I See E-Trucks: Die Opel-Vans werden elektrisch
Viele wissen es besser: Leichte Nutzfahrzeuge eigenen sich viel eher für die Elektromobilität als privat genutzte Autos. Denn die Mini-Trucks fahren in aller Regel auf vorgegebenen, immer gleichen oder nur geringfügig variierenden Routen und selten im Fernverkehr. Für die genügen die üblichen Reichweiten der Stromer allemal, die nächtlichen Standzeiten können bequem für die Aufladung der Akkus genutzt werden.
Auf diesen Überlegungen baut das Start-Up-Unternehmen I See Electric Trucks auf und nimmt sich den Transportern von Opel an. Die Lieferwagen oder Kombi-Busse der Baureihen Vivaro und Movano bekommen bei I See Batterien für 40 kWh und 55 kWh, die ihnen auch im Winter Reichweiten von mindestens 150, im Sommer bis über 200 Kilometer bescheren. Im September kommen beide Versionen auf die Straßen.
„Nutzfahrzeuge sind die Speerspitze der Elektromobilität. Die jetzt verhängten Fahrverbote in Hamburg und Stuttgart geben uns da recht“, sagt Andreas Pfeiffer, Automobilingenieur und einer von drei Geschäftsführern bei I See. Statt bürokratischer Ausnahmegenehmigungen könnten gerade Handwerker auf die E-Mobilität setzen, so Pfeiffer weiter. Denn wer bei einem Notfalleinsatz, etwa einem Heizungsdefekt im Winter, einem Stromausfall im Sommer oder einem Rohrbruch das ganze Jahr helfen will, dürfe nicht von Fahrverboten in bestimmten Stadtteilen betroffen sein.
In Offenbach elektrifiziert die I See Mannschaft die Opel-Transporter. Statt des üblichen Verbrennungsmotors pflanzen sie eine Asynchron-E-Maschine unter die Haube, sie leistet 115 PS (85 kW) und hat 280 Newtonmeter Drehmoment. Damit erreichen Vivaro und Movano limitierte 120 km/h als Höchstgeschwindigkeit. Ihre Energie beziehen die Motoren aus einem rund 400 beziehungsweise 500 Kilogramm schweren Block, der sich aus bis zu 18 650 einzelnen Zellen zusammensetzt. Sie stammen von den Akku-Spezialisten bei Samsung und LG.
Je nach Kapazität der Ladestation reichen 45 Minuten um 80 Prozent Füllstand zu erreichen. An einer Haushaltssteckdose vergehen allerdings rund 16 Stunden, bis die Batterie wieder geladen ist. Für Andreas Pfeiffer stellt das jedoch die krasse Ausnahme dar: „Jeder Handwerksbetrieb und die meisten Flotten-Betreiber verfügen über einen Kraftstromanschluss auf dem Betriebsgelände und können so ohne großen Aufwand die passende Infrastruktur errichten.“

Bei der Haltbarkeit verspricht der Hersteller überdurchschnittliche Lebensdauer und gewährt auf Motor und Batteriepack eine Garantie über sieben Jahre oder 250 000 Kilometer oder 1500 Ladezyklen. Für das übrige Fahrzeug bleibt die Opel-Garantie von zwei Jahren voll erhalten, wird durch die Umrüstung nicht beeinträchtigt. Wartung und Verkauf der Stromer übernehmen in Deutschland ausgewählte Opel-Händler,


Fotos: I See
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