Mainstream gezeichnet. Das Interieur mit schwarzen Klavierlackelementen wirkt jedoch etwas beliebig, könnte sich auch in anderen Marken so finden. Das Compass-Navigationssystem ist – hier ist der Name leider nicht Programm – nicht von der besten Sorte, führte uns am Ende aber ans Ziel.
Die Vordersitze mit ihrer künstlich wirkenden Lederhaut sind komfortabel und geben ausreichend Halt. In der zweiten Reihe geht es im Klassenvergleich großzügig zu. Der Gepäckraum des Compass kann zwischen 368 und 1.251 Liter schlucken.
Selbstredend kommt auch der Compass wie viele neue Automobil-Modelle heute mit modernen Assistenzsystemen an den Start. So auch mit einem Abstandsregeltempomaten, der selbsttätig bremst und beschleunigt, und beim Erreichen der Fahrbahnmarkierungen gegenlenkt. Das macht der Compass jedoch noch etwas ungelenk, denn erst auf der Fahrbahnmarkierung selbst kommt die dann etwas harte Lenkkorrektur, die hinterher fahrende Autofahrer schrecken könnte und den Fahrer vorher schon zum Eingreifen motiviert. Hier gibt es Systeme, die das wesentlich eleganter lösen.
Mit dem Compass bringt Jeep einen Kompakt-SUV für die Fans klassischer Formen. Wer keine ausgesprochene Geländegängigkeit braucht, meist kurze Strecken fährt und sich bei zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen zurückhält, bekommt schon für 24.900 Euro einen echten Jeep – das Gefühl von Freiheit und Abenteuer inklusive.

Jeep Compass
Länge x Breite x Höhe (m): 4,39 x 1,81 x 1,65
Radstand (m): 2,63
Motor: R4-Diesel, 1956 ccm, Direkteinspritzung, Turbo
Leistung: 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,1 Sek.
Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 5,1 Liter
CO2-Emissionen: 138 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1615 kg – 1799 kg / max. 516 kg
Kofferraumvolumen: 438 Liter
Max. Anhängelast: 545 bzw. 1900 kg
Wendekreis: 11,07 m.
Bereifung: 225/60 R 17
Basispreis: 24.900 Euro
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