Marktanalyse 2017: Ford F150 wieder erfolgreichstes Auto des Jahres
Die Autoindustrie ist im Jahr 2017 bei einem Absatz von 86,05 Millionen Neufahrzeugen (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) weiter gewachsen. Nach Angaben des internationalen Marktbeobachters Jato Dynamics in Schwalbach lag der Absatz mit plus 2,05 Millionen verkauften Fahrzeugen 2,4 Prozent über dem des Vorjahres. „Die etablierten Märkte konnten ihren Wachstumskurs fortsetzen, während Märkte wie Russland und Brasilien nach dem Abschwung im letzten Jahr in die Erfolgsspur zurückkehrten“, sagt Felipe Munoz, Global Automotive Analyst von Jato.
Zum starken Ergebnis der Automobilindustrie haben vor allem SUV beigetragen, die den größten Marktanteil in den drei stärksten Regionen China, Nordamerika und Europa ausmachen. Weniger populär sind sie in den drei kleinsten Regionen Asien-Pazifik, Japan und Südkorea sowie Südamerika. Im Raum Asien-Pazifik und Südamerika waren Kleinwagen das populärste Segment, während in Japan die sogenannten Stadtautos den größten Marktanteil hielten. Das macht deutlich, dass hier für SUV noch Wachstumschancen bestehen, da sie zunehmend beliebter werden.
Europa, Asien-Pazifik (ohne China, Japan, Südkorea) und besonders Südamerika waren die Hauptverantwortlichen für das Wachstum im Jahr 2017. Zweistellige Wachstumsraten auf 13 Märkten einschließlich Russland, Thailand und Argentinien konnten die Einbußen auf bedeutenden Märkten wie den USA, Großbritannien, Mexiko und Südkorea sowie das geringere Wachstum in China ausgleichen. Der Asien-Pazifik-Markt (ohne China, Japan, Südkorea) wurde durch den gestiegenen Absatz in Indien, Thailand, Neuseeland und Singapur gestärkt, während die südamerikanische Region vom Wirtschaftsaufschwung in Brasilien profitierte.

„Die Bilanz von 2017 zeigt, dass der Automobilmarkt insgesamt weiter wachsen wird, trotz Dieselkrise und lokaler Probleme wie der Brexit, der Europa verunsichert“, sagt Munoz. „Es wird interessant sein zu sehen, wie die Bedeutung der aufstrebenden Märkte zunimmt, besonders von Indien, das sich anschickt, Deutschland als viertgrößten Fahrzeugmarkt der Welt zu überholen und von Südamerika, das positive Anzeichen zeigt“, so Munoz.
SUV haben 2017 mit 34 Prozent einen neuen Rekordanteil am Gesamtmarkt erreicht. Analysen für 52 Märkte ergeben, dass 27,85 Millionen SUV verkauft wurden. Das waren 3,14 Millionen Einheiten mehr als 2016 – eine Zunahme von 12,7 Prozent.

Die anhaltende Dominanz der SUV bedeutet, dass traditionelle Segmente weiter einbrechen. Am stärksten betroffen waren Kompaktwagen, Mittelklasse-Limousinen, Kombis und MPV. Kompaktautos kamen auf 14,92 Millionen Verkäufe, ein Rückgang um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich dafür waren die schwächere Nachfrage in den großen fünf Märkten und der SUV-Boom in China. Der Absatz der Stadtautos stieg vor allem infolge der Nachfrage in Japan, wo im vergangenen Jahr wegen der Dominanz der sogenannten Kei-Cars (Miniautos) ein Zuwachs um 14,4 Prozent zu verzeichnen war. Pick-ups erzielten ebenfalls gute Ergebnisse, weil die starke Nachfrage in Nordamerika anhielt und die Popularität in Europa, Südamerika und im Asien-Pazifik-Raum zunimmt.

Der Nissan X-Trail/Rogue war das weltweit beliebteste SUV und mit 814 000 verkauften Einheiten insgesamt das vierterfolgreichste Fahrzeug im Jahr 2017,mit einem Absatzzuwachs um 6,5 Prozent. Honda und Volkswagen hatten beide ein gutes Jahr mit jeweils drei Modellen unter den Top Ten weltweit. Bemerkenswert war auch die Leistung des Volkswagen Tiguan mit einer hervorragenden Nachfrage in China. Weitere bedeutende Erfolge verzeichneten auch der Baojun 510, Toyota C-HR, Geely Emgrand, Jeep Compass, Peugeot 3008 und der Chevrolet Cavalier, die alle neu auf den Markt kamen und 2017 populär wurden.

Japan ist einer der größten und bedeutendsten Märkte für AFV. Norwegen konnte jedoch mit einem Anteil von 41,9 Prozent an verkauften AFVs seine Marktführung behaupten, gefolgt von Japan mit 27,8 und Israel mit 9,5 Prozent. Der Absatz an Elektroautos und leichten Nutzfahrzeugen belief sich auf 668 000 Einheiten, ein Plus von 78,4 Prozent. Hybridfahrzeuge kamen insgesamt auf 2,51 Millionen verkaufte Einheiten, ein Rekordwert, der teilweise durch ein starkes Wachstum in China, Indien und Europa erreicht wurde. 417 300 Plug-in-Hybridfahrzeuge wurden zugelassen, ein Anstieg um 62,5 Prozent, vor allem durch den Absatz in China, USA und Japan. ampnet
Bildmaterial: Ford/Jato
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