Audi A3 Sportback e-tron – Audis neuer Plug-In Hybrid
Der Audi A3 e-tron ist ein sogenannter „Plug in Hybrid“. Das bedeutet, er hat sowohl einen Verbrennungsmotor, als auch einen Elektromotor an Bord. Beide Antriebe können, je nach gewähltem Fahrmodus, allein, aber auch zusammen für Vortrieb Sorgen. Die eingebauten Lithium Ionen Batterien mit 96 Zellen speichern bis zu 8,8 KW und werden beim Bremsen automatisch aufgeladen. Je nach Fahrprogramm kann diese Energie dann fürs rein elektrische Fahren oder für den sogenannten „Boost“, also für die kraftvolle Unterstützung des Verbrennungsmotors beim Kick-down benutzt werden. Darüber hinaus kann die Batterie auch an der Haushaltssteckdose oder an einem Starkstromanschluss aufgeladen werden. Bei voller Batterieladung ergibt sich eine maximale Distanz für den reinen Elektrobetrieb von rund 55 Kilometern. Natürlich in starker Abhängigkeit vom Fahrstil.
Erst-Fahrzeug tauglich
Audi legt Wert darauf, den A3 Sportback e-tron nicht als Spar- oder Verzichtsauto konzipiert zu haben. Der A3 e-tron sei komplett 1.Fahrzeug tauglich, erklärt Audi Produktpressespecher, Josef Schloßmacher. Und tatsächlich zeigt sich der kompakte Audi auf den ersten Testfahrten als leistungsstarkes Automobil, das nicht zuletzt durch den Elektroantrieb enorm spurtstark aus dem Stand heraus beschleunigt. Maximal 204 PS Systemleistung ergeben sich aus beiden Antrieben. Dazu trägt der Elektromotor 75 PS bei. Für die Experte: 350 Newtonmeter stellt das System zur Verfügung. 330 davon allein der Elektroantrieb. In 7,6 Sekunden kann so Tempo 100 erreicht werden. Erst bei 222 Kilometern pro Stunde bleibt die Tachonadel stehen. Im reinen Elektrobetrieb ist die maximale Geschwindigkeit auf 130 Kilometer pro Stunde begrenzt. Rechnerische 1,5 Liter Super soll der sparsame Bayer konsumieren. Das entspricht einem CO2-Ausstoß je Kilometer von nur 35 Gramm. Übertragen wird die Kraft dieses Plug-in Hybriden mit der automatischen 6-Gang-Schaltung, in die der elektro-Motor übrigens integriert ist. Wie bei klassischen Verbrennungsmotoren kann der Fahrer dabei zwischen dem „D“ und dem sportlicher ausgelegten „S“ Modus wählen.
Der klassische Drehzahlmesser wurde jedoch vom sogenannten „Powermeter“ abgelöst. An ihm kann der Fahrer ablesen, ob die Batterie grade geladen wird (charge), im effizientesten Modus gefahren wird (efficiency) oder das Auto sportlich (boost) bewegt wird. Beim „Herunterschalten“ wird die durch die Bremswirkung frei werdende Energie gespeichert. Die Bremswirkung und damit die Energiegewinnung ist im „S“ Betrieb stärker. Aber auch beim sogenannten Segeln wird Energie gewonnen und gespeichert. Der Fahrer kann aus 4 Fahrmodi wählen: Rein elektrische Fahren, Batterieladung nutzen, Batterieladung erhalten und Batterieladung erhöhen (bis zur vollständigen Ladung). Ob man sich das im Alltagsbetrieb jedes Mal überlegt, sei dahingestellt. Ansonsten fährt sich der A3 e-tron wie ein ganz normaler A3. Allein das Mehrgewicht des Autos von rund 275 Kilogramm macht sich beim Fahren bemerkbar. Jedoch nicht unangenehm. Man fühlt sich sogar wie in einem Wagen aus einer höheren Klasse.
80 Prozent aller Fahrten unter 40 Kilometer
Audi sagt, 80 Prozent aller Fahrten mit einem Automobil würden heute unter 40 Kilometer liegen, daher würde die Reichweite von 55 Kilometern ausreichen, um die meisten Strecken rein elektrisch zurücklegen zu können. Für Wochenendausflüge, Geschäfts- und Urlaubsreisen steht dann der Verbrenner zur Verfügung, so dass Reichweiten von rund 900 Kilometern leicht zu schaffen sind. Auch für das Gepäck ist ausreichend Raum geblieben, weil die Akkus platzschonend unter der Rücksitzbank verbaut werden. 180 bis 1.120 Liter Stauraum stehen zur Verfügung. An der üblichen Haushaltssteckdose dauert es 3:45 Stunden bis die Akkus voll sind. Mit einem sogenannten Starkstromanschluss ist das in 3:15 Stunden geschafft. Mindestens 37.900 Euro ruft der Audi e-tron Händler übrigens auf, wenn ein Kunde den Wagen begehrt. Ab Juli kann bestellt werden. Die Auslieferung beginnt im 4. Quartal.
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Dr. Friedbert Weizenecker
Dr. Friedbert Weizenecker - Seit mehr als 15 Jahren schreibe ich Auto-Themen für mehrere Zeitungen. Vor meiner Zeit als Auto-Journalist habe ich wirtschaftswissenschaftliche Features für ein Wirtschaftsmagazin und für Zeitungen verfasst. Als Volkswirt, Betriebswirt und Soziologe versuche ich auch ökonomische und gesellschaftliche Aspekte einfließen zu lassen. Autos sind meine Leidenschaft.
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