Der Verband der Automobilindustrie (VDA) unterstützt neue Konzepte zum Parkraummanagement in Städten. Kommunen sollten demnach mehr Spielraum bei der Bepreisung von Parkraum erhalten. Städte und Gemeinden sollen im Rahmen ganzheitlicher Mobilitätskonzepte Preise für Parkplätze erheben dürften, die über die reine Abgeltung von Verwaltungsdienstleistungen hinausgehen können, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes.

Wichtig sei dabei auch die Integration digitaler Lösungen, beispielsweise zum Finden freier Parkplätze. „Parkplätze einfach zu streichen, ist zu wenig. Nötig sind kommunale Gesamtkonzepte, die den Bürgern alltagstaugliche Mobilitätsalternativen bieten“, sagte VDA-Geschäftsführer Kurt-Christian Scheel. Der enge rechtliche Rahmen für Gebühren lasse es in Deutschland zudem nicht zu, den tatsächlichen Wert der Nutzung des begrenzten öffentlichen Raums abzubilden.

Um innerstädtische Flächen besser zu nutzen, könne auch eine „stärkere Differenzierung von Preisen für das Parken sinnvoll sein“, so Scheel. „Damit könnten Verkehrsströme und Verkehrsaufkommen aktiv gesteuert und eine gleichmäßigere Parkraumnutzung erreicht werden“. Die Lösungen müssten aber sozialverträglich sein. Deswegen seien alltagstaugliche Mobilitätsalternativen, etwa durch den ÖPNV oder durch innovative Mobilitätsdienstleistungen, wie Ridesharing oder Ridehailing, wichtig.

Um durch neue Preissysteme unerwünschte soziale Effekte zu verhindern, könnten laut dem VDA zum Beispiel die Preise für Bewohnerparkausweise einkommensabhängig gestaffelt werden. Der Verband schlägt außerdem die verstärkte Ausweisung von Sonderparkplätzen und reduzierte Parkgebühren für Elektroautos sowie speziell reservierte Stellflächen für Sharing-Angebote vor. Damit soll verbessertem Klimaschutz Rechnung getragen werden.

Lieferfahrzeuge sollen ebenfalls spezielle Parkflächen erhalten, um Parken in zweiter Reihe zu verhindern und den Verkehrsfluss zu erhöhen. Zuletzt müssten für ein besseres Parkmanagement die Kontrollen und Sanktionen effektiver gestaltet werden. Scheel begrüßt die vorgesehene Erhöhung der Bußgelder zum Beispiel für das Falschparken auf Radwegen. ampnet